"Urmel"-Schöpfer Schriftsteller Max Kruse ist tot

Ein Kinderbuch war sein größter Erfolg: "Urmel aus dem Eis" begeisterte Generationen von Kindern im Vorlesealter. Nun ist der Autor Max Kruse im bayerischen Penzberg gestorben. Er wurde 93 Jahre alt.

DPA/ Thienemann Verlag

Die Adoptivmutter Fräulein Wutz, die immer "öff öff" sagt; der Waran Wawa und seine "Mupfel"; der melancholische Seele-fant: In seinem berühmtesten Werk hatte sich Max Kruse viele Herausforderungen für Vorleser ausgedacht - und damit zahlreiche Lacher bei den jungen Zuhörern garantiert: "Urmel aus dem Eis", Kruses 1969 erstmals erschienener Kinderbuchklassiker, hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren.

Aus der Geschichte um das Urzeitwesen, das auf der Insel Titiwu einem Ei entspringt, spann Kruse eine zwölf Bände umfassende Buchreihe, deren jüngste Folge 2013 erschien. Professor Habakuk Tibatong und seine Herde sprechender Tiere wurde spätestens in der Inszenierung durch die "Augsburger Puppenkiste" zum Riesenerfolg.

Ihr Autor wurde 1921 in Bad Kösen an der Saale geboren, als Sohn der Puppenschöpferin Käthe Kruse. Auf deren Bitten erschien 1952 Max Kruses erstes Kinderbuch "Der Löwe ist los", das später ebenfalls verfilmt wurde. Er schrieb auch Jugendbücher und Fantasyromane, gefeiert wurde auch seine dreibändige Autobiografie "Im Wandel der Zeit".

Auf seine berühmteste Figur kam Kruse, als er eine Tiefkühltruhe erstand. Sie brachte ihn "auf den Gedanken, wie es denn wäre, wenn ein Tier aus der Urzeit im Ei eingefroren die Jahrtausende überstanden hätte und heute ausgebrütet werden würde", erzählte er 2011 der "Süddeutschen Zeitung". Lehrer kritisierten ihn wegen der Sprachfehler, die seine sprechenden Tiere haben, aber Kritiker lobten seinen "spitzbübischen Humor". Die Geschichten von Urmel und seinen Freunden wurden weltweit mehr als 800.000-mal verkauft.

Am 4. September ist Max Kruse im Alter von 93 Jahren verstorben, wie sein Verlag Thienemann-Esslinger am Montag in Stuttgart mitteilte und damit Berichte des "Münchner Merkur" und der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte. Er lebte zuletzt im oberbayerischen Penzberg.

feb/dpa

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