Erfolgsautorin Utta Danella ist tot

Mit über 70 Millionen verkauften Büchern galt sie als eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen: Wie jetzt bekannt wurde, ist Utta Danella mit 95 Jahren gestorben.

DPA

Sie prägte das Genre der Unterhaltungsliteratur maßgeblich - wie der Heyne Verlag unter Berufung auf ihre Familie am Dienstagvormittag mitteilte, ist die Bestseller-Autorin Utta Danella Anfang Juli in München verstorben.

Danella gilt als Meisterin unterhaltender, aber leichterer Kost, ein wiederkehrendes Erzählmotiv ihrer späteren Romane ist etwa der schöne Mann, der zwischen einer intriganten und einer edlen Frau steht. Häufig bettete sie die Handlungen in einen zeitgeschichtlichen Rahmen ein. Die "Bild" bezeichnete Danellas Bücher als "die heimliche Droge der starken Frauen", die "FAZ" betitelte sie als "Diva der Trivialliteratur". Auch wenn viele Feuilletonisten ihre Romane wohl nicht mal heimlich lasen - das Publikum gab Danella stets recht: Mit über 70 Millionen verkauften Büchern gilt die Autorin, die insgesamt 43 Bücher verfasste, als eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen. Auch mit dem Bundesverdienstkreuz wurde sie ausgezeichnet.

Geboren wurde Danella unter dem Namen Denneler in gutbürgerlichen Verhältnissen; schon während ihrer Schulzeit begeisterte sie sich für das Schreiben. Nach dem Schulabschluss versuchte sie sich in unterschiedlichen Berufen, hörte aber auch Vorlesungen an der Universität und schrieb für Zeitungen. Ihr erster Roman war mit einer Auflage von 6000 Exemplaren nur ein bescheidener Erfolg. Der Durchbruch gelang ihr schließlich mit ihrem vierten Werk "Stella Termogen oder Die Versuchungen der Jahre".

Ihre Romane wurden in zahlreichen TV-Reihen und Filmen ins Fernsehen gebracht: 1992 sendete das ZDF eine erste, erfolgreiche Adaption eines ihrer ersten Werke "Regina auf den Stufen"; Katja Riemann spielte hier die Hauptrolle. Später folgten vor allem in der ARD zahlreiche weitere Verfilmungen wie "Eine Liebe in Venedig" und "der Verlobte meiner besten Freundin". Danella selbst zeigte sich mit den Adaptionen aber zusehends unzufrieden: Im Kölner Stadtanzeiger etwa monierte sie 2003, dass der zeitgeschichtliche Kontext aus den Filmen verschwinde: "Ohne Geschichte wird's zu oberflächlich, zu seicht. Nur blödes Liebesgequatsche - das ist mir zu wenig."

Über ihr genaues Alter bewahrte die Autorin lange Stillschweigen - lange schwankten die Angaben zwischen dem Geburtsjahr 1920 und 1924. Zuletzt gab sie aber auch auf ihrer eigenen Homepage 1920 als Geburtsjahr an.

Wie der Heyne Verlag mitteilte, wurde Danella bereits im engsten Familienkreis beigesetzt.

eth



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