Vatikan-Kritik an "Sakrileg" "Voller Verleumdungen und Fehler"

Es ist schon ein Kreuz mit dem Kino: Der Blockbuster "The Da Vinci Code" gerät erneut ins Visier der katholischen Kirche. Angelo Amato, Erzbischof und enger Vetrauter von Papst Benedikt XVI., rief offen zum Boykott auf.


Berlin -  Das Buch sei "scharf anti-christlich ... voller Verleumdungen, Beleidigungen und historischer sowie theologischer Fehler in Bezug auf Jesus, das Evangelium und die Kirche", sagte Erzbischof Angelo Amato auf einer katholischen Konferenz in Rom. "Ich hoffe, dass Sie alle den Film boykottieren werden." Der Geistliche gilt als Vertrauter des Papstes; er war Sekretär der Glaubenskongegration, die Kardinal Ratzinger bis zu seiner Papstwahl im letzten Jahr geleitet hatte.

Szene aus "The Da Vinci Code": Eine Sünde für Christen?
Sony Pictures

Szene aus "The Da Vinci Code": Eine Sünde für Christen?

Amato ist nicht der erste Kirchenvertreter, der gegen die Kinofassung von Dan Browns "Sakrileg"-Roman zu Felde zieht: Noch vor Ostern hatte ein Geistlicher aus dem Vatikan den Film als "pseudo-historische" Kunst bezeichnet.

Die weltweite Leserschaft hat sich von der Kritik des Klerus bislang allerdings nicht beeindrucken lassen: Mehr als 40 Millionen Exemplare des Buches wurden bereits verkauft. Ähnliche Erfolge erhofft sich Columbia Pictures von Ron Howards Thriller, der am 17. Mai die Festspiele in Cannes eröffnet.

Erzbischof Amato ermahnte die Katholiken explizit, mehr Widerstand zu leisten. Kämen solche Lügen und Fehler in Bezug auf den Koran oder den Holocaust in Umlauf, hätten sie - vollkommen zu Recht - einen Weltaufstand provoziert. "Wenn sie statt dessen gegen die Kirche und Christen gerichtet sind, bleiben sie unbestraft."

elo/Reuters



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