US-Buchhandel: Verkauf von E-Books verdoppelt sich

Der Wandel der Lesegewohnheiten schreitet rasant voran. Zumindest in den USA. Der Verkauf von E-Books hat sich dort im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. In Deutschland hingegen setzen sich elektronische Bücher langsamer durch als erwartet.

Buchmarkt: US-Leser greifen zum E-Book Fotos
DPA

Washington/Hamburg - Anders als in Deutschland explodiert in den USA der Verkauf elektronischer Bücher. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz mit E-Books mit 2,07 Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) auf mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr, heißt es in einer aktuellen Studie des US-Verlegerverbands. 2010 hatte der Umsatz noch bei 869 Millionen Dollar gelegen.

Die Zahl der für elektronische Geräte verfügbaren Bücher stieg in den USA auf 388 Millionen. Dem Bericht zufolge waren dies bereits rund 15 Prozent aller verkauften Bücher - im Vergleich zu sechs Prozent im Vorjahr. Den größten Zuwachs (117 Prozent) gab es demnach bei der Belletristik für Erwachsene - dort beträgt der Anteil am Umsatz bereits 30 Prozent. Die kostenpflichtige Jahresstatistik zur US-Buchproduktion - BookStats - erstellt die Association of American Publishers (AAP) gemeinsam mit der Book Industry Study Group (BISG). Eine Zusammenfassung der Ergebnisse hat beispielsweise der Branchendienst "Digital Book World" (DBW) veröffentlicht.

In Deutschland verläuft der Absatz elektronischer Bücher laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels hingegen weiterhin schleppend. Noch könnten die steigenden Umsätze den derzeitigen Rückgang auf dem Markt nicht kompensieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins über den Buchmarkt 2011. Die Buchhändler rechnen damit, dass elektronische Bücher in diesem Jahr voraussichtlich 1,2 Prozent der Einnahmen ausmachen werden. Satte Wachstumsraten im E-Book-Segment erzielt in Deutschland beispielsweise der Hamburger Cora Verlag - mit Groschen-Literatur über Liebe, Romantik und manchmal auch Sex.

bos/AFP

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1. Woran liegt es wohl...
sappelkopp 19.07.2012
Zitat von sysopDPADer Wandel der Lesegewohnheiten schreitet mit rasant voran. Zumindest in den USA. Der Verkauf von E-Books ist dort im vergangenen Jahr um mehr als das Doppelte gestiegen. In Deutschland hingegen setzen sich elektronische Bücher langsamer durch als erwartet. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,845255,00.html
...dass die Amerikaner E-Books verschlingen, während hier kein Interesse besteht? An den Geräten kann es nicht liegen, die sind reichlich und günstig zu bekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich für eine gedruckte Ausgabe lediglich zwei oder drei Euro mehr bezahle und deshalb diese bevorzuge? Weil ich sie verleihen oder später noch gebraucht verkaufen kann?
2. Buchpreisbindung
earl grey 19.07.2012
Zitat von sappelkopp...dass die Amerikaner E-Books verschlingen, während hier kein Interesse besteht? An den Geräten kann es nicht liegen, die sind reichlich und günstig zu bekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich für eine gedruckte Ausgabe lediglich zwei oder drei Euro mehr bezahle und deshalb diese bevorzuge? Weil ich sie verleihen oder später noch gebraucht verkaufen kann?
Da ich jeden Tag gut 2 Std. im Zug sitze, lese ich sehr viel. Ich wäre schon längst auf E-Books umgestiegen, aber ihre genannten Nachteile sind genau der Grund, warum ich es nicht mache. So lange die Buchpreisbindung auch für E-Books gilt, wird das nix in DE...
3. Wunschdenken
spon-facebook-10000248785 19.07.2012
Ich hab nie erwartet dass sich E-Books in Dtl so rasch durchsetzen wie in USA oder UK. Doch aufzuhalten ist diese Entwicklung nicht mehr. Und die Buchpreisbindung steht dem nicht im Wege. Es sind Verlagsbücher, die im E-Book Format nur ca. 10 % weniger kosten als in der jeweilihgen Printvariante. Aber es gibt genug gute E-Books die für 99 Cent, 2,99 oder 3,60 Euro zu haben sind. Lektorierte Bücher, gut formatierte Bücher aber vor allem gut geschriebene Bücher. An den Buchpreisen festmachen zu wollen, sich keine E-Books bzw einen eReader zuzulegen, ist m.M. n. recht lächerlich, bzw zeugt von unkenntnis der tastsächlichen Verhältnisse.
4. Kein Angebot - Kein Umsatz
manschu 19.07.2012
Ich finde die prognostizierten 1,2% schon erstaunlich viel wenn man bedenkt, wie schlecht das Angebot ist.
5. ebook umgeht
goldenbiker 19.07.2012
Dies soll nicht als Werbung verstanden werden, aber da das mir vorliegende ebook "Golden Biker" auf Grund seines politisch unkorrekten Inhalts von allen deutschen Verlagen abgelehnt wurde, war eine ebook Version in Deutsch und English die einzige Alternative
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