Western-Held Schriftsteller G.F. Unger gestorben

Er schrieb mehr als 700 Romane und gilt als einziger deutscher Western-Schriftsteller, dessen Romane auch in den USA veröffentlicht wurden. Im Alter von 84 Jahren ist G. F. Unger nun gestorben.


Unger-Roman: "Abenteuer, Lebenswillen und Gottvertrauen"

Unger-Roman: "Abenteuer, Lebenswillen und Gottvertrauen"

Bergisch-Gladbach - Unger lehnte es stets ab, als "Karl May von heute" gesehen zu werden. Als seine Vorbilder bezeichnete er vielmehr Jack London, Mark Twain und Louis L'Amour. Der mit seinen Western-Romanheften bekannt gewordene Gerd Fritz Unger schrieb mehr als 700 Geschichten über das Leben im "Wilden Westen", seine Werke trugen griffige Titel wie "Geronimos Weg", "Die Rustler-Ranch" oder "Die Walla-Walla-Legende".

Unger beteiligte sich 1949 an einem Preisausschreiben des NWDR und gewann mit seinem Exposé für ein Kriminalhörspiel den ersten Preis. Neben seinem Beruf als Bauleiter begann er, in seiner Freizeit Romane zu schreiben. Nach vielen Absagen landete er schließlich beim Uta-Verlag und arbeitete unter anderem an den Romanreihen "Billy Jenkins" und "Tom Prox" mit. Nach ersten Erfolgen machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf. Seit 1972 veröffentlicht der Bastei Verlag seine Romane. Bis in die neunziger Jahre hinein schrieb Unger noch bis zu zehn Romane pro Jahr. Er gilt als erfolgreichster deutschsprachiger Western-Autor.

Unter Pseudonymen wie wie G.F. Bucket oder A.F. Peters schrieb Unger auch für bekannte Westernserien anderer Verlage, darunter Indra, Zauberkreis, Pabel und Kelter.

G. F. Unger sei der einzige deutschsprachige Westernautor gewesen, dessen Romane als Übersetzungen auch in Amerika, dem Heimatland des Western-Genres, erschienen sind, teilte die Verlagsgruppe Lübbe (Bastei) heute mit. "Er war ein äußerst kreativer Autor, der bis zuletzt mit Freude geschrieben hat und noch viele Pläne hatte", hieß es in der Verlags-Mitteilung.

Unger selbst gab als Hauptmotiv seiner Leidenschaft für den Western zunächst "Freude an der Sache", an wie er auf der Website des Bastei Verlags schrieb. Die Ära des "Wilden Westens" sei "eine lebendige Zeit voller Wagnisse, Abenteuer, Lebenswillen und Gottvertrauen". Die "ruppigen Pioniere, die berühmten Sheriffs und Marshals, die berüchtigten Revolvermänner" böten einem Autor sehr viel "farbigen Stoff". Die Schilderung der Eroberung des amerikanischen Westens hielt Unger "für eine sehr aufbauende, erzieherische Mission, habe ich doch in meinen Romanen die Möglichkeit, immer wieder eine geradlinige und männliche Haltung aufzuzeigen, zu der unbedingt Redlichkeit und Mut gehören. Dies alles ist - so glaube ich - in unserer heutigen Zeit so wichtig."

G.F. Unger starb nach Angaben seines Verlags bereits am Mittwoch im Alter von 84 Jahren. Einige seiner Romane seien noch unveröffentlicht und werden in den nächsten Monaten herausgebracht.



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