Wolfgang Beck zieht sich zurück "Nachricht über eine wichtige Veränderung"

42 Jahre stand er an der Spitze des Münchner Verlags C. H. Beck: Jetzt hat Wolfgang Beck in einem Brief mitgeteilt, dass er aufhört. Das Unternehmen bleibt indes in Familienhand.

Verabschiedet sich nach über 40 Jahren: Verleger Wolfgang Beck
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Verabschiedet sich nach über 40 Jahren: Verleger Wolfgang Beck


München/Hamburg - Er ist nach Ulla Unseld-Berkéwicz von Suhrkamp die zweite Größe des Literaturbetriebs, die sich in diesen Tagen aus einer Führungsposition eines renommierten Verlags zurückzieht: Wolfgang Beck tritt nach über 40 Jahren an der Spitze des C.-H.-Beck-Verlags zurück.

Der literarische Bereich des 271 Jahre alten Traditionsverlags aber bleibt in Familienhand: Der 73-Jährige übergibt die Leitung zum 1. Februar an seinen Sohn Jonathan. Das teilte er in einem Schreiben mit. "Es ist an der Zeit, dass eine jüngere Generation die Regie übernimmt", heißt es da.

Jonathan sei gut auf die Aufgabe vorbereitet, wie sein Vater Wolfgang schreibt: Er habe sich "inzwischen reichlich Durchblick, Professionalität und Führungserfahrung" angeeignet. Mit Jonathan Beck wird der Verlag seit sieben Generationen in den Händen der Familie sein.

Wolfgang Beck, den Buchmessebesucher für seine mit feingeistigem Understatement vorgetragenen Reden schätzen, wolle dem Verlag aber nach wie vor verbunden bleiben: "Als Abschied sind diese Zeilen daher nicht gemeint, wohl aber als Nachricht über eine wichtige Veränderung."

Beck hatte den Verlag in den Siebzigerjahren nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Sozialwissenschaften von seinem Vater übernommen. Zu den Autoren, die er verlegt hat, zählen im Sachbuchbereich unter anderem Saul Friedländer, Neil MacGregor ("Geschichte der Welt in 100 Objekten") und - besonders erfolgreich - Helmut Schmidt, von dem im Frühjahr ein neues Buch erscheint.

Im literarischen Programm veröffentlicht C. H. Beck unter anderem Norbert Scheuer ("Peehs Liebe"), Adolf Muschg und Paula Fox. Zu den Neuerscheinungen des Frühjahrsprogramms 2015 zählt Nadifa Mohameds "Black Mamba Boy".

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skr/daf/dpa

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