Roman "Sand" Wolfgang Herrndorf erhält Leipziger Buchpreis

Auszeichnung für einen schwerkranken Autor: Wolfgang Herrndorf ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Der gebürtige Hamburger erhielt die Ehrung für seinen Roman "Sand". In der Kategorie Sachbuch gewann Jörg Baberowski.

Schriftsteller Herrndorf: Einzigartige Leichtigkeit und Eleganz der Erzählung
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Schriftsteller Herrndorf: Einzigartige Leichtigkeit und Eleganz der Erzählung


Leipzig/Hamburg - Er ist so schwer an Krebs erkrankt, dass er die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen konnte: Der Berliner Autor Wolfgang Herrndorf hat den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman "Sand" erhalten. Der Preis in der Kategorie Belletristik ist mit 15.000 Euro dotiert. Bereits im Vorjahr hatte er mit seinem Bestseller "Tschick" auf der Nominierungsliste des Buchpreises gestanden.

Lange war unsicher, ob Herrndorf seinen nun prämierten Agententhriller "Sand" überhaupt noch abschließen könnte. Der Roman beschreibt ein Spiel um Gewalt, Verfolgung, Selbstsuche und Tod. In der Begründung der Jury hieß es: "Was diesen Roman so einzigartig macht, ist, mit welcher Leichtigkeit, welcher Eleganz im Ton und welchem Sinn von Komik Wolfgang Herrndorf diese absolute Alptraumszenerie erzählt." Auch die Leser hatten das Buch in der Internetabstimmung der Buchmesse mit 32 Prozent zu ihrem Favoriten gekürt.

Seit 2010 leidet Wolfgang Herrndorf an einem unheilbaren Hirntumor. Der 1965 in Hamburg geborene Autor gibt inzwischen keine Interviews und Lesungen mehr. Nur in seinem Blog "Arbeit und Struktur" gibt er Auskunft über den Fortgang der Krankheit.

Herrndorf arbeitete zunächst als Illustrator, 2002 erschien sein erster Roman "In Plüschgewittern", bekam aber wenig Aufmerksamkeit. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2004 konnte der Newcomer jedoch mit einer Kurzgeschichte aus dem Stand den Publikumspreis gewinnen. Mit "Tschick" landete er schließlich 2010 einen großen Überraschungserfolg.

Den ebenfalls mit 15.000 Euro dotierten Preis in der Sparte Sachbuch und Essayistik erhielt Jörg Baberowski für sein Buch "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt". Der Übersetzerpreis bekam Christina Viragh für die Übertragung von Peter Nádas' "Parallelgeschichten".

fdi/dpa

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