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05.12.2001
 

Weltkulturerbe

Späte Ehre für Beethovens Neunte

Das Ende einer langen Odyssee: Als erste Musik-Komposition wird die seit kurzem wieder vollständig als Original-Manuskript vorliegende Sinfonie Ludwig van Beethovens Teil des offiziellen Weltkulturerbes.

Musikalisches Genie: Ludwig van Beethoven
AP

Musikalisches Genie: Ludwig van Beethoven

Berlin - Beethovens "Neunte" sei die erste musikalische Komposition, die in die von der Unesco geführte Liste "Memory of the World" ("Das Gedächtnis der Welt") aufgenommen wurde, teilte Antonius Jammers, Generaldirektor der Berliner Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, am Mittwoch in Berlin mit. Die Originalpartitur mit Schillers Schlusschor "Ode an die Freude" gehört zu den wertvollsten Manuskripten der Musiksammlung der Bibliothek. Fünf der rund 200 Blätter liegen außer Haus: zwei im Bonner Beethoven-Haus und drei in der Pariser Nationalbibliothek.

Die Aufnahmeurkunde in das seit zehn Jahren bestehende Unesco-Programm wird Anfang nächsten Jahres bei einer Festveranstaltung in Berlin übergeben. Um die Berliner Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen, zeigt die Staatsbibliothek am Freitag und Samstag ausgewählte Teile der Original-Partitur, die sonst in einem Stahltresor aufbewahrt werden, sagte Jammers.

Beethovens letzte Sinfonie wurde 1824 in Wien uraufgeführt. Widmungsträger des Werks ist der preußische König Friedrich Wilhelm III. 1846 erwarb die damalige Königliche Bibliothek in Berlin den Hauptteil der neunten Sinfonie. Erst über 50 Jahre später erfolgte der Ankauf der fehlenden Teile des Finales. Die Auslagerung der wertvollen Musiksammlung im Zweiten Weltkrieg führte zu einer Zerstückelung des Werks, die erst mit der deutschen Wiedervereinigung endete. Der größte Teil der Handschrift gelangte 1977 "ohne jedes Aufsehen" (Jammers) aus Polen in die DDR zurück und erhielt ihren Platz in der Staatsbibliothek Unter den Linden in Ost-Berlin.

Bereits zehn Jahre früher hatte die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz im Westteil der Stadt die ursprünglich ins Kloster Beuron im oberen Donautal ausgelagerten und nach Kriegsende in der Universitätsbibliothek Tübingen aufbewahrten Blätter erhalten. Die langjährige Odyssee der Neunten endete 1997 mit ihrer endgültigen Zusammenführung in der Musikabteilung im Gebäude Unter den Linden.

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