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20.06.2002
 

"Bombay Dreams"

Jubel und Kritik für Webbers Bollywood-Musical

Andrew Lloyd Webbers neues Musical "Bombay Dreams" bedient den britischen Bollywood-Trend und begeisterte das Premierepublikum, nicht aber die Presse.

"Bombay Dreams": Akaash (Raza Jaffrey) liebt die schöne Priya (Preeva Kalidas)
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"Bombay Dreams": Akaash (Raza Jaffrey) liebt die schöne Priya (Preeva Kalidas)

London - Das Londoner Publikum feierte die Uraufführung von "Bombay Dreams" am Mittwochabend stürmisch. Die Presse gab sich tags darauf allerdings weniger überschwänglich: "Man verlässt die Show, ohne dass sie einen berührt hätte", urteilte die Tageszeitung "The Independent". Der "Guardian" lobte zwar die Choreografie, bezeichnete die sozialkritischen Untertöne aber als unglaubwürdig. Der Kartenvorverkauf für das erste asiatische Musical im Londoner Theaterviertel West End läuft schleppender an als für andere aktuelle Londoner Musicals wie "We Will Rock You" oder "Chitty Chitty Bang Bang". Für die nächsten Wochen gibt es sogar noch Karten für "Bombay Dreams".

Doch der erfolgreiche Musicalproduzent Webber gibt sich gelassen: "Das ist so wie damals, als 'Cats' begann", winkt er ab, "da hatte zunächst auch keiner eine Vorstellung davon, worum es überhaupt ging." Das Katzenmusical wurde in London, New York und Hamburg über Jahre hinweg zum Dauerbrenner.

Zur Premiere im "Apollo Victoria"-Theater, zu der viele Zuschauer den traditionellen indischen Sari trugen, kam auch viel Prominenz, darunter der Pop-Sänger Bob Geldof und der Schauspieler Shah Rukh Khan, der als "indischer Tom Cruise" gehandelt wird.

Musicalproduzent Andrew Lloyd Webber: Hoffen auf "weiße Zuhörerschaft"
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Musicalproduzent Andrew Lloyd Webber: Hoffen auf "weiße Zuhörerschaft"

"Bombay Dreams" spielt vor dem Hintergrund der indischen Filmstadt "Bollywood". Der Held - dargestellt von Raza Jaffrey - ist ein junger Inder aus den Slums der Millionenstadt, der mit viel Glück zum Filmstar aufsteigt und dann von seiner Vergangenheit nichts mehr wissen will. Die weibliche Hauptrolle spielt Preeya Kalidas, die sich bereits in britischen Filmen wie "Bend It Like Beckham" einen Namen gemacht hat.

In sein neuestes Projekt, eine passende Ergänzung zu dem in England derzeit grassierenden Bollywood-Hype, hat Webber 4,5 Millionen Pfund (7,2 Millionen Euro) investiert. Seine Erfolgsmusicals "Cats" und "Starlight Express" waren in den vergangenen Monaten in London ebenso abgesetzt worden wie seine wenig erfolgreiche Neuproduktion "A Beautiful Game". Doch nun hat Webber nach eigenen Angaben in der indischen Gegenwartsmusik "neue Inspiration" gefunden. In den Soundtracks der Bollywood-Filme habe er die "Zukunft des Musicals" gehört, sagte er. Nun gehe es darum, eine "weiße Zuhörerschaft" dafür zu finden.

"Bollywood", die Filmindustrie Bombays, bringt bis zu 300 Filme im Jahr heraus, die sich durch ihre Folklore- und Musical-Elemente auszeichnen.

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