Bonn - Musik-Produzent Frank Farian, einst in jeder Beziehung federführend für Milli Vanilli, sagte dem "Rheinischen Merkur", dass das derzeit in Vorbereitung befindliche Melodram 30 Millionen Dollar (rund 24 Millionen Euro) kosten und im Jahre 2005 weltweit starten solle. Über Hauptdarsteller und Regisseur wurde noch nichts bekannt.
Mit Milli Vanilli hatte Farian es als erster deutscher Produzent gleich drei Mal auf Platz eins der US-Charts geschafft. 1990 war allerdings herausgekommen, dass die beiden attraktiven Protagonisten Rob Pilatus und Fabrice Morvan nur als Playback-Sänger und Tänzer agiert hatten, während die Originalstimmen von zwei Profisängern stammten. Das Duo hatte daraufhin seinen Grammy wieder zurückgeben müssen.
Pilatus starb 1998 in einem Frankfurter Hotel an einer Überdosis Tabletten und Alkohol. Den Tod seines ehemaligen Schützlings habe er bis heute nicht verwunden, sagte Farian der Zeitung. "Dieses Schuldgefühl wird man nie mehr los, obwohl ich mich um ihn ganz besonders gekümmert habe. Aber dieses Drama war nicht vorauszusehen." Die Geschichte des strahlenden Popstars, der in der Öffentlichkeit als Strohpuppe entlarvt wird und sich davon nie wieder erholt - in der Tat ein Stoff, der Hollywood alle Ehre macht.
Fabrice Morvan erging es weniger schlecht. Der in den USA lebende Sänger hat in diesem Jahr sein erstes Soloalbum "Love Revolution" auf einem kleinen, amerikanischen Label veröffentlicht. Darauf befindet sich mit der Ballade "It's Your Life" auch ein Song, der seinem Ex-Partner Pilatus gewidmet ist.
Milli Vanilli gehörten zu den erfolgreichsten Popbands der später Achtziger Jahre. Von ihrem Debüt-Album "Girl You Know It's True" wurden sieben Millionen Exemplare verkauft. Weltweit hat das Duo 30 Millionen Singles und 14 Millionen Alben verkauft.
Frank Farian, in den Siebzigern mit Boney M. ähnlich erfolgreich, plant unterdessen ein Buch - über seinen Konkurrenten Dieter Bohlen. Als Erscheinungstermin kündigte Farian Mitte Januar an. Damit wolle er "im Namen aller, die er so übel beleidigt hat", mit dem "System Dieter Bohlen" abrechnen. Der Musikproduzent hatte Bohlen im Oktober in einem veröffentlichten Brief scharf angegriffen und das Buch angekündigt. Anlass war das Buch "Hinter den Kulissen", in dem Bohlen über zahlreiche Prominente herzieht und Intimitäten ausplaudert.
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