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10.02.2005
 

Brit Awards

Triumph der Sanften und Glamourösen

Die schrägsten und die sanftesten Newcomer haben bei der Verleihung der Brit Awards abgeräumt. Die schrille US-Discogang Scissor Sisters gewann bei der gestrigen Gala in London gleich drei Preise. Die Kunst-Rocker Franz Ferdinand, die Piano-Popper Keane und die Soul-Sängerin Joss Stone bekamen je zwei Trophäen.

Sängerin Joss Stone (beim Duett mit Robbie Williams): "Ich fühle mich elend"
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REUTERS

Sängerin Joss Stone (beim Duett mit Robbie Williams): "Ich fühle mich elend"

Die glamourös auftretenden Scissor Sisters, die mit ihrem Debütalbum lange die britischen Charts anführten, gewannen Preise als "International Breakthrough Act", beste internationale Gruppe und für das beste internationale Album. Frontfrau Ana Matronic nahm einen der Preise von der New-Wave-Veteranin Siouxie Sioux entgegen.

Franz Ferdinand aus Glasgow wurden zur besten britischen Gruppe und zum besten britischen Rock-Act gekürt. Sie widmeten eine der Auszeichnungen der kürzlich verstorbenen DJ-Legende John Peel. Teenager-Souldiva Joss Stone freute sich über die Auszeichnungen als beste britische Solokünstlerin und bester "Urban Act" auf ihre eigene Weise: "Ich danke Euch allen für Eure Stimmen. Ich fühle mich elend."

Die häufig als Coldplay-Imitat geschmähte Pop-Formation Keane bekam zwei Awards. Sie wurde zum britischen "Breakthrough Act" und ihre CD "Hopes And Fears" als bestes britisches Album gewählt. Sänger Tom Chaplin sah sich bestätigt, auch wenn "viele Leute glauben, es ist nicht cool, den Mut zu haben, wir selbst zu sein".

Mike Skinner auf dem Klo

Die Boygroup McFly setzte sich als bester Pop-Act gegen Westlife, Natasha Bedingfield, Girls Aloud und Avril Lavigne durch. Zum besten britischen Solokünstler wurde der 26-jährige Rapper Mike Skinner alias The Streets gewählt. Er kam zur Gala, obwohl er eigentlich nie Preisverleihungen besucht. Den Award musste dennoch ein Kollege für ihn entgegen nehmen. Begründung: Skinner sei gerade "auf der Toilette".

 Stolz auf den eigenen Mut: Zwei Preise für die Popgruppe Keane
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REUTERS

Stolz auf den eigenen Mut: Zwei Preise für die Popgruppe Keane

Muse nahmen den Preis als bester britischer Live-Act mit nach Hause. Will Young, als Gewinner der britischen Version von "Deutschland sucht den Superstar" so etwas wie Englands Alexander Klaws, gewann für "Your Game" den Preis für die beste britische Single. No-Doubt-Sängerin Gwen Stefani setzte sich in der Kategorie bester weiblicher internationaler Act gegen Anastacia, Kylie Minogue, Kelis und Alicia Keys durch. Rap-Star Eminem siegte bei den männlichen internationalen Künstlern. Für sein Lebenswerk wurde Bob Geldof, Organisator des "Live Aid"-Festivals, geehrt.

Einen Sonderpreis zum 25-jährigen Bestehen der Brit Awards gewann Entertainer Robbie Williams: Sein Evergreen "Angels" wurde zum besten Song des vergangenen Vierteljahrhunderts gewählt. Er sang ihn zusammen mit Joss Stone. Williams wurde bereits zum 15. Mal bei den Brit Awards geehrt. Sein Kommentar: "Ich bin überrascht, dass meine Karriere noch immer läuft."

Die Punkpopper Green Day und der HipHopper Snoop Dogg traten ebenfalls auf. Stimmberechtigt bei der Vergabe der Brit Awards sind mehr als 1.000 Vertreter der britischen Musikindustrie.

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