Schwarzach - Peer Raben arbeitete jahrelang eng mit dem legendären Regisseurs Rainer Werner Fassbinder zusammen. Er schrieb nicht nur die Musik für viele seiner Filme (unter anderem "Lili Marleen", "Berlin Alexanderplatz", "Lola", "Die Sehnsucht der Veronika Voss"), sondern engagierte sich auch als Produzent. Wie die von ihm gegründete Münchner Komponisten-Werkstatt mitteilte, starb er im Alter von 66 Jahren am Sonntagabend in einer Klinik in Mitterfels (Landkreis Straubing-Bogen).
Auch in jüngerer Zeit war Raben aktiv: So verfasste er auch die Musik zu Wong Kar-Wais elegischem Film "2046". Erst im vergangenen Oktober war der Komponist von der "World Soundtrack Academy" für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Fassbinder und Raben kannten sich seit den sechziger Jahren, als sie als Schauspieler im Münchner Ensemble "Antiteater" zusammenarbeiteten. Seit den siebziger Jahren komponierte Raben dann auch für Theater-Inszenierungen von Peter Zadek oder Claus Peymann. Neben der Tätigkeit für Film und Theater verfasste er auch Chansons. Für die Sängerin Ingrid Carven vertonte er Texte von Fassbinder und Hans Magnus Enzensberger.
1993 erlitt Raben einen Schlaganfall, der ihn zu einer Schaffenspause zwang. Er zog sich in seine niederbayerische Heimat zurück. Im kleinen Ort Viechtafell im Landkreis Regen war er 1940 als Wilhelm Rabenbauer geboren worden. In den vergangenen Jahren und bis kurz vor seinem Tod arbeitete Raben jedoch erneut an Kompositionen.
Ende 2005 gründete er in München die "Werkstatt Raben". Dort entwickelte er gemeinsam mit den beiden jungen Komponisten Florian Moser und Michael Emanuel Bauer die Musik für Kino- und Fernsehfilme, Theater und Werbung. Zuletzt arbeitete Raben an mehreren Spielfilmproduktionen und an einer Fortsetzung des berühmten Musicals "Phantom der Oper".
hoc/dpa
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