Von Christoph Dallach
Das Jahr 2007 war für Britney Spears bislang kein Hit. Genauer gesagt erinnerte ihr Privatleben in den vergangenen Monaten eher an ein groteskes Drehbuch für einen Katastrophenfilm mit Überlänge. Die, nun ja, Künstlerin schien vollbeschäftigt mit schmutzigen Scheidungsschlachten, verheerenden Friseurbesuchen (Glatze!), angeblichen Selbstmordversuchen, allerlei Rauschmittelkontroversen, Sorgerechtsprozessen (verloren!) und bemitleidenswerten TV-Auftritten aller Art. Und das alles so geballt, dass man sich fragt, wie lang sie das noch aushält und wie sie in all dem Trubel Zeit fand, ein neues Album fertigzustellen. Aber tatsächlich wird für den 26. Oktober ein neues Spears-Werk mit dem passenden Namen "Blackout" in Aussicht gestellt.
Wer es bis dahin nicht aushalten kann, findet die 13 neuen Songs der lädierten Pop-Prinzessin mit ein paar Clicks im Welt-Weiten-Web. Und die sind – potzblitz – gar nicht so katastrophal wie erwartet. Zu meist fidelen Bubblegum-Electro-Beats flötet sie da Zeilen wie "Luv the Hurt Away" oder den "Sin City Rap", surrt sehr lustig zu einem Eurythmics-Sample ("Love Is a Stranger") und hat sich überhaupt ganz kompetent ein paar potentielle Hits von den üblichen Schweden und Amerikanern programmieren lassen. Die erste Single daraus, das einlullend eingängige "Gimme More", ist in den USA bereits ein Renner.
Dass dieses unerwartete Album bereits Wochen vor der Veröffentlichung im Netz herumschwirrt, ist nicht unbedingt von Nachteil für seinen Erfolg. In nicht wenigen Blogs wird vermutet, dass die illegalen MP3-Dateien von Spears' Promo-Agenten überhaupt erst in Umlauf gebracht wurden. Das wäre ein preiswerter und effektiver Taschenspielertrick, um ausnahmsweise mal wieder Spears' Musik zum Ereignis zu machen. Die kommende Platte von Kylie Minogue – offiziell noch streng unter Verschluss – macht auch längst im Netz die Runde. Und auch Kylie kann nach längerer Auszeit, schwerer Krankheit und Beziehungsdramen, weiß Gott mal wieder einen Hit gebrauchen.
Auf anderen Social Networks posten:
Hallo, also ich haette schon sehr gerne die Namen gewusst! Bei "Schweden" fallen mir bloss Anderson und Ulvaeus ein, und die werden sich ja wohl HOFFENTLICH NICHT mit dieser ..aehem...Kuenstlerin die Discographie [...] mehr...
Mensch uschi, man kanns auch mal übertreiben den Nationalismus immer und überall an die Wand zu malen. Es ist doch nun offensichtlich eine ganz normale Aussage, zu erwähnen welcher Nationalität die Produzenten angehören. So [...] mehr...
Laut Bericht soll The Sin City Rap ein Love Is A Stranger (Eurythmics) Sample enthalten ... weder in diesem Song noch einem anderen Song kann ich ein solches Sample finden. Kann jemand weiter helfen? "Everybody" [...] mehr...
Wen interessiert das denn noch wirklich? Soll sich zur Ruhe setzen, im Kopf klar werden und ihre Millionen geniessen. mehr...
Der Artikel ist schon deshalb Unsinn, weil ihr neues Album garnicht im Internet kursiert. Das, was da herumgeistert ist wohl nur eine Zusammenstellung irgendwelcher Demo-Songs. Das hätte dem Autor des Artikels schon deshalb [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Musik | RSS |
| alles zum Thema KulturSPIEGEL-Tageskarte Pop | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH