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11.12.2007
 

Led Zeppelin-Reunion

Die Legende bebt

Aus London berichtet Christoph Dallach

Die Zweifel vor Led Zeppelins Bühnen-Comeback waren groß: Sind ja nur drei alte Knacker und ein Glatzkopf. Doch die Band strafte alle Skeptiker Lügen - und beschwor mit einem donnernden Auftritt das goldene Zeitalter des Rock.

Vor der O2-Arena am Stadtrand von London schwebte gestern ein kleiner Gummi-Zeppelin, vor dem sich glückliche Menschen reihenweise mit ihren Handys fotografieren ließen. Überwiegend Männer hatten die Reise aus mehr als 50 Ländern in die Docklands angetreten, alle fühlten sich wie Könige, weil sie überhaupt ein Ticket abbekommen hatten. Es hätte wohl Elvis vom Himmel herabsteigen müssen, um für mehr Wirbel im Pop-Universum zu sorgen, als es dieses Spektakel der britischen Rock-Titanen Led Zeppelin tat.

Seitdem sich die Gerüchte bestätigt hatten, dass die Band nach zwei Jahrzehnten noch mal gemeinsam lärmen würde, überschlugen sich die vorab gemeldeten Superlative: Um die mittels Lotterie unters Volk gebrachten Tickets sollen sich angeblich 20 Millionen Verehrer beworben haben. Kein Wunder, dass der eBay-Kurs der ursprünglich 125 Pfund (rund 175 Euro) teuren Karten bald einige Tausend Euro betrug.

Dazu kamen die Gerüchte: Wie lange würden die betagten Rocker überhaupt auf der Bühne stehen? 20 Minuten oder doch - wie einst zu ihren Glanzzeiten in den Siebzigern - dreieinhalb Stunden? Und wer würde kommen außer sentimentalen, mittelalten Männern mit Haarkranz, Bierbauch und T-Shirt? Angekündigt waren immerhin Madonna, Paul und Stella McCartney und - unvermeidlich - Kate Moss.

Aber die große Frage blieb doch, ob drei ergraute Knaben im Rentenalter und der glatzköpfige Sohn ihres toten Schlagzeugers dem ganzen Bohei gerecht werden konnten. Diese Gang, die auch dafür legendär war, zu ihren Glanzzeiten in den Siebzigern die Puppen tanzen zu lassen wie keine Band vor ihnen und kaum eine danach; die sich angeblich mit Scharen junger Damen vergnügte, Hotelsuiten am laufenden Band zertrümmerte und überhaupt die Mächte der Finsternis anbetete.

Und von denen nun berichtet wurde, dass sie sich mit Pilates frisch halten, ins Sonnenstudio gehen und für ihre Garderoben in der O2-Arena nicht Champagner und Koks sondern Pfefferminztee und Kaffee ohne Koffein geordert haben. Dass sich Jimmy Page, den nicht wenige für einen der besten Gitarristen der Rockmusik überhaupt halten, bei den Proben einen Finger brach, war auch kein gutes Omen.

Magie der ganz großen Wucht

Der Beginn des Abends war eher gruselig. Da spielten Bill Wyman, einst bei den Rolling Stones beschäftigt, und seine Rythm Kings mit allerlei prominenten Gästen wie Paul Rodgers oder Foreigner Bierzelt-Schunkel-Rock der einschläfernden Art. Aber als ziemlich genau um 21 Uhr Led Zeppelin loslegten, kam der Abend doch noch in Fahrt. Genauer gesagt lief erstmal ein Film, der alle Anwesenden daran erinnern sollte, was für legendäre Vögel sie nun bestaunen durften. Als dann die Gentlemen Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und Jason Bonham leibhaftig zu den Instrumenten griffen, machten sie ihrer Legende keine Schande.

Majestätisch ließen sie gut zwei Stunden lang die gruselige Mehrzweckhalle erbeben. Spielten all ihre Klassiker wie "Black Dog", "Whole Lotta Love" und natürlich "Stairway To Heaven". Und es war egal, dass Robert Plant die hohen Töne mit den Jahren abhanden gekommen sind und John Bonhams Sohn Jason nicht ganz die brachiale Kraft des Seniors geerbt hat.

Was die alten Knaben noch immer beherrschen, ist die Magie der ganz großen Wucht, eine Kraft, die ihnen manchmal die Melodie ersetzte, aber bis heute zu Recht noch nachgewachsene Generationen beeindruckt. Auch auf die großen Gesten verstehen sie sich noch wie kaum einer ihrer Konkurrenten, damals wie heute. So wirkt es nicht mal peinlich, wenn Jimmy Page bei "Dazed And Confused" entrückt in einer Pyramide aus grünen Laser-Strahlen seine Gitarre virtuos bearbeitet. Es schien durchaus Euphorie auf der Bühne zu herrschen und die größte Kunst der Musiker bestand eben darin, das Spektakel nicht zu einer öden Nostalgie-Show verkommen zu lassen, sondern energisch zu klingen.

Goldenes Zeitalter der Musik

Immerhin: Sie waren hier zusammengekommen, um ihren alten Mentor Ahmet Ertegun zu ehren, einen König der Musikindustrie, der einst die Plattenfirma Atlantic gründete und im vergangenen Jahr starb. Und so verabschiedeten Led Zeppelin in der vergangenen Nacht eben auch ein goldenes Zeitalter der Musik. Die Sechziger und insbesondere die Siebziger, als sie noch keinen Tee tranken, keine Falten hatten und das Internet noch nicht die Umsätze fraß. Warum der Mythos von Led Zeppelin bis ins neue Jahrtausend Bestand hat, wurde gestern nachdrücklich klar. Nach zwei gloriosen Stunden blieb nur die Frage, ob das nun ein Finale oder ein Neuanfang war. Ob sich die Gerüchte einer Welttournee bestätigen, oder nun alles beerdigt ist.

Zumindest Jimmy Page ließ nach der Show verkünden, dass er und sein Finger erstmal einen Urlaub brauchen.

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02.05.2008 von IsArenas:

Ok, lasset uns diesen Thread am Leben halten. Religiöse Themen machen immer wieder Spaß. Was Ihre Ahnung von Milli Vanilli betrifft, das ist Ihr Problem. Meine "Ahnung" von Led Zeppelin in Bezug auf diesen konkreten [...] mehr...

02.05.2008 von Ty Coon:

IsArenas hat von Led Zep ungefähr soviel Ahnung wie ich von Milli Vanilli. Selten so einen Scheiß gelesen. Nix für ungut. mehr...

02.05.2008 von IsArenas:

Woher wollen Sie das wissen? Waren Sie auf dem Konzert in London? Ich kenne jede Menge Led-Zeppelin-Fans, die in der offenbar von Ihnen gemeinten Zeit noch gar nicht auf der Welt waren. Die können naturgemäß zu [...] mehr...

28.04.2008 von judaspriest: Genau

so isses..wer die zeit bewußt miterlebt weiß eh das die typen die sich heute für 183euronen zzgl flug und übernachtung nach london begeben damals eher selten auf konzerten anzutreffen waren.;-)) mehr...

28.04.2008 von judaspriest: ledzep

das sehe ich ähnlich.hab sie in den 70igern jung+frisch mehrfach erleben dürfen, das reicht hin.. mehr...

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