Von Joachim Kronsbein
Als stilprägender Auftakt für 2008 bietet sich ein Album an, das Witz und Schwermut, Melancholie und Nonchalance aufs Heiterste verbindet: "Café Banlieue" nennt sich die Einspielung, auf der Komponist und Pianist Peter Ludwig, der Geiger Arben Spahiu, Konzertmeister des Bayerischen Staatsorchesters, und Peter Wöpke, Solo-Cellist des Bayerischen Staatsorchesters, eine wunderbar inspirierte Session abhalten.
Tango à trois hat sich die Formation genannt, die argentinischen und europäischen Tango präsentiert, Bossa Nova und beschwingte Ausflüge in den Cooljazz. Das kleine Münchner Label Farao bringt diese kammermusikalische Köstlichkeit heraus.
Seit einiger Zeit ist Peter Ludig, der schon seit 30 Jahren dem Tango verfallen ist, in wechselnden Formationen quasi als Tango-Spieler vom Dienst dem rührigen Hause segensreich verbunden. 1983 gründetet Ludwig das Ensemble "Tango Mortale", ein Duo mit der Cellistin Anja Lechner, das in den neunziger Jahren im In- und Ausland berühmt wurde. Drei CDs sind so entstanden (eine mit dem Geiger Andreas Reiner).
Für "Café Banlieue" hat sich Ludwig eine neue Besetzung gesucht, wohl auch weil er das musikalische Spektrum erweitert hat. Beides tut dem Album gut. Es klingt frisch, fröhlich und der Schwermut ist von lebenskluger Gelassenheit. Genau die richtige Mischung, um sich noch einmal gründlich zu überlegen, ob es mit den guten Vorsätzen zum neuen Jahr wirklich sein muss. Es geht, man sieht es ja jedes Jahr aufs Neue, auch ohne.
CD Café Banlieue: "Tango à Trois" mit Arben Spahiu, Peter Wöpke, Peter Ludwig (Farao Classics).
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