London - Der Sänger werde sein nächstes Album zurückhalten, erklärte Williams Manager Tim Clark am Freitag in der "Times". Damit wolle Williams gegen Entlassungen und die Kürzung des Marketingbudgets bei dem englischen Plattenriesen EMI protestieren.
Der schlingernde Traditionskonzern EMI war im vergangenen Jahr samt Schulden von dem Private-Equity-Unternehmen Terra Firma für rund vier Milliarden Pfund gekauft worden (etwa 5,3 Milliarden Euro). Terra-Chef Guy Hands, der nun auch an der Spitze von EMI steht, benehme sich wie ein "Plantagenbesitzer", polterte Clark. Hands verstehe nichts vom Musikgeschäft und habe sich mit EMI nur den Glanz von Prominenten erkaufen wollen, während er wichtige Mitarbeiter auf die Straße setze.
Private-Equity-Gesellschaften wie Terra Firma stehen wie die bekannteren Hedge-Fonds ("Heuschrecken") in dem Ruf, gekaufte Unternehmen auf Kosten der Mitarbeiter bis auf den letzten Cent auszupressen. Hands sieht sich wohl auch angesichts rapide sinkender CD-Verkäufe zu einem rigorosen Sparkurs gezwungen. Der neue Label-Besitzer will nach eigenen Angaben bis 2012 die Ausgaben für das Marketing der Stars um 28 Millionen Pfund kürzen (rund 37 Millionen Euro). 2008 sei auch ein Stellenabbau unter den weltweit 5500 Beschäftigten wahrscheinlich, hieß es.
Im vergangenen Jahr hatte EMI bereits die Abgänge von Paul McCartney und Radiohead zu verkraften. Die Indie-Band veröffentlichte ihr neues Album "In Rainbows" zuerst im Internet, später dann als CD auf einem kleinen Label. Robbie Williams wolle nun dem Beispiel von Radiohead folgen und vorerst B-Seiten online anbieten, heißt es in der "Times".
Der Ex-Take-That-Mann hat über EMI bislang rund 70 Millionen Kopien seiner Alben verkauft. Eigentlich sollte er im September einen neuen Longplayer vorlegen. Erst zu Wochenbeginn hatte Williams allerdings auf seiner Internet-Seite erklärt, er wolle kürzer treten: "Es wird wohl in diesem Jahr kein richtiges Album geben und definitiv keine Tour. Die letzte hat mich fast umgebracht." Erst 2009 werde ein neues Album folgen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt von einem Protest gegen EMI noch keine Rede gewesen.
cc/dpa
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