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26.02.2008
 

New Yorker Philharmoniker

"Ein Amerikaner in Pjöngjang"

Auftakt zum Dialog? Die New Yorker Philharmoniker gaben das erste Konzert eines US-Orchesters in Nordkorea und wecken damit Hoffnungen, das abgeschottete Land werde sich zukünftig öffnen - auch wenn Diktator Kim Jong Il dem Auftritt fern blieb.

Pjöngjang - Die 1500 geladenen Gäste im Großen Theater in Pjöngjang haben am Dienstagabend eine Weltpremiere erlebt: Die New Yorker Philharmoniker spielten in Nordkoreas Hauptstadt und die Zuschauer hätten den Auftritt "begeistert gefeiert", wie westliche Journalisten registrierten.

Dirigent Maazel: Historischer Auftritt in Pjöngjang
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REUTERS

Dirigent Maazel: Historischer Auftritt in Pjöngjang

Es war der erste Auftritt eines US-Orchester in dem kommunistischen Land überhaupt - und die größte Gruppe von Amerikanern, die seit dem Korea-Krieg (1950-53) Nordkorea betreten hat. Damals kämpften die USA an der Seite Südkoreas. Zur Delegation gehörten etwa 300 US-Bürger, darunter 106 Musiker.

Unter Leitung von Chefdirigent Lorin Maazel spielte das New Yorker Ensemble symbolträchtige Stücke wie die Neunte Symphonie "Aus der Neuen Welt" von Antonin Dvorák und George Gershwins "Ein Amerikaner in Paris". Bei der Ankündigung des Gershwin-Hits sagte Maazel, vielleicht werde eines Tages das Stück geschrieben: "Ein Amerikaner in Pjöngjang".

Zum Auftakt des im nord- und südkoreanischen Fernsehen live übertragenen Konzerts ertönten die Nationalhymnen beider Länder. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il blieb dem Auftritt fern.

Dem Besuch der Philharmoniker in Nordkorea wurde vor dem Hintergrund der schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang weltweit große Aufmerksamkeit gewidmet. Der Auftritt war der erste bedeutende kulturelle Kontakt zwischen beiden Ländern.

Mit der gemeinsamen Vereinbarung zum Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms war im vergangenen Jahr der Grundstein für die Verbesserung der Beziehungen gelegt worden. Die Verhandlungen waren allerdings zuletzt ins Stocken geraten. Beide Länder haben keine formellen diplomatischen Beziehungen.

Die Reise des Orchesters, die auf Einladung Nordkoreas zustande gekommen ist, wurde von der Regierung in Washington ausdrücklich unterstützt. Allerdings hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice zuvor betont, sie wolle die Auswirkungen des Konzerts nicht überbewerten.

Bei einem Besuch in Peking rief sie am Dienstag China dazu auf, im Atomstreit mit Nordkorea Druck auf seinen Verbündeten auszuüben. China müsse seinen Einfluss nutzen, um Pjöngjang zu bewegen, sein Atomprogramm vollständig offenzulegen.

cc/dpa

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