Frankfurt/Main - Der am 24. Dezember 1931 in Buenos Aires geborene Kagel zählte zu den wichtigsten und profiliertesten Komponisten der zeitgenössischen Musik. Sein Name ist vor allem mit dem Musiktheater verbunden, auf das er einen tiefgreifenden Einfluss nahm. Er schuf nicht nur Bühnen-, Orchester- und Kammermusikwerke, sondern schrieb seine Musik auch für Filme und Hörspiele.
Das Werk dieses multimedialen Künstlers zeichnete sich vor allem durch Phantasie, Originalität und einen ausgeprägten Sinn für Humor aus. Kagel galt als einer der Hauptvertreter des sogenannten instrumentalen Theaters, das auch alle sichtbaren Begleiterscheinungen des Musizierens, also Gesten und Grimassen, ins Spiel einbezieht.
Die Arbeit Kagels wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. Er erhielt unter anderem den Erasmus-Preis (1998), den Ernst von Siemens Musikpreis 2000, den Großen Rheinischen Kunstpreis (2002). 2007 wurde er von der Universität Siegen zum Ehrendoktor ernannt.
Kagel wurde 1931 in Argentinien als Sohn einer jüdischen, deutsch-russischen Familien geboren, die in den zwanziger Jahren vor den Pogromen aus Russland geflohen war. Im Selbststudium und durch privaten Unterricht erlernte er mehrere Instrumente und studierte an der Universität von Buenos Aires Literaturwissenschaften und Philosophie, nachdem ihm der Zugang zum Konservatorium verwehrt worden war. Auch als Komponist war Kagel Autodidakt.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen das Bühnenspiel "Der Schall" (1968) und das Orchesterwerk "Ludwig van" (1969).
Nach Angaben seines Verlages C.F. Peters ist Mauricio Kagel am Donnerstag im Alter von 76 Jahren in Köln gestorben.
bor/dpa
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