Von Christoph Dallach
Was gab es nicht alles in den vergangenen Jahren der volldigitalisierten Unterhaltungs-Branche an modernen Tonträgern, die die altbackene Vinyl-Schallplatte überrunden sollten: Compact-Discs (CDs), Mini-Discs (MDs), Digital-Audio-Tapes (DATs), Memory Sticks, DVD-Audio und Super-Audio-Compact-Discs (SACDs)!
Viele tolle Erfindungen, die dann doch dummerweise auf der Strecke blieben. Was auch daran liegt, dass Tonträger mittlerweile so vom Aussterben bedroht sind wie einst die Dinosaurier.
So hat die große amerikanische Plattenfirma Atlantic (Led Zeppelin, Ray Charles) gerade als erste der Branche vermeldet, dass sie mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit digitalen Downloads macht!
Dagegen steht die gute alte Vinylschallplatte immer noch erstaunlich robust da. Dabei ist sie unhandlich, nimmt viel Platz weg und knistert, wenn man sie nicht sorgsam pflegt. Aber sie ist auch ein schönes, edles Artefakt und - darum geht es ja letztendlich - klingt eben doch besser als alle ihre Konkurrenten.
Weil sich diese Erkenntnis durchsetzt, kommt die Vinylindustrie wieder in Fahrt: Fast alle wichtigen Veröffentlichungen sind auch als Vinyledition zu haben, jeder Elektro-Großmarkt richtet wieder Plattenecken ein, und auch die Produktion von Plattenspielern nimmt wieder deutlich zu.
Alte Schallplatten sind gefragt wie nie zuvor, weil sie nicht nur zur Nostalgie taugen, sondern auch als gegen Dax-Schwankungen resistente Wertanlage. Originalpressungen, die Hunderte bis Tausende Euro bringen, sind keine Seltenheit, und auf manchem Dachboden schlummert ein Vermögen!
Zur präzisen Bestimmung der schwarzen Schätze gibt es nun ein fulminantes, bleischweres Fachbuch: In "Labelkunde Vinyl" hat der Autor Frank Wonneberg auf mehr als fünfhundert aufwendig bebilderten Seiten die Labels, also die runden Firmen-Aufkleber rund um das kleine Loch, katalogisiert und analysiert.
Was auf den ersten Blick wie ein Briefmarkenkatalog ausschaut, ist ein wahnwitziges und einzigartiges Standardwerk für Vinylspezialisten und Sammler. Ein Lexikon, mit dem man rauskriegen kann, ob die gut erhaltene Beatles-Platte den Gegenwert eines Kleinwagens hat - oder doch nur eine läppische Nachpressung ist.
Dass die großen Plattenfirmen die Bedeutung von Vinyl wiederentdecken, belegen auch die rührenden "Vinyl-Replika"-CD-Editionen. Sie sind wie ihre analogen, großformatigen Vorgänger aufgemacht, also in Papphüllen mit mikroskopisch kleinen Beilagen (Poster/Texte etc.), und sie werden gerne in Japan hergestellt und verkauft. Gerade erschienen sind zum Beispiel feine Vinyl-CD-Neuausgaben von Björks "Debut", Bob Marleys "Exodus" oder "Pornography" von The Cure.
Nur schade, dass die nicht knistern.
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Wie kommen Sie denn darauf? Es ist doch offensichtlich, dass der Herr von analoger Musikreproduktion nichts hält. Wieso sollte er dann viel Geld in einen, der Qualität seiner Kopfhörer angepassten, Plattenspieler investieren? [...] mehr...
Yo wird gemacht! Der hat allerdings ander Sorgen. Er muss ständig mit den Glöckchen bimmeln. Und das geht auf Dauer verdammt in die Arme, ich schwör !! mehr...
eigentlich ging es doch um die mögliche wertsteigerung von schallplatten, oder? vielleicht stellt das sammeln eine gute möglichkeit dar, auch musikgeschichtliche aspekte in erinnerung zu behalten. z.b. wie in den 50er und 60er [...] mehr...
Esoterischer Mumpitz. Schönen Gruß an den Weihnachtsmann, wenn ihr ihn seht! mehr...
Schon gut, die niedrigen Bitraten hab ich nur genannt damit die etwas simpleren Charaktere unter uns das auch hörend nachvollziehen könnten wenn sie wollten. Ich bin Wissenschaftler und verteufeln tue ich überhaupt nichts. [...] mehr...
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