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04.12.2008
 

Musikpreis-Nominierungen

Lil Wayne auf Grammy-Kurs

Der Grammy bleibt in Rapper-Hand: Südstaaten-HipHopper Lil Wayne ("Lollipop") hat gute Chancen, bei der Verleihung der US-Musikpreise im Februar die meisten Grammys abzuräumen. Zu den Nominierten gehört auch die deutsche Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa.

Los Angeles - Der Rapper und die Rocker: HipHop-Star Lil Wayne und die britische Band Coldplay gehen mit den meisten Nominierungen in das Rennen um die wichtigsten Auszeichnungen der US-Musikindustrie. Lil Wayne, der mit seinem Album "Tha Carter III" in diesem Jahr als einziger Künstler in der ersten Woche eine Million Tonträger verkaufen konnte, hat gute Chancen, insgesamt acht der goldenen Grammophon-Statuen abzuräumen, wenn die Grammys am 8. Februar 2009 verliehen werden.

Rapper Lil Wayne: Mit acht Nominierungen auf Grammy-Kurs
Universal Music 2008

Rapper Lil Wayne: Mit acht Nominierungen auf Grammy-Kurs

Coldplay haben mit ihrem neuen Album "Viva La Vida" sieben Nominierungen ergattern können, die HipHop-Stars Jay-Z, Ne-Yo und Kanye West folgen mit jeweils sechs Nominierungen, allerdings tauchen Jay-Z und West vor allem als Mitkomponisten und Gast-Interpreten auf.

Für den Titel des "Albums des Jahres" bewerben sich neben Wayne und Coldplay auch Radiohead mit dem zunächst nur im Internet vertriebenen Album "In Rainbows", Ne-Yo mit "Year of the Gentleman" sowie "Raising Sand", die Zusammenarbeit zwischen Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant und Bluegrass-Star Alison Krauss. Das Duo hat mit "Please Read The Letter" auch Chancen auf den Grammy für die beste Aufnahme des Jahres. Konkurrenten in dieser Königskategorie sind unter anderem Leona Lewis mit ihrer Debüt-Single "Bleeding Love", die britische Newcomerin Adele mit "Chasing Pavements" und M.I.A. mit "Paper Planes".

Überraschenderweise nicht in den wichtigeren Kategorien nominiert wurde Newcomerin Katy Perry, die mit "I Kissed A Girl" einen der größten US-Hits des Jahres feiern konnte. Perry muss sich mit einer Nominierung in der Kategorie beste weibliche Pop-Darbietung begnügen. Sie freute sich trotzdem: "Ich kann's nicht fassen, dieses Jahre werde ich die Grammys nicht in meinen Jammies (Pyjama, d. Red.) verfolgen!"

Zum besten Newcomer-Act könnten die Jonas Brothers gekürt werden, die Disney-Geschöpfe haben allerdings starke Konkurrenz von der walisischen Sängerin Duffy und der Britin Adele sowie von Singer-Songwriterin Jazmine Sullivan und der Country-Band Lady Antebellum.

Wie in beinahe jedem Jahr sind auch deutsche Künstler nominiert: Die Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa (Vokal-Album "Im wunderschönen Monat Mai") sowie der Berliner Rundfunkchor und die Philharmoniker unter Sir Simon Rattle konnten Nennungen verbuchen. Sogar mit doppelten Chancen geht der Jazzkomponist Chris Walden ins Rennen. Der Bariton Christian Gerhaher könnte einen Grammy anteilig gewinnen, ebenso der lyrische Tenor Robert Wörle und die Tonmeisterin Renate Wolter-Seevers von Radio Bremen. Mit der WDR Big Band & Rundfunk Orchester ist diesmal allerdings nur ein deutsches Orchester nominiert.

Auch der Jazz-Star Till Brönner konnte eine weitere Grammy-Nominierung für sich verbuchen. Er wurde für sein Solo auf dem Album "The Standard" der US-Vokalgruppe Take 6 in der Kategorie "Jazz-Instrumental-Solo" nominiert. Mitbewerber in seiner Kategorie sind Terence Blanchard, Gary Burton & Chick Corea, Pat Matheny und James Moody.

Erstmals in der mehr als 50-jährigen Geschichte der Grammys wurde ein Teil der Nominierungen bei einem einstündigen Livekonzert in Los Angeles bekanntgegeben und vom US-Fernsehsender CBS übertragen. Musikalische Begleitung lieferten unter anderem Mariah Carey, Celine Dion, Christina Aguilera und die Foo Fighters. John Mayer und Blues-Legende B.B. King traten mit einer gemeinsamen Version von Kings "Let The Good Times Roll" auf. Die Show moderierten Country-Nachwuchsstar Taylor Swift, 18, und Rapper LL Cool J.

Die Grammys werden von der Organisation der amerikanischen Musikindustrie in 110 Kategorien verliehen. Bei der diesjährigen Grammy-Vergabe im vergangenen Februar wurde die britische Popsängerin Amy Winehouse mit fünf Trophäen zur großen Gewinnerin des Abends. US-Rapper Kanye West, der mit acht Nominierungen als Top-Favorit angetreten war, konnte immerhin vier Preise ergattern.

bor/AP/dpa

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