Berlin - Die Bundeskanzlerin soll staatliche Hilfen für Opel kürzlich mit der Begründung abgelehnt haben, der Autobauer sei "nicht systemrelevant" - was würde sie erst zur Klingeltonkrise sagen?
Popstar Rihanna: Auch als Klingelton wahrscheinlich ein Hit
Dabei sind Bimmeltöne für Teenager durchaus das, was ein Politiker systemrelevant nennen würden, wenn nicht noch mehr: Sie sind so identitätsstiftend, wie es früher der Besitz der richtigen Langspielplatte war. Für alle anderen Bevölkerungsgruppen dagegen sind sie so hassenswert wie einstmals das Thrashmetal-Dröhnen aus einem überlaut gedrehten Walkman: der Inbegriff akustischer Umweltverschmutzung.
Der Langspielplatten-Verkauf übrigens, auch das hat der Bundesverband Musikindustrie bekanntgegeben, ist kräftig gestiegen - wenn auch auf einem Niveau, für das in den achtziger Jahren noch ein einziges Tina-Turner-Album genügt hätte: von 700.000 auf 900.000 Stück im Jahr. Der Verkauf von CD-Alben dagegen ging 2008 um 3,4 Millionen Stück auf 145,1 Millionen zurück.
Insgesamt brachen die Einnahmen aus dem, wie es so nüchtern heißt, "Verkauf von Musikprodukten" im Vergleich zu 2007 um 4,7 Prozent ein. Die Musikindustrie, leidgeprüft seit fast zehn Jahren und somit fast allen anderen Branchen des Landes an Krisenerfahrung überlegen, ist dennoch zufrieden. In den meisten anderen Staaten habe es zweistellige Umsatzrückgänge gegeben.
Was aber wird aus den Klingeltönen? Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch der Klingeltonhändler Jamba um einem staatlichen Rettungsschirm bittet - mit Verweis auf die Jungwähler. Begleitet würde diese Bitte, wie sollte es anders sein, von einem Klingelton. Dem Hit von Rihanna: "You can stand under my umbrella."
sha/ddp
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