Hannover - Nach dem enttäuschenden 20. Platz für Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in Moskau will die ARD das Prozedere für die nationale Vorauswahl verändern. Man werde "im kommenden Jahr radikal neu denken müssen", sagte der Koordinator Unterhaltung, Thomas Schreiber, der "Neuen Presse". Ob der Vorentscheid zurückkehre oder es ein Casting mit mehreren Folgen geben werde, wollte Schreiber noch nicht sagen.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ist eine Kooperation zwischen dem federführenden NDR und Pro Sieben im Gespräch. Der Vorschlag solle auf der Konferenz der Programmdirektoren am Montag in Köln diskutiert werden. Derzeit zeigt Pro Sieben einen eigenen Wettbewerb: Stefan Raabs Bundesvision Song Contest.
"Sobald wir können, werden wir die Änderungen bekanntgeben", kündigte Schreiber in der "Neuen Presse" an. Zunächst müssten aber noch "die letzten Details geklärt werden".
Das Ergebnis des deutschen Duos Alex Swings, Oscar Sings sei "nicht das, was wir uns erhofft hatten", sagte der ARD-Unterhaltungskoordinator weiter. Er könne sich das schlechte Abschneiden der deutschen Starter noch nicht erklären. Ihm sei aber aufgefallen, "dass in diesem Jahr die Titel der Unschuld gewonnen haben", Norwegen und Island etwa: "Sie kamen authentisch herüber." Vordergründiges wie der Auftritt der Ukrainerin dagegen, die sich lasziv in einem metallenen Rad geräkelt hatte, seien "abgestraft worden", sagte Schreiber.
Deutschlands Beitrag "Miss Kiss Kiss Bang" von Alex Swings, Oscar Sings enttäuschte auf dem 20. Platz von 25 Teilnehmern. Mit nur 35 Punkten verpasste das deutsche Duo klar sein eigenes Ziel, einen Platz unter den besten zehn zu erreichen. Daran konnte auch die extra für die Show engagierte US-Stripperin Dita von Teese nichts ändern.
Immerhin wiederholte sich nicht die Pleite des vergangenen Jahres: In Belgrad hatten die No Angels den letzten Platz erreicht. Danach hatten Deutschlands Grand-Prix-Macher das Verfahren zur Vorauswahl verändert: Nicht mehr das TV-Publikum bestimmte per Televoting den deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest 2009, sondern eine Jury.
Die TV-Zuschauer hatten in den Jahren zuvor auch immer wieder Jux-Musikanten wie Guildo Horn und Stefan Raab zur europäischen Pop-Schlager-Meisterschaft geschickt. Damit sollte Schluss sein. Bereits 1993 war hierzulande die öffentliche Abstimmung über den Grand-Prix-Teilnehmer vorübergehend abgeschafft und dann erst 1996 wieder eingeführt worden.
Deutschland hat erst ein einziges Mal den Grand Prix gewonnen: Mit Nicole und "Ein bisschen Frieden" im Jahre 1982.
Den diesjährigen Eurovision Song Contest hat Norwegen mit einem Punkterekord gewonnen. Alexander Rybak setzte sich mit dem von ihm geschriebenen und gesungenen Lied "Fairytale" durch. Der in Weißrussland geborene 23-Jährige holte in mehr als der Hälfte der 42 an dem Wettbewerb beteiligten Länder die maximal zwölf möglichen Punkte und kam am Ende auf 387 Punkte.
| Grand Prix 2009: Alle Länder, alle Punkte | ||||
| Platz | Land | Interpret | Lied | Punkte |
| 1 | Norwegen | Alexander Rybak | "Fairytale" | 387 |
| 2 | Island | Yohanna | "Is It True?" | 218 |
| 3 | Aserbaidschan | AySel & Arash | "Always" | 207 |
| 4 | Türkei | Hadise | "Düm tek tek" | 177 |
| 5 | Großbritannien | Jade Ewen | "My Time" | 173 |
| 6 | Estland | Urban Symphony | "Rändajad" | 129 |
| 7 | Griechenland | Sakis Rouvas | "This Is Our Night" | 120 |
| 8 | Frankreich | Patricia Kaas | "Et s'il fallait le faire" | 107 |
| 9 | Bosnien-Herzegowina | Regina | "Bistra Voda" | 106 |
| 10 | Armenien | Inga & Anush | "Jan Jan" | 92 |
| 11 | Russland | Anastasija Prichodko | "Mamo" | 91 |
| 12 | Ukraine | Svetlana Loboda | "Be My Valentine" | 76 |
| 13 | Dänemark | Brinck | "Believe Again" | 74 |
| 14 | Moldau | Nelly Ciobanu | "Hora Din Moldova" | 69 |
| 15 | Portugal | Flor-de-Lis | "Todas As Ruas Do Amor" | 57 |
| 16 | Israel | Noa & Mira Awad | "There Must Be Another Way" | 53 |
| 17 | Albanien | Kejsi Tola | "Carry Me In Your Dreams" | 48 |
| 18 | Kroatien | Igor Cukrov feat. Andrea | "Lijepa Tena" | 45 |
| 19 | Rumänien | Elena | "The Balkan Girls" | 40 |
| 20 | Deutschland | Alex Swings, Oscar Sings! | "Miss Kiss Kiss Bang" | 35 |
| 21 | Schweden | Malena Ernman | "La voix" | 33 |
| 22 | Malta | Chiara | "What If We" | 31 |
| 23 | Litauen | Sasha Son | "Love" | 23 |
| 24 | Spanien | Soraya | "La noche es para mí" | 23 |
| 25 | Finnland | Waldo's People | "Lose Control" | 22 |
| Quelle: eurovision.ndr.de | ||||
siu/dpa
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Der norwegische Gewinner-Song ist auf den Platz 4 in die deutschen Charts eingestiegen. Das hat es schon sehr lange nicht gegeben, daß ein ESC-Gewinner-Song in die Top5 kommt. mehr...
Das sehen die Beteiligten aber anders. Es muss irgendwie an den ganzen anderen Ländern gelgen haben, die daran teilnahmen. ---Zitat--- Deutschland hat ebend keine Komponisten mehr. ---Zitatende--- Doch, die haben wir. Es ist [...] mehr...
Weil eine Stripperin und ein armseeliger Song nichts anderes verdient haben. Deutschland hat ebend keine Komponisten mehr. Nur noch Nachahmer und das reicht nicht. mehr...
Echt? Ich wusste gar nicht, dass er so viel Zeit hat, während seiner Tour nebenbei jobben zu gehen. Ach, die Weltwirtschaftskrise verschont auch niemanden. ;) mehr...
Ja, Edna Bejarano. Sehr sehr cool. Aber ich hab gerade einen Hinweis gefunden für die Connection: nämlich, daß diese Single von Wonderland 1968 http://www.youtube.com/watch?v=BKa8HPPwgPY tatsächlich von James Last [...] mehr...
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