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29.05.2009
 

Shanty-Compilation

Das kann doch ein Seemannslied nicht erschüttern

Von Christoph Dallach

Hunderttausend heulende Höllenhunde sind nichts dagegen. Die CD "Bis ans Ende der Welt" bietet maritime Klassiker, aufgenommen von deutschen Popstars. Bei einem fragt man sich gar: Warum nur hat er seine Karriere versenkt?

Spätestens seit echte Piraten wieder die Weltmeere unsicher machen, erscheint die Seefahrt auch Landratten wieder spannend. Das Star-Potential von Freibeutern führt schon seit Jahren Johnny Depp vor, der sich für seine Auftritte in den "Fluch der Karibik"-Filmen von der Körpersprache des Stones-Gitarristen Keith Richards inspirieren ließ. Obendrein hatte der Hobby-Rocker Depp die Idee, Größen wie Nick Cave, Bryan Ferry und Lou Reed mal Piraten- und Seemanns-Lieder trällern zu lassen: für das Album "Rogues Gallery".

Eine Art deutscher Antwort bietet das Projekt namens "Captain's Club", bei dem Landratten wie Laith Al-Deen, Max Mutzke, Nena, Jan Plewka und Kim Frank allerlei maritimes Liedgut zum besten geben. Aus dem Album "Bis ans Ende der Welt" ist soeben die gleichnamige Single ausgekoppelt worden, auf der Ole Soul und die Captain's Club Allstars die Magie des Fernwehs besingen.

Die Idee, junge Musiker alte Seemanns-Mythen hochleben zu lassen, hatte die Hamburgerin Stephanie Rohwer, Chefin der passend betitelten Agentur "Frischer Fisch Vermittlung". Es sei darum gegangen, Gefühle wie Fernweh und Heimweh einzufangen, sagt Rohwer. "Musiker sind wie Seeleute: Sie wollen raus in die Welt, aber wenn sie dann erstmal unterwegs sind, packt sie meist das große Heimweh."

So haben sich die ausgewählten Kandidaten über allerlei Shantys, modern und antik, hergemacht. Was mal mehr, mal weniger gelang, aber oft sehr amüsant ist. Laith Al-Deen übernahm korrekt den von Gunter Gabriel eingedeutschen Oldie "500 Miles (Away from Home)", die unvermeidliche Nena absolviert routiniert den schönen Freddy-Quinn-Klassiker "Seemann, lass das träumen" und die Nachwuchs-Knaben, die sich Paulsrekorder nennen, dröhnen lustig: "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern!"

Für Glanz sorgt der ehemalige Echt-Sänger Kim Frank mit einer spannenden Darbietung des steinalten Hans-Albers-Hits "Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht", die einen rätseln lässt, warum seine Karriere bloß abgesoffen ist.

Egal, die Reise geht weiter! Ahoi!


CD Captain's Club: "Bis ans Ende der Welt" (Ferryhouse/Warner)

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