Von Thomas Winkler
Bernd Schweinar kann das verstehen. Die Gema, sagt er, sei "wie ein Tanker, der auch nicht plötzlich eine scharfe Kurve schlagen kann". Schweinar arbeitet für das "Rock.Büro Süd". Das sitzt in einem Schloss im oberpfälzischen Alteglofsheim und dort melden sich immer wieder verzweifelte Veranstalter und suchen Rat, Aufklärung und Hilfe im bürokratischen Dickicht. Zu Recht, findet Schweinar: "Der bürokratische Aufwand ist enorm, und wir sagen der Gema schon lange, sie solle sich bewegen, aber das ist in Jahrzehnten gewachsen." Meistens könne man den Betroffenen helfen, die Gema lasse im Zweifelsfall mit sich reden. Grundsätzlich aber leide der Verwertungsriese an fehlender Transparenz und an Kommunikationsdefiziten: "Dieser Dschungel, der gehört gelichtet."
Die Petition unterstützt er trotzdem nicht. "Viel zu schwammig" sei die formuliert. Mit dieser Haltung hat er sich im Petitionsforum Feinde gemacht, die ihn als Büttel oder gar Agent Provocateur der Gema schmähen. Schweinar stattdessen diagnostiziert "ausuferndes Halbwissen und zu viele Emotionen" in der Diskussion.
Damit hat er sicherlich Recht. Tatsache aber ist auch, dass die Zusammenhänge weitgehend unübersichtlich sind. In der Folge fühlt sich jeder übervorteilt. Einige Veranstalter führen ins Felde, dass die Gema ihre Tarife zum Teil um bis zu 600 Prozent erhöhen will. Auch deshalb geht die Angst um in der Branche. Die 600 Prozent schwirren wie ein Irrläufer durch die Diskussionen. Dabei bleiben die Abgaben für die Kleinstveranstalter stabil. Die in Einzelfällen saftigen Erhöhungen betreffen vornehmlich die größeren Veranstalter mit Konzerten mit mehr als 3000 Zuschauern. Die haben bislang aufgrund von Rabatten und Sonderabsprachen prozentual bislang weniger für die Aufführungsrechte bezahlt als die kleinen.
Nun beklagen der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (IDKV) und der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKV) Wucher und eine "maßlose Politik". Die Tarifverhandlungen der Verbände und der Gema scheiterten, aktuell liegt die Auseinandersetzung vor einem Schiedsgericht. Nun aber benutzen die Verbände, da sind sich Müller, Schweinar und Bestle ausnahmsweise mal einig, die Petition, um generell Stimmung gegen die Tarifreform zu machen, die eigentlich größere Gerechtigkeit herstellen sollte.
Perspektivisch aber, das ist offiziell verkündete Linie der Gema, will die Verwertungsgesellschaft demnächst tatsächlich zunehmend am Live-Geschäft profitieren. Durch den Einbruch des Tonträgermarktes sinken auch die Einnahmen der Gema, während im Live-Geschäft die Umsätze zu steigen scheinen. Deshalb will die Gema nicht nur ihren Anteil von den Eintrittspreisen einfordern, sondern auch am Merchandising-Umsatz und an Sponsoren-Einnahmen beteiligt werden. Dies sei, so Gema-Sprecherin Müller, "im europäischen Ausland längst gang und gäbe".
Jenseits der Petition und ihrer möglichen rechtlichen Folgen aber droht der Gema allein schon durch die emotionalisierte Debatte weiteres Ungemach. Denn immer mehr Kulturschaffende beginnen, sich von der Gema zu verabschieden. Einer von ihnen ist Frank Klein. Der betreibt unter dem Namen Nocturnal Empire ein kleines Metal-Label und veranstaltet in Erfurt ungefähr einmal im Monat ein Konzert, zu dem selten mehr als hundert zahlende Besucher kommen.
Klein hat sich ausgerechnet, dass pro Veranstaltung "10 bis 15 Leute mehr kommen müssten, nur damit ich die Gema finanzieren kann". Seine Konsequenz: Er lässt nur noch Bands auftreten, die vollständig eigenes Material spielen, dessen Verwertungsrechte sie zudem nicht an die Gema abgetreten haben. So kann Klein den Bands mehr zahlen und spart sich selbst "den scheiß Papierwirrwarr". Die Gema schicke ihm aber trotzdem tapfer nach jedem Konzert wieder eine Rechnung, gegen die er Widerspruch einlegen muss.
Bernd Schweinar vom "Rock.Büro Süd" findet es richtig, dass Musiker sich der Gema nicht bedingungslos ausliefern: "Wir sagen allen Musikern, dass sie nicht gezwungen sind, alle ihre Rechte an die Gema abzutreten. Wir sagen: Geht nur in die Gema, wenn es euch was bringt." Dazu allerdings müssten sich die Musiker mit Verträgen, Zahlen und Paragrafen auseinandersetzen. Und das ist vielen ein Graus. Der Künstler neigt da eher zur Kreativität. Und manchmal setzt er sie eben ein für phantasievolle Beschimpfungen im Internet.
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WIe ich z B in Ebay Foren lesen konnte, ist es durch freundlichen Unterstützungt dieses m.N. völlig einseitigen Gesetzes möglich , dass- wie z B in einem Fall nicht auszuschließen ist, wo z.B ein rechtsanwalt, der die [...] mehr...
Ja. ich habe mir sagen lassen dass die Gema u A die Gebühren für jegliche Art öffentlicher Vorführungen so weit erhöht hat dass selbst veranstalter kleinerer Events nun Eintrittspreise verlangen müssen, die weit über dem lägen [...] mehr...
[QUOTE=Kira_meint;4017098]2.Teil Also: Entweder ordentliche Mitglieder erhalten Tantiemen, die sie nicht erarbeitet haben also nicht gehören, da Einnahmen durch ein Heer kleinerer außerordentlicher Mitglieder. Das wäre dann wohl [...] mehr...
2.Teil Zitat kegi...Anlässlich der Jahrespressekonferenz der GEMA präsentierte der Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Heker im Berliner Hauptstadtbüro die wichtigsten Daten des Geschäftsberichts 2008. Der Gesamtertrag der GEMA [...] mehr...
[QUOTE=kegi;4013567] ... Wer bekommt wie viel Tantiemen? 2006 bekamen die Ordentlichen Mitglieder (ca. 5% der Gesamtmitgliedschaft) 67,62% der Tantiemen Außerordentlichen Mitglieder (ca. 10% der Gesamtmitgliedschaft) 6,27% der [...] mehr...
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