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11.10.2009
 

Rap-Megastar Jay-Z

"Geld ist ein Persönlichkeitsverstärker"

Rap-Star Jay-Z: "Wir machen weiter"
Fotos
Perou / Camera Press / Retna

HipHop-Superstar, Plattenproduzent, Top-Unternehmer: Jay-Z gehört zu den Giganten im Popgeschäft. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE sagt er, was Rapper mit Wallstreet-Bankern gemeinsam haben, und erklärt, warum eine Krieger-Mentalität lebensnotwendig ist.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben als Rapper angefangen, heute haben Sie außerdem noch Anteile an einem Basketballteam, bestimmen den Kurs einer Kleidungsfirma, betreiben eine Kette von Bars. Was ist für Sie der Unterschied zwischen dem Schreiben eines Songs und der Herstellung eines Hemds?

Jay-Z: Es ist beides Teil der gleichen Kultur. In der Mode gelten die gleichen Gesetze wie in der Musik. Das Hemd muss genau wie der Song überzeugend eine Haltung vermitteln. Das ist gar nicht so einfach: die Käuferin, die die Kleiderstange entlang geht, muss das ja fühlen. Wenn sie das nicht tut, wird sie nicht wiederkommen.

SPIEGEL ONLINE: Wie macht man das?

Jay-Z: Der Teufel steckt im Detail. Der einfachste Weg ist, seinen Namen draufzuschreiben: Hier mein Name, kauf es! Das lehne ich ab. In den ersten Jahren von Rocawear...

SPIEGEL ONLINE: ... der Klamottenfirma, die Sie begründet haben...

Jay-Z: ... bin ich nicht mal in den Anzeigen aufgetaucht. Ich wollte, dass die Sachen gekauft werden, weil es gute Produkte sind, nicht weil ich im Bild bin. Mittlerweile schreiben wir oft nicht mal mehr den Namen auf die Hemden. Das Produkt soll für sich selbst sprechen.

SPIEGEL ONLINE: Für Ihr neues Album "The Blueprint 3" haben Sie eine neue Version von "Forever Young" aufgenommen. "The Blueprint 3" ist Ihr 17. Album. Kann man mit HipHop älter werden?

Jay-Z: HipHop ist im ganzen noch ziemlich jung. Es gibt keine Vorbilder, wie man im HipHop älter werden kann. Es gibt schlicht niemanden, der lange genug wichtig geblieben ist und der vormachen könnte, wie es geht. Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe von Künstlern, die einmal bedeutend waren und noch dabei sind, neue Platten herauszubringen. Aber die spielen nicht mehr in der ersten Reihe. HipHop ist immer noch ein Sport für junge Männer. Wenn wir wollen, dass das Genre wächst, müssen wir es allerdings thematisch wachsen lassen. Viele Leute, die HipHop lieben, haben diese Musik irgendwann satt, weil sie ihnen nichts mehr zu erzählen hat.

SPIEGEL ONLINE: In den letzten 20 Jahren hat HipHop im Wesentlichen von Reichtum gehandelt und davon, diesen zu zeigen. Wird die Finanzkrise Folgen für HipHop haben?

Jay-Z: Zuerst mal: Nicht der ganze HipHop handelte von Reichtum. Es gab immer schon Künstler, die sich mit anderen Themen beschäftigt haben. Backpacker-HipHop nannte sich das in den vergangenen Jahren. Außerdem: HipHop und die Wall Street zu vergleichen, führt ins Leere. An der Wall Street sind Leute reich geworden, die schon etwas hatten. Die meisten Rapper kommen aus dem ökonomischen Nichts. Wenn ein Rapper also ein bisschen was bekommt, ist das wenig im Vergleich zu den Summen, die an der Börse gemacht werden. Nur wenige HipHop-Künstler haben es wirklich in die Liga der Superreichen geschafft. Die meisten Rapper sind unterbezahlte Angestellte.

SPIEGEL ONLINE: Sie müssen es wissen. Sie haben das Label Roc-A-Fella gegründet, Sie waren Chef von Def Jam, der renommiertesten HipHop-Plattenfirma, und betreiben nun Rocnation, ein neues Unternehmen.

Jay-Z: Ich kenne die Zahlen. Die Angeberei der meisten Rapper ist eher Behauptung, als dass sie durch harte Fakten gedeckt wäre.

SPIEGEL ONLINE: Frage an den Maybach-Fahrer: Kann man auch mit kleineren Autos angeben?

Jay-Z: Kleinere Autos? "I got a Prius/ I got a new rep/ I got a Hybrid", meinen Sie so was? Für den Underground mag das funktionieren. Aber ich sehe HipHop nicht als eine Musik, die von grünen Autos erzählt und vom Leben auf den Bäumen. So etwas kann höchstens eine Reaktion sein. Wenn zu viele Gangsta-Rapper von ihren dicken Karren erzählen, dann kann es erfrischend sein, wenn eine normaler Typ ankommt und sagt: Übrigens, ich fahr ein Hybrid-Auto.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben eine ganze Reihe der aktuellen Superstars entdeckt, Rihanna, Ne-Yo, Kanye West. Wie finden Sie Künstler?

Jay-Z: Ich glaube an Stars. Man muss die Starqualität in Künstlern finden. Gute Stücke gibt es genug. Die sind nie das Problem. Den Star zu finden, ist viel schwieriger. Wenn man den hat, ist man aus dem Schneider.

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20.10.2009 von zykill:

Nein dies war Rahzel (können in Wiki ja nachlesen, wer dies ist LOL). mehr...

20.10.2009 von zykill: from 1984 till Infinity

Ich habe meine pers. Ansicht und die lasse ich mir nicht nehmen.Zusätzlich gibts immer noch 4-Elements Parties,wo Hip-Hop noch in seiner Grundform praktiziert wird(soviel zur Nostalgik).Und von meinem Geschmack ausgehend,sehe [...] mehr...

16.10.2009 von wissuz:

[QUOTE=Knighter;4419659]Warum wohl ist Mos Def beim Film gelandet?? Er und andere sind Ausnahmeerscheinungen, die von den Fuffzich Cent und Umbrella-Anhängern nicht wahrgenommen werden.[/QUOTE in dem artikel des herren mos def, [...] mehr...

16.10.2009 von wissuz:

wo jay-z wandelt ist mir total egal.seine guten tage sind lange vorbei...es ging einfach nur darum, dass hier einige damen und herren, sobald sie eine andere hautfarbe "in der musik sehen", sofort denken das alles hip [...] mehr...

15.10.2009 von trist:

Hihi. Sind Sie Mitglied der zuständigen Underground-Kommission, die bei Gelegenheit darüber befindet, ob Beatboxing nun als offizielles 5tes Element zugelassen wird? Oder haben Sie das in einen Unterausschuss verwiesen? mehr...

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Zur Person

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Jay-Z ist einer der größten amerikanischen HipHop-Stars. Er wurde 1969 als Shawn Corey Carter im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und wuchs in den herunter gekommenen Marcy Projects auf. Zu seinen Schulfreunden zählten die beiden späteren Rap-Stars Busta Rhymes und The Notorious B.I.G. Zuerst verdiente Jay-Z sein Geld als Dealer, 1996 dann erschien sein Debüt "Reasonable Doubt" - die Platte wurde ein Erfolg. Vollends zum Star wurde Jay-Z 1998 mit "Hard Knock Life". Es folgten weitere erfolgreiche Alben, darunter "Reasonable Doubt", "The Black Album" und das vom gleichnamigen Film inspirierte "American Gangster". Im September 2009 erschien seine neue Platte "The Blueprint 3". Seit April 2008 ist Jay-Z mit der Soulsängerin Beyoncé Knowles verheiratet.






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