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27.11.2009
 

DJ Dangermouse

Aus die Maus

Von Christoph Dallach

DJ Dangermouse: Aus die Maus
Fotos
Getty Images

Das vielleicht beste Album des Jahres 2009 gibt es nicht zu kaufen. Um "Dark Night of the Soul" stritt DJ Dangermouse mit der EMI und läutet das Ende der alten Musikindustrie ein.

Wenn zum Ende dieser Pop-Saison Bilanz gezogen wird und rechtzeitig zu Weihnachten die Listen der besten Platten kommen, muss ein Album berücksichtigt werden, das es gar nicht zu kaufen gibt. "Dark Night of the Soul" heißt das Wunderwerk, eine Kollaboration der Amerikaner Brian Burton, der sich DJ Dangermouse nennt, und Mark Linkous, der als Sparklehorse zu Werke geht.

Zwei hoch geschätzte Pop-Abenteurer - was sich bereits an der Gästeliste für "Dark Night of the Soul" ablesen lässt, einem "Who is Who" des gehobenen Alternativ-Rock. Mit Namen wie Iggy Pop, Julian Casablancas (The Strokes), Wayne Coyne (The Flaming Lips), Nina Persson (The Cardigans), Suzanne Vega, Frank Black (The Pixies), Jason Lytle (Grandaddy), Gruff Rhys (Super Furry Animals), James Mercer (The Shins) und Vic Chesnutt. Und im Hintergrund brabbelt noch Regisseur David Lynch.

Unglaublicherweise ist die Platte sogar besser als die Summe ihrer Namen: 13 raffinierte Lieder über die dunkleren Regionen der Seele, arrangiert und instrumentiert von Dangermouse und Sparklehorse, die sich erstaunlich mit den Gastsängern ergänzen. Und weil die Macher wahrhaft ambitioniert sind, gibt es obendrauf noch ein Buch mit begleitenden Fotos des auf dunkle Phantasien spezialisierten David Lynch. Ein rundum geglücktes Werk, das vermutlich eine Menge Käufer gefunden hätte. Dummerweise kam es nicht dazu. Warum? Schwer zu sagen, weil sich alle Beteiligten darüber ausschweigen. Sicher ist, dass die altehrwürdige Plattenfirma EMI mit Rabatz drohte, wegen etwaiger Urheberrechtsverletzungen. Ebenso gesichert ist, dass Mr. Dangermouse nach zähen Verhandlungen irgendwann so schlechte Laune bekam, dass er bei "Dark Night of the Soul" den Stecker zog und das fertige Album zurückzog.

Die alte Musikindustrie ist der große Verlierer

Veröffentlicht wurde am Ende auf der eigenen Web-Seite (dnots.com) der Lynch-Bildband, mit einer Blanko-CD, die man sich selber bespielen solle ("For legal reasons, enclosed CD-R contains no music. Use it as you will"). Parallel dazu landeten auf mysteriöse Weise die 13 "Dark Night of the Soul"-Lieder im Internet. Wohlgemerkt nicht bei iTunes zum Kaufen, sondern eingespeist von einem großen Unbekannten auf ungezählten Blogs zum Gratis-Download!

Bis heute findet sie jeder, der einen Computer einschalten kann und weiß, wie eine Suchmaschine funktioniert. Schwierig zu beurteilen, wie legal das ganze ist. Dangermouse hat mehrfach kommentiert, dass er sich freut, dass die Musik im Umlauf ist. Auch von den beteiligten Künstlern hat sich keiner beschwert. Ja, selbst die erzürnte Plattenfirma EMI schweigt.

Der große Verlierer hier ist die alte Musikindustrie, in diesem Fall repräsentiert durch die EMI. Hier stößt ein System an Grenzen, das die Zeichen der Zeit nicht erkennt oder stoisch ignoriert. Beides ist fatal und auch ein Grund, warum immer mehr relevante Künstler einem Traditionsladen wie EMI den Rücken kehren und junge nicht im Traum daran denken, überhaupt erst zu kommen. Auf Urheberrechten zu bestehen, ist in diesen Zeiten so sinnvoll, wie gegen den Sonnenuntergang zu demonstrieren. Fakt ist, irgendwann landet alles irgendwie im Netz und damit bei allen Interessierten. Ob legal oder illegal. Die Herausforderung besteht darin, sich damit zu arrangieren. Wer da Anwälte ins Rennen schickt, unterstreicht nur seine Hilflosigkeit.

DJ Dangermouse wird sich nicht wirklich beschweren, ein Copyright-Streit mit der EMI machte ihn vor fünf Jahren berühmt, als er völlig illegal das "White Album" der Beatles mit dem "Black Album" von Jay-Z zum sogenannten "Grey Album" kreuzte, das millionenfach heruntergeladen wurde.

"Dark Night of the Soul" markiert aber auch noch einmal deutlich die Nutzlosigkeit von CDs. Denn heutzutage reicht es den meisten Menschen einfach, wenn sie Musik auf ihrer Festplatte haben. Die Kunst ist es, trotzdem irgendwie Geld zu verdienen.

Das kommende Jahr beginnt übrigens mit einer Art Fortsetzung von "Dark Night of the Soul", einer weiteren Zusammenarbeit von DJ Dangermouse und James Mercer von the Shins. Gemeinsam ist ihnen ein weiteres tolles Werk gelungen, das im Januar ganz legal erscheinen soll. Wenn es nicht wieder Ärger gibt.


"Dark Night of the Soul"

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04.12.2009 von prenzberger: Freibier

Wie wär's denn mit Freibier... steuerfinanziert natürlich. mehr...

04.12.2009 von takeo_ischi: Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

Weil das System mit Anzahl der Empfangsgeräte etc. gaga ist. Wenn jeder Einwohner an seine gemeldete Adresse eine Zahlungsaufforderung für eine jährliche Pauschale bekommt gibt es doch kein Problem. Ausser man zahlt nicht. [...] mehr...

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Oben heisst es "ohne Drückerkolonnen wie bei der GEZ". Also keine Zwangseintreibung, oder? Und wer nicht zahlen muss, der zahlt auch nicht... es zahlen ja viele Leute nicht mal GEZ. Was die Finanzierung von Schlen [...] mehr...

04.12.2009 von takeo_ischi: Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

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04.12.2009 von takeo_ischi: Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

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