Von Andreas Borcholte, Christoph Dallach, Daniel Haas, Carolin Neumann und Hannah Pilarczyk
Als hätte die Haute Couture H&M, Zara und Esprit zugleich übernommen, so nehmen sich die Charts der 2000er Jahre im Rückblick aus - denn kunstfertiger klang Pop, die vermeintliche Musik von der Stange, noch nie. Gwen Stefani fing bei den Neptunes das Jodeln an, Timbaland jubelte HipHop Oboen-Loops unter und Xenomania sind mit ihrem Experiment, wie viele verschiedene Stile in einen einzelnen Song passen, noch längst nicht fertig.
Produzenten haben sich im vergangenen Jahrzehnt zu den wichtigsten Akteuren der Musikbranche entwickelt. Kein guter Song, der durch eine aufwendige Produktion nicht noch besser werden sollte. Mittlerweile sind Knöpfeschrauber wie Mark Ronson oder Pharrell Williams selber Stars, manche ihrer Kollegen bevorzugen es aber weiterhin, im Schatten ihrer Künstler zu bleiben. SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Produzenten vor und erklärt, was und wen ihre Arbeit prägt.
Pharrell Williams/The Neptunes
Ganz recht hat Snoop Dogg nicht, wenn er in seinem Song "Signs" rappt: "You know it's a hit / When The Neptunes and the Doggy Dogg fin to spit": Weniger er als die Produzenten des Songs, The Neptunes, sind die Hit-Garanten in dieser Kombo. Seit Mitte der Neunziger balanciert das Duo aus Pharrell Williams und Chad Hugo auf der immer feineren Linie zwischen HipHop, R'n'B und Pop. Was die Verschmelzung von Genres angeht, haben sie in der Branche Hemmungen abgebaut, weil sie selbst nie welche hatten: Jeder, der genug Geld hat und sich nicht scheut, Ruhm und Ruder zu teilen, kann das Sound-Skelett der mehrfach Grammy-prämierten Neptunes bekommen - egal, ob Britney Spears oder Jay-Z.
Auf die Songtexte kommt es nicht so sehr an, wenn das Duo seine eingängigen Synthesizer-Riffs und Loops aus der Drummachine mit akustischen Stolpersteinen wie Zungenschnalzen ("Drop It Like It's Hot") mischt. Williams selbst steuert gerne einige im Falsett gesungene Zeilen bei, die ihm vor allem Mitte der Nullerjahre zahlreiche "Featuring"-Zeilen auf CD-Covern einbrachten.
Doch ihre beste Zeit, als sie Tracks wie "Wind It Up" mit einer jodelnden Gwen Stefani schufen, scheinen die Superproducer hinter sich zu haben. Williams macht schon seit einer Weile mehr in Design von Schmuck bis zu Möbeln als in Musik; der einst als revolutionär gefeierten, gemeinsamen Band N.E.R.D. wurde zuletzt jegliche Innovation abgesprochen. Zwar weisen ihre Produktionen noch immer den geschniegelten Neptunes-Sound auf, der ist aber heute zu schnödem Mainstream geworden. Carolin Neumann
Bester Song: "Beautiful" von Snoop Dogg & Pharrell
Wo hört man's? Überall, man weiß es nur oft nicht
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Ich muss st-able recht geben - interessanter Artikel, der die Realitaet kommerzieller Musik gut aufgreift, leider aber einige der einflussreichsten Produzenten auslaesst. Allen voran Max Martin, der seit den 90ern so ziemlich [...] mehr...
Produzenten waren schon immer wichtige Leute. In den 70er jahren z.B. Tony Visconti ( David Bowie, Marc Bolan & T.Rex usw. ) mehr...
War ein Problem mit der Gross-/Kleinschreibung, mit einem grossen "R" in Renner sollte es klappen: http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Renner Ansonsten auch noch immer sehr interessant / gültig oder vielleicht Schuld [...] mehr...
Hans Zimmer, John Willimas und wie sie alle heißen sind in der Tat Komponisten und damit Musiker, die brauchen keine Produzenten, die wissen selbst wie ihr Werk klingen soll, was ich bei 90 % der heutigen Pop/Rock/Hiphop [...] mehr...
@ singlesylvia Oh, vielen Dank. Dazu bin ich wohl zu blöd. Man merkt mein Tätigkeitsfeld. Den Herrn Renner einfach googeln. Ist ein wenig unbequemer, doch sowieso Volkssport in der Welt. mehr...
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