Von Christoph Dallach
Den Dildo-Fankoffer (um die zweihundert Euro) kann man als geschmacklos verteufeln oder als genialen Coup beklatschen - egal - fest steht, dass die Brachialrocker damit einen Markt bedienen, der im wankenden Musikgeschäft floriert.
In Zeiten, da die Inhalte vieler Musik-CDs nur ein paar Klicks entfernt kostenfrei und illegal auf die Festplatte gezogen werden können, muss das Produkt Musik hochfrisiert werden, um Käufer zu locken. Denn es investieren zwar weniger Menschen Geld in Tonträger, aber einige von denen geben gern mal viel aus. Immer mehr Luxus-Editionen neuer Alben erfreuen solvente Fans. Gewinnversprechend sind aufwendige Spielereien, die als Trophäen funktionieren und die man nicht downloaden kann. Gemeint sind nicht die vermeintlich "limitierten" Ausgaben, die dann in jedem Elektro-Großmarkt zuhauf zu haben sind. Vom aktuellen Album der Pet Shop Boys gibt es zum Beispiel mehrere Editionen: die normale, einfache Volks-CD und eine Spezial-Version mit Bonus-Album und einigen Extra-Songs. Die Krönung aber war ein Plexiglas-Kasten im Format einer Vinyl-Platte mit elf Vinyl-Singles, die als B-Seite jeweils einen unveröffentlichten Instrumental-Mix enthielten. Limitiert war der Spaß auf 300 Exemplare, nummeriert und signiert von den Künstlern. Nur online zu kaufen, ratzfatz vergriffen und nun nur noch bei Ebay für ein kleines Vermögen zu haben.
Fußmassage vom Schlagzeuger
Mit mehr oder minder extravaganten Sammlerstücken, die oft nur online angeboten werden, strapazierten schon Größen wie Radiohead, Nine Inch Nails, Metallica oder Depeche Mode die Konten ihrer Verehrer. Das Repertoire reicht von bieder (AC/DC mit echtem Gitarren-Verstärker) bis irre ( Lady Gaga mit echter Haarlocke).
Manche Musiker gehen sogar so weit, sich selber als Bonus-Gimmick zu offerieren. So wie Josh Freese, hauptberuflich Schlagzeuger bei Nine Inch Nails, der elf Versionen seines Soloalbums "Since 1972" auf seiner Webseite offeriert. Für sieben Dollar gibt es einen Download des Werkes, für 1000 Dollar schneidet er einem obendrein die Haare und wäscht das Auto (YouTube Filmchen inklusive), für 2500 Dollar gibt es Schlagzeugunterricht, eine Fußmassage und drei Stücke aus Joshs Kleiderschrank, für 5000 Dollar schreibt er ein Lied über den Käufer und für 75.000 US-Dollar steht er sogar einen Monat lang als "Personal Assistent" zu Verfügung oder hilft Amateur-Rockern beim Einspielen ihres Albums. Das ist alles natürlich ein cleverer PR-Coup, aber wo da die Erniedrigung beginnt und ob Fans ihren Helden überhaupt so nahe kommen wollen, bleibt eine andere Frage. Die Mini-Golfstunde für 20.000 Dollar ist zumindest mittlerweile ausverkauft.
CDs:
Rammstein: "Liebe ist für alle da" (Deluxe Edition) (Universal);
Pet Shop Boys: "Yes" (Boxed Vinyl) (EMI);
Lady Gaga: "The Fame Monster" (GaGA-Super Deluxe Fame Monster Bundle) (Universal);
Josh Freese: "Since 1972" (Outerscope Records).
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Ich finde es langsam nicht mehr lustig das man so über Rammstein herzieht! Könnt ihr euch nicht mal ein anderes Opfer suchen! Sicherlich trifft Rammstein mit seiner Musik nicht jeden Geschmack aber wenn ihr Sie nicht mögt oder die [...] mehr...
Scheint auch dem SON aufgefallen zu sein, daß man mit Fän-Artikeln Geld verdienen kann. Sei es die Bettwäsche von Dido oder die Dodis von Rammstein. Oder Scheint wohl der Trigger gewesen zu sein, daß man diesen Rammstein [...] mehr...
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