Von Christoph Dallach
Immerhin, drei Langzeit-Vermisste sind seit Jahresbeginn wieder aufgetaucht.
Die Soul-Schnurrerin Sade zauberte gerade mit "Soldier of Love" ihr erstes Album seit 2002 aus dem Hut und hat obendrein einen ihrer sehr raren Auftritte für die "Echo"-Verleihung im März in Aussicht gestellt. Auch der mythenumrankte und scheue Soul-Aktivist Gil Scott-Heron überrascht nach 13 Jahren mit dem Album "I'm new Here" und - potzblitz - einem Videoclip!
Ja, selbst Lauryn Hill ist wieder da. Zumindest auf einer Bühne in Neuseeland. Ihr absurd erfolgreiches Soloalbum "The Miseducation of Lauryn Hill" liegt nun auch schon zwölf Jahre zurück. Es folgten eine laue "Unplugged"-Platte, fünf Kinder mit Marley-Sohn Rohan und wilde Gerüchte über in den Sand gesetzte Millionen für neue Lieder, über eine vermeintliche Abkehr von der Welt, Sekten-Tamtam und viele unter windigen Begründungen kurzfristig abgesagte Konzerte. Zum Start des neuen Jahrzehnts tauchte Lauryn Hill nun leibhaftig bei einem Reggae-Festival in Neuseeland auf! Und weil die Menschen dort auch kamerataugliche Handys haben, darf der Rest der Menschheit ebenfalls zuschauen!
Ob eine Fortsetzung folgt, bleibt abzuwarten.
Verschenkte Klassiker
Manche Musiker wissen gar nicht wohin mit all den Liedern, die sie so produzieren. Aber in Zeiten des Internets ist das kein Problem mehr. Der Fluxus-Enkel
Beck Hansen hat sich auf seiner Homepage den
"Record Club" eingerichtet. Die "Records", die er dort als Gratis-Downloads anbietet, sind legendäre Alben der Popgeschichte, von The Velvet Underground, Leonard Cohen oder Skip Spence, die er vollständig und hörbar gut gelaunt mit einer Gang von Kollegen in jeweils einem Tag nachspielte und nun häppchenweise veröffentlicht. Unterstützt wird er dabei von prominenten Freunden wie Devendra Banhart, Wilco, Feist, Nigel Goodrich und MGMT.
Ähnlich vergnügt haben sich jüngst The Flaming Lips über Pink-Floyds-Dauerbestseller "Dark Side of the Moon" hergemacht. Das unterhaltsame Resultat gibt es auch nur exklusiv online, muss aber bezahlt werden. Zahlen sollte man auch für die Lieder, die Beck mit Charlotte Gainsbourg für deren neues Album "IRM" produziert hat. Wer aber ein intimes Konzert des ungewöhnlichen Duos in einem Radiostudio umsonst bestaunen möchte, hat dazu die Chance bei einem Videomitschnitt der zuverlässig tollen US-Radio-Show "Morning Becomes Eclectic" des kalifornischen Hipster-Senders KCRW .
Johnny filmt Keith
Der Beck-Kumpel
Johnny Depp bereitet derweil einen Film der Gattung "Biopic" über sein Idol
Keith Richards vor. "Ich lege nächste Woche mit einer Keith-Richards-Dokumentation los. Einer meiner Mitarbeiter arbeitet sich bereits durch Kilometer von Archiv-Aufnahmen und Konzertmitschnitten. Ich bin sehr gerührt, dass Keith zugestimmt hat, für mich vor die Kamera zu treten", verkündete Depp jüngst, der schon bei "Piraten der Karibik" mit Keith Richards drehte. Da die Rolling Stones dieser Tage nicht müde werden, alle kolportierten angeblichen Konzerte zu dementieren, sollte Keith Richards ausreichend Ruhe für den Film haben.
"Money, Money Money"
Nie wieder auf Tournee gehen werden wohl die Veteranen von
Abba. All die absurden Summen, die den vier Schweden regelmäßig offeriert werden, schlagen sie in ebenso schöner Regelmäßigkeit in den Wind. Als Trostpreis gibt es nun "Abbaworld", ein mobiles Abba-Museum, das die Welt bereisen soll und vor einigen Tagen in London, seiner ersten Station, Premiere hatte. Da kann man Kostüme, Studioeinrichtungen und die nachgebaute Holzhütte, in der alle Hits erarbeitet wurden, bestaunen. Es gibt Karaoke-Ecken, die Möglichkeit, Abba-Avatare zu programmieren und Abba-Grillschürzen zum Mitnehmen. Zur Premiere am 27. Januar tanzten Björn Ulvaeus und Anni-Frid Lyngstad sogar
leibhaftig an.
Bei Geburt erschossen
Nicht viel Zeit will sich Liam Gallagher mit einer neuen Platte lassen. Mit neuer, noch namenloser Band, in der seine
Oasis-Kollegen Gem Archer und Andy Bell an Bord sind, will er schon im Juli ein neues Album vorlegen. Die Ausbeute von sieben Oasis-Alben in "18 Jahren, oder so" sei "armselig", gab der Sänger zu Protokoll. Oasis-Entdecker und Brit-Pop-Multimillionär Alan McGee hält derweil mit seinen altvertrauten Schimpftiraden die britischen Medien lustig auf Trab: Die "Brit Awards" würde er wegen Belanglosigkeit abschaffen lassen, Popheuler Mika hätte "bei Geburt erschossen" werden sollen, Paul McCartney solle endlich in Rente gehen - "John Lennon schießt wahrscheinlich schon aus einer anderen Dimension auf ihn" -, und überhaupt würde er eher "fremdes Ohrenschmalz essen", als sich eine Coldplay-Platte anzuhören.
Innige Dankesrede
Die Schwedin Karin Dreijer Andersson ist für notorisch bizarre Auftritte bekannt. Aber als sie neulich für ihr Solo-Projekt "Fever Ray" in Stockholm ausgezeichnet werden sollte, gelang ihr die wohl bizarrste
Dankesrede der Popgeschichte.
Irrer geht's kaum!
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ach wie nett von dir, dass du ihn nicht gleich bei der geburt erschossen hättest, wie alan mcgee. ich finde solche äußerungen generell extrem unpassend und respektlos. man muss ja nicht jede musik mögen, aber deswegen gleich mit [...] mehr...
Also bitte, gab es schonmal Zeiten zu denen Musik von deutschen Bands als besonders innovativ galt? Abgesehen von der gesamten elektronischen Musik-Szene, wo das heute auch noch der Fall ist, fällt mir da nicht viel ein. Und [...] mehr...
Vor allem die meisten deutschsprachigen Bands sind so übel, dass ich kaum noch Radio höre. Und wenn schon ein Dieter Bohlen die "angesagten" deutschsprachigen Bands mit ihren Liedern lobt, dann weiß ich, was die [...] mehr...
Sorry, da habe ich mich verlesen. Was aber auch nichts ändert, Kevin Rowland hat 2003 ein Album mit seiner Band Dexys herausgebracht: "Let's make this precious", war zwar wohl nur ne greatest hits, aber [...] mehr...
Also wer nicht richtig lesen kann: Es ist die Rede von Kevin Rowland (Dexys Midnight Runners –Sänger) und nicht von Kelly Rowland. mehr...
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