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26.02.2010
 

Pop-Klassiker

Spartanische Ausstattung, exzellenter Klang

Von Christoph Dallach

Auch Plattenfirmen haben eingesehen, dass CDs zu teuer sind. Um den Absatz alter Lieder in Fahrt zu bringen, verkaufen sie nun Pop-Klassiker in Kästchen zu Dumpingpreisen: Von Elvis, The Clash bis zu Fleetwood Mac.


So manche Party wurde von MP3's ruiniert: Feste, bei denen Laptop oder iPod an Lautsprecher gestöpselt wurden, und Playlists oder Zufallsgenerator DJs und Tonträger ersetzten. Denn oft klingen Computer wie Kofferradios, mit Liedern, die so heftig rauschen, als wenn es regnet, und so verzerrt dröhnen wie die tausendste Kopie einer Kopie - und so garantiert jede Tanzfläche freihalten.

Das Problem ist, man muss nicht groß herumreden, dass die meisten Menschen sich ihre Musik aus dem weltweiten Netz aus dubiosen Quellen besorgen, ohne zu zahlen. Oft klingt das eben entsprechend. Die meisten Lieder, die durch das Internet geistern, sind rein akustisch betrachtet, von erschütternder Qualität: verrauscht, verzerrt, irgendwie vermurkst.

Warum wird dann runtergeladen, illegal noch dazu? Weil den Feiernden CDs und selbst legale Downloads zu teuer sind. Und für alte Platten, Klassiker, also genau das, was man auf einer Party gern mal sehr laut auflegt, möchte kaum einer mehr Geld ausgeben. Und während die Debatte um den Sinn von Tonträgern und die Herausforderungen von Plattenfirmen im digitalen Zeitalter weiterläuft, haben zwei Konzerne, die mit Pop-Musik viel Geld verdienen, eine bemerkenswerte Aktion gestartet. Die Idee ist so simpel wie effektiv, nämlich: die Preise für betagte Tonträger massiv runterzufahren.

Kein Textheft, kein Schnickschnack

Die Produktreihen "Original Album Classics", "The Collection" (beide Sony) und "Original Album Series" (Rhino/Warner) enthalten neuverpackte Altware. In kleinen Pappboxen, die das Format einer CD haben, werden, je nachdem, drei bis fünf Alben eines Künstlers gesammelt. Die Platten stecken wie Miniaturvinyl in hauchdünnen Papphüllen. Die Ausstattung ist spartanisch, die Aufmachung spärlich, die Platzverschwendung bei Null, der Klang aber exzellent und der Preis erstaunlich. Zwischen vierzehn und zwanzig Euro kosten die dezenten Kästchen bei großen Online-Händlern und Elektro-Großmärkten. Was meist zwischen drei und fünf Euro pro Album macht.

"Alte Platten zu Vollpreisen zu verkaufen wird immer schwieriger. Trotzdem möchte man die Fans motivieren, Lücken in ihren Sammlungen zu schließen", sagt Dietmar Bunn zuständiger Produkt Manager bei Warner Music in Hamburg und verantwortlich für viele CD-Kästchen.

Das bisherige Angebot ist ambitioniert, enthält es doch Klassiker von Michael Jackson, Elvis, Miles Davis bis hin zu Rod Stewart. Im Angebot sind aber auch, und da wird es spannend, Archiv- Kostbarkeiten mit Platten, die einzeln gekauft, drastisch teurer oder sonst gar nicht zu haben sind. Tolle Dumpingpreis-Boxen gibt es von Donny Hathaway, Todd Rundgren, Mott The Hoople, Carole King, Bootsy Collins, Monkees, Aretha Franklin, Aztec Camera, The Clash oder The Walker Brothers. Liebhaber betrauern natürlich fehlende Texthefte, Klappcover und ähnlichen Schnickschnack.

Wirklich daneben gegangen ist das nur in Einzelfällen. So wurde "Jordan The Comeback", ein Album der britischen Band Prefab Sprout, um vier Titel gekürzt und die Abfolge der Songs geändert. So etwas sollte man lassen.

Aber die wenigen Menschen, die solche Eingriffe überhaupt bemerken, besitzen sowieso die alten Vinyl-Platten. Und Vinyl bleibt das beste aller Formate.

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insgesamt 23 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
01.12.2010 von toyotapur: Mein Rede

Nicht nur das. DIE Lösung habe ich mir vor etwa 2 Jahren zugelegt: Die Anschaffung eines CD-Recorders. Teilweise ab CD, aber allergrösstenteils vom besten Radiosender kommen die Aufnahmen. Funktionen wie: Schneiden, aus - und [...] mehr...

01.12.2010 von Heinzel: ....

Der grosse vorteil von CD's ist doch, daß man sich eine 1:1-Kopie anfertigen kann, ohne Klangverlust, und daß zu einem denkbar billigen Preis. Da muss man doch nicht andauernd die Original-CD benutzen. mehr...

01.12.2010 von freesprit: richtig lesen

es ist von Artikeln, nicht von Liedern die rede. mehr...

01.12.2010 von Rockaxe: von wegen verrauscht

selbst die mp3s aus den dubiosen Quellen sind häufig in einer 320 kBit/s Qualtiät zu erhalten oder (bei Seiten aus dem "Ostigent") zumeist in Lossless Fromaten. Ich denke eher - und dies ist vor allem bei schlecht [...] mehr...

01.12.2010 von aufheimcity: TROXXY Vinylz - Mehrwert für den Kunden und Preise runter liebe Musikindustrie

hallo ralf, liebe musikfreunde ich bin völlig d'accord mit deiner Meinung und verstehe Dich allzugut!ich bin ein langer verfechter von vinyl und mehrwert für die kunden/ehrlichen fans zu adäquaten preisen. jedoch habe ich [...] mehr...

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Zur Person

Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.





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