SPIEGEL ONLINE: Ihr letztes Album "22 Dreams" galt als Meisterwerk des Folkrock. Jetzt erscheint Ihre neue Platte, die vollkommen anders klingt. Was ist passiert?
Weller: Wir waren wahnsinnig erfolgreich mit "22 Dreams", obwohl es eine Art Konzeptalbum war, damit hätte ich gar nicht gerechnet. Andererseits wollte ich auch keinen zweiten Teil davon machen. Ich hatte ohnehin keine Songs mehr übrig. Es gab auch überhaupt keine Pläne, in nächster Zeit eine neue Platte zu machen.
SPIEGEL ONLINE: Und dann?
Weller: Dann schickte mir Simon Dine, der "22 Dreams" produziert hatte, zehn kleine Skizzen, eigentlich waren es nur ein paar Loops. Damit sind wir ins Studio gegangen - und innerhalb einer Woche hatten wir sechs neue Songs, die alle sehr urban und aufregend klangen, sehr metallisch und rockig. Für mich eine völlig neue Art zu arbeiten: Ich hatte keine vorgeschriebenen Texte, nur diese Sound-Splitter, auf denen wir alles andere aufgebaut haben. Es war, als würde man ohne Sicherheitsnetz arbeiten, sehr irritierend. Aber eben auch gut, nach all den Jahren zu entdecken, dass es noch andere Herangehensweisen ans Songwriting für mich gibt.
SPIEGEL ONLINE: Alles neu, alles frisch - hat das auch etwas damit zu tun, dass Sie vor zwei Jahren 50 geworden sind?
SPIEGEL ONLINE: Es gab jede Menge Veränderungen in den letzten beiden Jahren: Ihr Vater, gleichzeitig Freund und langjähriger Manager, ist gestorben. Und dann haben Sie sich von Ihrer Lebensgefährtin getrennt, mit der Sie seit den Neunzigern zusammen waren. Hatten diese privaten Dinge mit Ihrer musikalischen Neu-Orientierung zu tun?
Weller: Ich vermisse meinen Dad, weil ich meinen Kumpel vermisse. Aber ich glaube, ich komme damit ganz gut klar. Sein Tod kam ja nicht überraschend, er war die letzten vier Jahre sehr krank. Natürlich bin ich traurig: Wir hatten ein großartiges Leben zusammen. Und wir waren wirklich mehr Freunde als alles andere. Ich konnte mit ihm über alles reden, das ist sehr, sehr selten. Das muss man sich vor Augen führen und sich darüber freuen. Davon abgesehen fühle mich wohl in meiner Haut und mit mir selbst. Ich habe mich in eine andere Frau verliebt, ich habe Spaß an dem, was ich mache, und ich habe auch ganz schön viel um die Ohren. Und bin sehr froh darüber, dass ich immer noch etwas zu sagen habe.
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Paul Weller? Wer? Na schön, daß er wenigstens gegen die herrschende Strömung ist - besser als die ganzen Heinis, die in einem pubertären Akt der Rebellion gegen die Rebellion DAFÜR sind. Ansonsten kenne ich die Ansichten, es ist [...] mehr...
Und was ist mit Morrissey oder Johnny Marr? mehr...
Mir nicht. Mag ja sein, daß Weller früher mal ultracool war, und heute nur noch ein Altherren-Rocker mit Wohlstandsbäuchlein. Im Gegensatz dazu war Westernhagen jedoch niemals auch nur ansatzweise cool. mehr...
Seltsam: ich stamme aus der Epoche vor Paul Weller, in der Gruppen wie die Beatles, Stones und Deep Purple den Ton angaben und das Hören von Bob Dylan, Joni Mitchell, Crosby Stills Nash und Steely Dan zur Pflicht eines jeden [...] mehr...
Also ich kenne nur einen Künstler im "Rockbusiness" der sich selbst treu geblieben ist bzw. Heute eine härtere Linie fährt als am Anfang seiner Karriere. Diese Typ ist Trent Reznor von Nine Inch Nails mehr...
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