Von Christoph Dallach
Vor gut drei Jahren verkündeten die wilden Kerle von Ash, dass sie keine Alben mehr veröffentlichen werden. Bis dahin hatten die Nordiren um Tim Wheeler immerhin acht Millionen Tonträger abgesetzt, obendrein diverse Nervenzusammenbrüche hinter sich, waren mehrmals am Bankrott vorbeigeschrammt, hatten mit George "Star Wars" Lucas kollaboriert und sogar Coldplay-Liebchen Chris Martin beschwatzt, in einem Splatter-Film aufzutreten.
Aber vor allem hatten Ash immer wieder bewiesen, dass sie sich auf himmlische Radau-Gitarren-Pop-Singles wie "Burn Baby Burn" oder "Shining Light" verstehen. Das ist zugegeben alles lange her, und die letzten Ash-Alben waren leider so egal, dass ihre Ankündigung, keine weiteren mehr aufnehmen zu wollen, auch irgendwie ein Versprechen war. Aber an vollständigen Rückzug dachte die Gang um Sänger und Chef Tim Wheeler nie, vielmehr besann sie sich darauf, dass Singles ihre Stärke sind. Und so war es ein Coup, als sie beschlossen, bis auf weiteres nur noch Singles unters Volk zu bringen. Und zwar per Abo-Service mittels ihrer Webseite.
Singles im Zwei-Wochen-Rhythmus
Der Plan ist so simpel wie effektiv: Ash rocken sich durchs Alphabet in 26 Songs von A bis Z, die im Zwei-Wochen-Rhythmus im Laufe einen Jahres veröffentlicht werden und per Abonnement als Download oder für Traditionalisten als Vinyl 7"-Single zu haben sind. Abonnementen werden obendrein mit Bonus-Liedern und allerlei "Competitions" belohnt. Für alle Zauderer und Zuspätgekommenen gibt es nun die Lieder von A bis M auf dem Sammelalbum "A-Z Vol. 1" .
Die Idee mit der Single-Offensive ist allerdings nur halbneu, denn die britischen Schrammel-Pop-Titanen von The Wedding Present sorgten bereits vor 20 Jahren mit zwölf Singles in zwölf Monaten für einigen Wirbel. Aber in diesen Zeiten gewaltiger Musikmarkt-Umwälzungen, in denen es zunehmend nur um Tracks, also einzelne Lieder geht, scheint die Idee, Singles per Aboservice anzubieten, wieder aktuell. Und weil Ash das in Eigenregie bewerkstelligen, also ohne große Plattenfirma, liefern sie obendrein ein interessantes Geschäftsmodell für die Kollegen. Viele andere Musiker sollen bereits über ähnliche Modelle nachdenken.
Der beste Bonus bei dieser Ash-Aktion aber ist, dass sogar ihre Musik wieder interessant geworden ist - und darum geht es ja letztendlich.
Auf anderen Social Networks posten:
Ash bei Spiegel-Shop: 19,99 Ash bei Amazon: 16,99 Ash als Amazon-Download: 8,89 (Ash bei rapidshare: Ash auf dein Haupt) mehr...
Mir verdreht Charlottes Kreativität auch den Kopf. Aber wie kann man Charlotte Hatherley erwähnen, ohne auf Andy Partridge einzugehen? Das ist ungefähr so, als wenn man einen klugen Satz über Carel Fabritiu schreibt ohne dabei die [...] mehr...
gaaanz alter hut das mit den singles-abos: z b sub pop singles club ende 80er- der artikel? symptomatisch für die leider offenbar unablösbaren britpopfantum-scheuklappen der spon-musik-"redaktion" mehr...
Ich muss mich über die Musikredaktion von SpOn wundern. Singles wie "Shining Light" sind "Radau-Gitarren-Pop"? Haben sie dieses Lied wirklich mal gehört oder gehören sie zu der musikalisch unglaublich [...] mehr...
Das ist doch mal eine kreative Idee. Musiker können natürlich weiterhin über zu niedrige Absatzzahlen meckern oder eben neue Wege einschlagen. Ich habe 4 Lieblingskünstler. Denen würde ich ohne weiteres einen Pauschalbetrag [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Musik | RSS |
| alles zum Thema KulturSPIEGEL-Tageskarte | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH