Von Christoph Dallach
Das Nachspielen fremder Lieder gehört zu den gefährlicheren Disziplinen im Popgeschäft: Die meisten der sogenannten "Coverversionen" sind überflüssig, denn es reicht halt nicht, ein Lied einfach nur nachzuleiern, eigene Ideen sollten dabei schon hinzugefügt werden. Außerdem kommt bei ganzen Alben von Coverversionen immer der Verdacht der kreativen Durststrecke auf. Trotzdem ist die Lust an anderer Leute Lieder ungebrochen: In diesen Tagen stapeln sich wieder Tonträger, die voll davon sind.
Die betagte Soul-Dame Bettye LaVette hängt sich zum Beispiel weit aus dem Fenster mit ihren teils aberwitzigen Auslegungen des "British Rock Songbook". Ein Projekt, das Puristen leiden lässt, aber durchaus ungewöhnlich gelungen ist. Vorlagen von Paul McCartney, Jagger & Richards, Pete Townsend oder Elton John formt Lavette inbrünstige in Soul-Balladen um. Pink Floyds "Wish You Were Here" wird bei ihr so plausibel zum Südstaaten-Klagesoul-Song, dass man meinen möchte, die langhaarigen Briten hätten sich das Lied von ihr geborgt.
Gewagtes bietet auch der junge französische Pianist Maxence Cyrin auf "Novö Piano". Da funktioniert er allerlei New-Wave-, R&B- und Techno-Songs zu dezenten Klavierballaden um. Altbekanntes, oft Lautes, von Arcade Fire, Jay Z, Justice, MGMT oder Nirvana wird hier so drastisch entkernt, bis es zur Galeristen-Fahrstuhlmusik à la Erik Satie wird.
Kuriose Interpretationen, eklektische Liedwahl
Selbst die gewöhnlich wenig phantasievollen Gothic-Rocker von Placebo haben ein Händchen für anderer Leute Lieder, wie nun die wiederveröffentlichte CD "Covers" belegt. Ihre Auslegung von Kate Bushs "Running Up That Hill" als klaustrophobische Gruselballade begeisterte selbst die gewöhnlich zurückhaltende Frau Bush so sehr, dass sie gratulierte. Ob eine neue Version von Boney Ms "Daddy Cool" nötig gewesen wäre, sei dahingestellt.
Toll ist auch die Bonus-CD des neuen Divine-Comedy-Albums "Bang Goes the Knighthood" mit neun kuriosen Interpretationen französischer Pop-Klassiker von dem unvermeintlichen Serge Gainsbourg bis zu Vanessa Paradis' "Joe le Taxi".
Die coole Britin Gemma Ray glänzt bereits mit ihrer eklektischen Liedwahl: Sie knöpft sich Komedas "Rosemary's Baby"-Filmmusik oder das Swingstück "Bei mir bist du schoen" vor und das mit Erfolg.
Phantasievoll ging auch Kristof Schreuf, einst bei der "Kolossalen Jugend", auf "Bourgeois With Guitars" zu Werke. Da wirft er altbekannte Melodien und Texte zu einer drastischen, aber spannenden Collage zusammen.
Wie man es nicht machen sollte, zeigt das US-Duo The Bird & The Bee auf ihrem neuen Werk "Interpreting The Masters Volume 1: Daryl Hall & John Oates", wo es blutleer, ohne den Hauch einer Idee Hall-&-Oates-Klassiker wie "I Can't Go for That" demütig nachleiert und dabei nur das Bedürfnis weckt, schnell die Originale aus dem Schrank zu holen.
Vielleicht sollte man es einfach wie Suzanne Vega halten: Die entstaubt auf "Close-Up" einfach ihre eigenen alten Lieder wie "Marlene On The Wall", um sie noch reduzierter neu einzuspielen. Ideenarmut? Kann sein. Vielleicht aber auch Alterslässigkeit und auf jeden Fall sehr schön.
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Spätere Versionen die mehr als höreswert sind,z.B. Nothing compares to you von Prince,hervoragend interpretiert von Shined oConor oder One von Jonny Cash gleich schön wie von U2.Es gibt unzählige Beispiele.ich denke man sollte [...] mehr...
Och nee, Cover-Versionen? Es gab Zeiten, da glaubten die Musikproduzenten, dass sich selbst die interessantesten Songs von farbigen Musikern beim weißen Publikum nicht vermarkten ließen & produzierten deshalb die Songs mit [...] mehr...
... die Scissors Sisters. In der Tat bin ich ebenfalls kein Fan dieser Coverversionen. Doch es gibt die für mich jedoch meist auch echte Neuinterpretationen sind. In dieser Runde darf natürlich Joe Cocker mit "With a [...] mehr...
Vieles ist sicherlich reine Geschmackssache, aber es gibt Coverversionen, die Songs ganz neue Seiten abgewinnen und sie so einem neuen Publikum erschließen. Oftmals gilt an der Stelle: Gegensätze ziehen sich an. Als Beispiel will [...] mehr...
Frueher konnte ich Coverversionen nicht ab. Aber sie haben durchaus eine Daseinsberechtigunf, wenn sie gut interpretiert werden. Allerdings meine ich damit nicht diejenigen Sachen die die Plattenindustrie aus Einfallslosigkeit [...] mehr...
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