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25.06.2010
 

Pop!

Auf der Suche nach dem Exzess-Gen

Von Christoph Dallach

Pop! Malta and Servant
Fotos
Getty Images

Wissenschaftler untersuchen das Erbgut von Ozzy Osbourne - warum kann sein Körper Ausschweifungen so gut wegstecken? Außerdem: In Dänemark entsteht eine Kopie von Elvis' Villa. Und auf Malta soll ein Depeche-Mode-Musical aufgeführt werden.

Keith Richards lässt sich angeblich regelmäßig in der Schweiz das Blut austauschen, Alice Cooper und Joe Cocker haben mit Alkohol und Drogen große Teile ihrer Erinnerungen gelöscht, aber wohl kein lebender Rocker hat die Puppen über einen langen Zeitraum so wild tanzen lassen wie Ozzy Osbourne.

Ozzys Gene im Labor

Dass einer seinen Körper so gnadenlos malträtieren kann, allen nur denkbaren Substanzen aussetzt und trotzdem immer wieder aufsteht, beschäftigt nun auch die Wissenschaft. Osbourne ist einer von wenigen Auserwählten weltweit, deren Erbgut von der US-Firma Knome näher betrachtet wird. Per Blutprobe soll geklärt werden, warum manche Menschen ausdauernden Exzess besser wegstecken können als andere. "Individuen mit extremer medizinischer Geschichte zu analysieren und einzuordnen ist von höchstem wissenschaftlichem Wert", sagt ein Chef des Ladens. Gerüchte, dass Ozzys geschäftstüchtige Frau Sharon bereits plane, seine Gene zu verkaufen, sind unbestätigt.

Amy Winhouse' Vater im Showgeschäft

Auch Amy Winehouse testet seit längerem aus, wie weit sie ihren Körper allerlei Exzessen aussetzen kann. Eine neue Platte von ihr scheint derzeit in weiter Ferne. Dafür springt nun Mitch Winehouse in die Bresche und veröffentlicht ein Album: Amys Vater, der bislang als Taxifahrer seinen Unterhalt verdiente, hat auf die Schnelle eine CD besungen. Auf "Rush Of Love" gibt er Jazz-Standards und vier eigene Songs zum Besten. Am vergangenen Sonntag stellte Mitch Winehouse sein Debüt in einem Londoner Schuppen namens "Pizza On The Park" vor, und - potzblitz - zur Feier des Vatertags tanzte auch Tochter Amy an, um mit Daddy vier Songs zu trällern. Falls die Platte ein Erfolg wird, werde er Amy schon zeigen, was eine wahre Diva ist, tönt der.

Elvis' Villa in Dänemark

Der Körper des "King of Rock'n'Roll" hat schon lange den Betrieb eingestellt. Das hat dem Interesse an ihm nicht geschadet: Immer noch pilgern Presley-Anhänger in Massen nach Memphis, um sein sagenumwobenes Domizil namens "Graceland" zu begaffen.

Europäern, denen das zu weit ist, wird nun in Dänemark geholfen: Ab April nächsten Jahres soll in einem Kaff namens Randers eine originalgetreue Kopie des Elvis-Eigenheims die Pforten öffnen. In Randers steht bereits ein kleines Elvis-Museum, und der Graceland Nachbau soll nun Herzstück eines Elvis-Familien-Vergnügungsparks werden, mit Boutiquen, Restaurants und Kino. Ob das tatsächlich jährlich bis zu 125.000 Presley-Jünger anzieht, wie sich dänische Fremdenverkehrs-Profis ausgerechnet haben?

Jack White in Nashville

Sehr gesund muss der Rocker Jack White leben, so voll wie sein Terminplan ist. Denn seine Band The White Stripes reicht dem Amerikaner schon lange nicht mehr: Neben einer Plattenfirma, einem Laden und Jobs als Produzent mischt er bei den Bands The Raconteurs und The Dead Weather mit. Doch damit nicht genug: Neuerdings musiziert White auch mit dem US-Talkmeister Conan O'Brien. Wie das klingt, konnten nun dreihundert Zuhörer in Whites Plattenladen "Third Man Records" in Nashville bestaunen. Vor vergnügt brüllenden Menschen rockte sich der Talkmaster durch Klassiker wie Willie Nelsons "On The Road Again" oder "Seven Nation Army" von The White Stripes, zeitweilig unterstützt vom Chef Jack White. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte einen Mitschnitt der Show erwerben, selbstverständlich exklusiv auf Vinyl und nur im Netz.

Depeche Mode auf Malta

Ein Musical mit Abba-Songs, das passte. Auch Udo Jürgens' Lieder fügten sich gut in das Genre. Ja, selbst für Queen ging die Musical-Rechnung auf. Aber ein Depeche-Mode-Musical? Unglaublich, aber wahr: Anfang kommenden Jahres soll auf Malta ein Musical starten, das sich am Depeche-Mode-Album "Playing The Angel" orientiert. "Die Geschichte kann nicht fröhlich sein", verriet der Autor Adrian Buckle einer Zeitung. "Es wird eine Geschichte von zwei Jungs, die gemeinsam aufwachsen, erwachsen werden und die Liebe entdecken. Sie werden benutzt und missbraucht. Es ist ihre traurige Art und Weise, das Leben zu entdecken."

Wer weiß: Wenn das Trauerspiel ein Hit wird, droht eines Tages vielleicht auch ein Motörhead-Musical.

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insgesamt 11 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.06.2010 von jederhateinrechtauf: Ozzy?

Stimmt, als Genforscher hätte ich eher Lemmy Kilmister, Keith Richards oder Iggy Pop untersucht. mehr...

25.06.2010 von evoluzer: Erbgut von Ozzy Osbourne

Ozzy Osbournes Gene verkaufen? Brüller! Wer soll die denn kaufen, Quasimodo, Frankenstein....?! mehr...

25.06.2010 von frubi: .

Naja. Im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen lebt er noch. Das meinen die bestimmt damit. Eventuell ist Ozzy die Vorstufe zum Kakerlaken-Menschen. Die Kakerlaken halten ja auch so einiges aus und passen sich den neuen [...] mehr...

25.06.2010 von Mastermason: Ozzy hatte damals schon fertig

Ich habe mir mein Studium anfangs der Neunziger mit Bühnenbau verdient und so kreuzte auch Ozzy meinen Weg. Gegen Mitte der Show war der alte Mann so fertig, dass er unters Sauerstoffzelt musste, das hinter der Bühne stand. Wir - [...] mehr...

25.06.2010 von ratbag: .

Übrigens auch seine neue CD "Scream". Die wohl musikalisch beste Soloplatte von ihm mehr...

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Zur Person

Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

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