London - In Großbritannien geraten profitsüchtige Musikkonzerne mal wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Nach einem Bericht der "Times" mischt die Musik-Industrie ihre Aufnahmen oft zu laut ab, in dem Glauben, die Alben würden sich dann besser verkaufen. Doch digital übergeregelte Lautstärke macht ihre Produzenten nicht nur reich, sie macht deren Hörer vor allem krank.
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Zu laut ausgesteuerte Musik mache die Zuhörer nicht nur müde sondern könne wahrlich schmerzhaft sein, sagte Angelo Montrone, ein Techniker bei Sony Music. In einem offenen Brief an die Musik-Industrie fragte er: "Haben Sie jemals den Fernseh-Testton gehört, wenn der Sender seine Ausstrahlung unterbricht? Haben Sie gemerkt, wie schnell das in den Ohren weh tut? Genau das gleiche passiert mit zu laut ausgesteuerter Musik. Man entfernt jegliche Dynamik."
Die so genannte Hörschwelle liegt bei 0 Dezibel. In den achtziger Jahren wurde durchschnittlich mit einem Schalldruckpegel von -18 dB gearbeitet, so der Bericht. Erst die digitale Tontechnik habe es ermöglicht, die Lautstärke immer weiter hochzuregeln. Ist der Pegel dauerhaft zu hoch, so kann dies zu Unwohlsein und Schmerzempfindungen bei Musikhörern führen.
Rock- und Folk-Legende Bob Dylan schloss sich der Kampagne an. Dem Musikmagazin "Rolling Stone" sagte er, das die Klanggestaltung moderner Platten viel zu statisch sei. Ein Appell wider die Ohren-Betäubung.
bos
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