201. Geburtstag von Adolphe Sax Der Mann, der das Saxofon erfand (und trotzdem arm starb)

Das Saxofon galt einst als Teufelswerkzeug, der Ton wurde mit Gequäke verglichen, die Nationalsozialisten wollten es gleich ganz verbannen. Erst der Jazz machte das Instrument populär - doch davon hatte Erfinder Adolphe Sax nichts mehr.


Adolphe Sax hatte einen Traum. Er wollte ein "Instrument, das im Charakter seiner Stimme den Streichinstrumenten nahekommt, aber mehr Kraft besitzt als diese". Um 1840 kam er diesem Traum sehr nah - er hatte das Saxofon erfunden.

Geboren wurde Sax 1814 im belgischen Dinant, er hatte noch zehn Geschwister. Anfang der Vierzigerjahre zog der Instrumentenbauer Sax nach Paris und versuchte dort, Musiker von seiner Erfindung zu begeistern. Ersten Erfolg hatte er in der Militärmusik: Frankreichs Kriegsministerium führte 1845 das neue Instrument ein.

Wirtschaftlichen Erfolg brachte Sax seine Erfindung allerdings nicht: Er ging mehrfach bankrott und starb 1894 völlig verarmt. An diesem Freitag, zum 201. Geburtstag des Instrumentenbauers, ehrt Google ihn mit mehreren Doodles:

Google

Das Saxofon galt lange als Teufelszeug. Menschen erkannten darin ein Phallussymbol oder beschrieben den Ton als Gewinsel und Gequäke. Die Nationalsozialisten wollten das Instrument sogar verbannen.

Rein musikalisch gilt das Saxofon als gelungene Verbindung zweier Instrumente: Es kombiniere den strahlenden Klang der Trompete mit der Flexibilität der Klarinette. Prägende musikalische Bedeutung fand es erst ab den Dreißigerjahren durch den Jazz - das Saxofon wurde zu einem stilprägenden Klanggeber.

aar



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