Nach Echo-Eklat Plattenfirma setzt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang aus

Die Plattenfirma BMG hat die Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang vorerst gestoppt. Die Echo-Verleihung an die beiden Rapper, denen Antisemitismus vorgeworfen wird, hatte zuletzt einen Eklat ausgelöst.

Kollegah und Farid Bang bei der Echo Verleihung.
Getty Images

Kollegah und Farid Bang bei der Echo Verleihung.


Nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will ihre Plattenfirma vorerst keine weiteren Lieder mit den Musikern produzieren. "Wir hatten den Vertrag über ein Album. Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen", sagte Vorstandschef Hartwig Masuch laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Wir entschuldigen uns bei den Menschen, die sich verletzt fühlen", sagte er der Zeitung. Das kontrovers diskutierte Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" der beiden Rapper enthält Textzeilen, die als antisemitisch kritisiert werden. So heißt es dort "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow".

BMG-Vorstandschef Masuch nahm die beiden Musiker gegen den Vorwurf des Antisemitismus in Schutz. "Meine Mitarbeiter und ich stehen mit den Künstlern in Kontakt, und die distanzieren sich klar von jeder Form von Antisemitismus. Das tun wir auch", sagte er laut dem Zeitungsbericht. Allerdings räumte er ein, dass er die Zeilen geschmacklos finde.

Am vergangenen Donnerstag waren Kollegah und Farid Bang beim Echo für "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" ausgezeichnet worden. Dass diese Musik beim Echo preiswürdig ist, hatte heftige Kritik und eine Debatte über Antisemitismus ausgelöst. Mehrere Echo-Preisträger, darunter Marius Müller-Westernhagen, kündigten an, ihre Trophäen aus Protest zurückzugeben.

Videoumfrage: Was halten Sie von der Auschwitz-Textzeile?

SPIEGEL ONLINE

bbr

insgesamt 97 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
OhMyGosh 19.04.2018
1.
Die Plattenfirma BMG hat also die Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang " vorerst " gestoppt. Aha. Will man sich also doch noch ein Hintertürchen offen halten`. Frei nach dem Motto: Dreck sells?
gertrud,dieleiter 19.04.2018
2. Unglaublich...
...was für eine Heuchelei. Solange gutes Geld mit dem Mist zu verdienen war...
gesell7890 19.04.2018
3. Die
haben aber ordentlich lange gebraucht für ihr läppisches Lippenbekenntnis.
dirkozoid 19.04.2018
4. Kollegah distanziert sich von Antisemitismus?
Dann aber wohl nur intern auf Nachfrage von BMG. Könnte er ja auch mal öffentlich machen, war ja genug Gelegenheit in den letzten Wochen.
pauschaltourist 19.04.2018
5.
Endlich wird der Druck dort ausgeübt, wo es den Protagonisten der frauenfeindlichen Gewalt- und Drogenhandel-Propaganda tatsächlich weh tut. Apropos: Verdient Sony eigentlich noch immer am Verkauf der gesellschaftszersetzenden Verbaldiarroeh von Bushido und Massiv und Konsorten?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.