Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

AC/DC: Der Aufstieg der Krawall-Brüder

Von

AC/DC: Würdigung der Hard-Rock-Titanen Fotos

Er hat mit Schulfreunden, Nachbarn und Kumpeln von AC/DC gesprochen. Nur die Bandmitglieder selbst wollten Mick Wall keine Interviews geben. Dennoch würdigt der Fachjournalist die Titanen mit einem kurzweilig schillernden Buch.

Als Mitte der Siebzigerjahre das AC/DC-Album "High Voltage" veröffentlicht wurde, war der Kritiker des US-Fachblatts "Rolling Stone" nicht beeindruckt. Mit dieser "grottenschlechten" Band habe das Hardrock-Genre seinen "Tiefpunkt" erreicht, urteilte er: "In musikalischer Hinsicht ist von AC/DC nichts zu erwarten (zwei Gitarren, ein Bass und ein Schlagzeug, die stumpfsinnig Drei-Akkord-Folgen im Stechschrittrhythmus herunterrasseln)." Wumms!

Verewigt ist diese Einschätzung in der schlicht "AC/DC - Die Bandgeschichte" betitelten Biografie des Briten Mick Wall, die nun auch hierzulande erschienen ist. Es ist eine Neuerscheinung von trauriger Aktualität, weil in den vergangenen Wochen viel über die Zukunft der australischen Donner-Riff-Titanen spekuliert wurde, nach Gerüchten über die angeschlagene Gesundheit von Rhythmus-Gitarrist, Songwriter und Band-Chef Malcolm Young, 61. Mick Walls umfangreiches Buch musste ohnehin ohne Aussagen von Malcolm und seinem kleinen Bruder Angus Young oder irgendwem sonst von AC/DC auskommen, da sie keine Interviews gewährten.

Die diffuse Grenze zwischen Mythen und Fakten

Die sogenannten "unautorisierten" Biografien sind aber oft die aufregenderen, weil dort keine Rücksicht auf finstere Episoden eines Lebens genommen werden muss. Auch Mick Wall, ein erfahrener Fachjournalist, der bereits Bücher über Metallica und Led Zeppelin verfasste, führt im Vorwort aus, dass es von Vorteil sei, ohne Berührungsängste erzählen zu können. Andererseits leiden solche Projekte oft an der diffusen Grenze zwischen Mythen und Fakten. Fest steht, dass sich der Autor bei diesem Buch viel Mühe gab. Er sprach mit gefühlt jedem Schulfreund, Nachbarn und Kumpel der Gebrüder Young. Denn letztlich ist ein Buch über AC/DC immer eine Geschichte, in der Malcolm und Angus Young die Hauptrollen spielen, da sie in der Band unangefochten den Ton angeben.

Kurzweilig, wenn auch manchmal gewöhnungsbedürftig detailliert, schildert Wall den Aufstieg zweier Krawall-Knaben aus einfachen Verhältnissen in die Champions League der Rockmusik und bietet so eine dieser schillernden Erfolgsgeschichten, von denen alle Nachwuchsmusiker träumen. Besonders wichtig sind Wall die frühen Jahre mit Sänger Bon Scott. Die Triumphe der Band mit dem ewigen "neuen" Sänger Brian Johnson interessieren ihn weniger. Trotzdem ist das Buch eine angemessene Würdigung einer der größten und individuellsten Rockbands überhaupt. Die aktuellen Ereignisse sind da natürlich noch nicht verwertet. Aber es wird klar, das AC/DC ohne Malcolm Young nicht vorstellbar ist. Auch wenn die Band ohne ihn weitermachen sollte.


Mick Wall: "AC/DC - Die Bandgeschichte". Aus dem Englischen von Sonja Kerkhoffs und Bernd Gockel. Edel Books, Hamburg; 528 Seiten; 24,95 Euro.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Keine Erläuterung
captnali 30.05.2014
wie es zum Namen AC DC kam?
2. unnütz
Gal Dove 30.05.2014
das buch, über das in fankreisen gesprochen wird, ist "the youngs - the brothers who built ac/dc" von jesse fink. gibt es aktuell nur in australien, ab august auch in den usa. muss herr dallach nicht wissen. hätte aber auch nicht geschadet.
3. For those about to rock...
radioactiveman80 30.05.2014
...we salute you! Das beste an der Truppe ist - völlig skandalfrei (von den üblichen Moralkritikern aufgrund des einen oder anderen Textes in den frühen Jahren mal abgesehn). Man sah die Jungs nie betrunken in Hotels randalieren oder sich über die Medien streiten. Ride on - on the Highway to Hell!
4. wieso?
syldron 30.05.2014
Zitat von captnaliwie es zum Namen AC DC kam?
Das wird wohl im Buch stehen, obwohl die Antwort an Banalität kaum zu überbieten ist.
5. Unvergesslich
GSYBE 30.05.2014
Mit meinen 55 Jahren habe ich schon einiges an Konzerten gesehen; nichts ist vergleichbar mit einem AC/DC Konzert. Unvergesslich die beiden Konzertabende der legendären Auftritte in der Stierkampfarena Plazz de Toros in Madrid im Juli 1996. Am Morgen nach dem ersten Konzert standen wir frühmorgens wieder am Ticketschalter im `Madrid Rock´ um auch Karten für den zweiten Abend zu besorgen. Man war ich da froh, dass ich in Madrid lebte und das erleben durfte!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zur Person
Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

Anzeige

Fotostrecke
AC/DC-Nachricht: Malcolm Young muss pausieren

Fotostrecke
AC/DC-Trennungsgerüchte: Sorge um Malcolm Young

Facebook
Anzeige
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: