Nach Erkrankung von Malcolm Young AC/DC-Frontmann dementiert Trennungsgerüchte

Rockfans waren in Aufruhr: Berichte aus Australien hatten nahegelegt, AC/DC würden sich auflösen, da Gitarrist Malcolm Young schwerkrank sei. Sänger Brian Johnson dementiert die Trennung, bestätigt aber einen Krankheitsfall.

DPA

Aufatmen bei den Fans von AC/DC: Brian Johnson, der Sänger der australischen Rockband, zerstreute Gerüchte, die Band werde sehr bald ihre Auflösung bekanntgeben. "Wir kommen definitiv im Mai in Vancouver zusammen", sagte er dem englischen "Daily Telegraph". Johnson deutete Pläne an, Material für ein neues Album aufzunehmen.

Die Gerüchte über eine mögliche Trennung der Band basierten darauf, dass der Rhythmusgitarrist Malcolm Young, 61, offenbar schwer erkrankt ist. Brian Johnson bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge einen Krankheitsfall in der Band, ohne das Mitglied namentlich zu nennen. Doch was das für die Zukunft der Band bedeuten könne, wollte Johnson nicht konkretisieren.

In Australien hatten sich Berichte über das bevorstehende Aus von AC/DC seit Dienstag verdichtet. Auslöser war offenbar eine E-Mail eines Users namens "Thunderstruck", die den Radiosender 6PR in Perth erreichte. Danach sei Malcolm Young wegen seiner schweren Krankheit mit seiner Familie nach Australien zurückgezogen. Der Journalist Darryl Mason behauptete in seinem Blog, der Gitarrist habe nach einem Schlaganfall ein Blutgerinnsel im Hirn und könne nicht mehr spielen - Mason überschrieb seinen Beitrag mit der Zeile "R. I. P. AC/DC 1973-2014".

Offizielle Vertreter der Band äußerten sich zunächst nicht zu den Gerüchten, ein nicht ungewöhnliches Schweigen: AC/DC sind bekannt dafür, die Privatsphäre der Musiker streng zu schützen. Aber die Berichte wurden von australischen Medien in großem Stil aufgenommen.

"Ein bisschen auf den Gitarren herumplinkern"

"Es stimmt, Malcolm ist krank", sagte beispielsweise Mark Gable von der Band Choirboys, ein Freund der AC/DC-Gründer, im australischen Rundfunk ABC. "So wie ich es verstehe und wie sein Sohn Ross es ja teilweise bestätigt hat, kann Malcolm nicht mehr auftreten. Es fühlt sich nicht nur unwohl, es ist sehr ernst", sagte Gable dem Sender. Er hatte via Facebook eine entsprechende Nachricht weitergegeben. Dort dankte anscheinend Malcolm Youngs Sohn Ross für die Anteilnahme.

Die Zeitung "Sydney Morning Herald" hatte am Dienstag über das mögliche Aus der Gruppe berichtet. Danach habe die Band einen Pakt geschlossen, wonach der Ausstieg eines Mitglieds das Ende von AC/DC bedeuten würde. Allerdings müsste dieser Pakt jüngeren Datums sein, da die Besetzung von Bass und Schlagzeug in der 40-jährigen Bandgeschichte mehrfach wechselte - und natürlich musste die Band 1980 den verstorbenen Sänger Bon Scott ersetzen.

Dessen Nachfolger Brian Johnson sagte nun, "einer der Jungs" habe "eine hinderliche Krankheit", über die er nicht viel sagen wolle. "Er ist sehr stolz und achtet auf seine Privatsphäre, er ist ein wunderbarer Kerl. Wir sind Kumpels seit 35 Jahren, und ich schaue auf zu ihm."

Bei den Studiosessions in Vancouver würden die Musiker auf den Gitarren herumplinkern und mal sehen, ob jemand Ideen habe, so Johnson im "Telegraph". Und wenn irgendwas dabei rauskäme, "nehmen wir es auf". Eine 40-Konzerte-Tour zum 40-jährigen Bandjubiläum wäre "eine wundervolle Art, sich zu verabschieden", sagte der Sänger weiter: "Wir würden das liebend gern machen. Aber es hängt gerade alles in der Luft."

Der größte Album-Erfolg von AC/DC liegt mehr als 30 Jahre zurück: Mit "Back in Black" erreichten die Rocker 1980 weltweiten Ruhm. Zuletzt veröffentlichten sie 2008 das ebenfalls gefeierte Album "Black Ice". AC/DC hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 200 Millionen Alben verkauft.

feb/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
!!!Fovea!!! 16.04.2014
1.
Zitat von sysopDPARockfans waren in Aufruhr: Berichte aus Australien hatten nahegelegt, AC/DC würden sich auflösen, da Gitarrist Malcolm Young schwer krank sei. Sänger Brian Johnson dementierte die Trennung, bestätigte aber einen Krankheitsfall. http://www.spiegel.de/kultur/musik/ac-dc-brian-johnson-dementiert-aus-malcolm-young-ist-krank-a-964789.html
Und wenn....., alle 5-6 Jahre eine CD, die dieselben Akkorde hat.... Die "Status Quo" der Hardrocker können ruhig abtreten, ein Verlust ist es wirklich nicht. Angesichts der X-hundert ACDC Coverbands, die hier im Lande unterwegs sind, nicht wirklich ein Verlust. Wenn Geld knapp wird (har, har, har), dann holt man sich ein Gitarristen für die 3 Akkorde und rums gibts eine Welttournee. Die R. Stones sind doch Vorbild genug. Vielleicht lernt ACDC den eigenen Mythos nicht zu zerstören, wie die Stones, Deep Purple, Alice Cooper, Whitesnake u. v. a. Aber solange es Leute gibt, die über 100.-€ für ein Ticket für simple Musik ausgeben, na ja, sollen die sich die Taschen vollmachen.
taubenvergifter 16.04.2014
2.
Jepp, klar, einen Riff wie zu "Back in Black", "Hells Bells", "Dirty Deeds" könnte beinahe jeder komponieren... könnte. Getan hat´s in dieser Fülle eben so ziemlich nur eine Band. Dass diese so viele Coverbands hat, zeigt doch nur die Begeisterung der Fans. Und dass jeder halbwegs begabte Gitarrist so spielen kann wie Angus Young glaube ich kaum. Auf ihre Weise orchestriert diese Band einfache Musik zu einem Hörerlebnis. Der, den diese Musik kalt lässt, wird natürlich nie verstehen, was viele daran fasziniert.
spon-facebook-10000160388 16.04.2014
3. Alles andere als ein Dementi
It has been reported that AC/DC are planning a tour to mark their 40th anniversary, which would involve 40 concerts in 40 different venues. "That would be a wonderful way to say bye bye," said Johnson. "We would love to do it. But it's all up in the air at the moment." Young hat durch die Krankheit vergessen wie man Gitarre spielt. Man will ihm nur aus Respekt und Kollegialität nicht vorgreifen. Es gibt vlt. noch eine Platte, aber Ac/DC sind ne Live-Band. Und ohne Young gibt's keine Auftritte mehr.
voroe 16.04.2014
4. Also...
...was die Stones angeht, stimme ich ja voll zu...Geldschneiderei ohne Ende, ohne nennenswerten musikalischen Output in den letzten Jahren. AC/DC haben dagegen nach langer Durststrecke mit Black Ice durchaus ein gutes Alterswerk hingelegt. Davon würde ich schon gern mehr hören. Wäre also schade, wenn jetzt Schluss ist.
harbihund 16.04.2014
5.
den Gitarristen möchte ich sehen, der Malcolm ersetzen kann! Never! Schlimmer als die evtl. Auflösung der Band find ich die Nachricht von Malcolms Gesundheitszustand. Für mich einer der (wenn nicht der) meist unterschätzten Rock'n'Roll-Rhythmusgitarristen überhaupt!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.