Abgehört - neue Musik Disco-Queen, Soul-Survivor und Eisprinzessin

Aus der Retro-Disco in die R&B-Gegenwart: Ist Adeline die neue Solange? Außerdem: Hip-Hop-Funk von Anderson.Paak, depressive Doom-Reduktionen von Emilie Zoé und das Vermächtnis von Charles Bradley.

Von , Tobi Müller und


Adeline - "[ad-uh-leen]"
(Eigenvertrieb, seit 9. November)

Den Witz mit dem Escort-Girl muss man sich jetzt verkneifen: Escort heißt die Nu-Disco-Band aus Brooklyns Clinton-Hill-Nachbarschaft, bei der Adeline Michèle als Sängerin tätig ist - trotz wiederkehrender Disco-Revival-Versuche wohl eher ein popmusikalisches Gleis ins Nostalgie-Nirwana. Die #MeToo-Bewegung gab ihr dann aber den entscheidenden Anstoß, nicht länger mit der Solo-Karriere zu zögern, sagte sie neulich einer New Yorker Lokalzeitung. Über die letzten Monate erschienen ein paar Singles, darunter das von Hercules & Love Affair produzierte "Before", inklusive Cowbells und einiger im BeeGees-Falsett euphorisch hervorgestöhnter "Yeaaah-Yeaaah-Yeaaah-Yeaahs". Herrlich.

Adeline will aber eben mehr sein als nur ein Retro-Dance-Act, der kompetent Hi-NRG, Achtzigerjahre-Elektropop und -R&B sowie Vocal-House aus den Neunzigern variiert ("Magic"). Das Album verfügt über ein ausgeklügeltes Playlist-Narrativ und soll laut Künstlerin in einer fließenden Groove-Bewegung durchgehört werden, deshalb gibt es auch kaum Pausen zwischen den Songs. Es sei eine Reise durch die vielfältigen musikalischen Ausprägungen von neuerer "Black Music" mit dem ewig pumpenden Funk-Bass als Metronom. Das klingt auf Albumlänge leider nicht durchgängig so aufregend, wie es sich hier liest, aber dennoch ist "[ad-uh-leen]" ein überzeugendes, vielversprechendes Debüt, in etwa vergleichbar mit Solanges "True" (2013). Dem folgte dann das Meisterwerk "A Seat At The Table".

Andreas Borcholtes Playlist KW 47
SPIEGEL ONLINE

Playlist auf Spotify

 1 Adeline: Illusions

 2 Charles Bradley: (I Hope You Find) The Good Life

 3 Emilie Zoé: Blackberries

 4 Steve Gunn: New Moon

 5 Faye Webster: Kingston

 6 Hejira: Ribs

 7 Anderson.Paak: 6 Summers

 8 Jadu: Uniform

 9 Dagobert: Du und ich

 10 The Chemical Brothers: Free Yourself

Adeline schrieb und sang nicht nur alle Songs ihres Albums, sondern produzierte auch den größten Teil selbst, bis hin zu den fein in den Vordergrund justierten Beats und Bassläufen (schön zu hören im modernisierten Gospel "Satellite"). Die Freude am lässigen Klang- und Beatbasteln macht daher den größten Reiz von "[ad-uh-leen]" aus. Man amüsiert sich über die lustig gewarpten Hechel-Sounds in "The Wire" und findet im zugehörigen Text Bissiges über Popkultur und Showbiz ("Anything to keep the spotlight"). In der elegant verstolperten Souljazz-Ballade "Emeralds" geht es gegen kristalline Drogen und Juwelen, weil die Liebe natürlich das einzig wahre Rausch- und Verführmittel ist ("This high is natural"). Zum aufschwingenden Soul-Crooning, das Adeline neben Gurren und Hauchen auch beherrscht, gniedelt sich eine Progrock-Gitarre in träge Ekstase.

Ähnlich Verzückungsräume macht auch das minimalistisch pluckernde "Illusions" auf, da sind selbstermächtigte Genre-Kolleginnen wie Abra oder Kelela dann gar nicht mehr weit entfernt. "This World Is Mine" formuliert Adeline zum Schluss über souverän nach vorne drückendem Disco-Beat und zischender Hi-Hat in "Never Know". Ihren Namen hat sie nicht umsonst in Lautschrift aufs Cover gedruckt. (8.0) Andreas Borcholte

Anderson.Paak - "Oxnard"
(Aftermath/Warner, seit 16. November)

Das größte Kapital von Brandon Paak Anderson war bisher, eine Zwischenlösung zu sein. Das ist gar nicht despektierlich gemeint. Wer seine Musik hörte, bekam schlicht das Beste aus zwei eigentlich gegensätzlichen Welten: einerseits straßenerprobte Rap-Kredibilität, die nicht nur wegen seiner ähnlich raspeligen Stimmlage an Kendrick Lamar zu Zeiten von "To Pimp A Butterfly" erinnerte, andererseits eine gute Portion jenes sonnigen und radiotauglichen Soul-Funks, der Bruno Mars zu einem der erfolgreichsten Musiker des Planeten machte. Allerdings schaffte Anderson.Paak das, ohne dabei wie ein Betriebsunfall in der Süßwarenfabrik zu klingen. Das ergab eine gerade in dunklen Zeiten attraktive Mischung: Einen Sound, der eine Euphorie verbreitete, die man sonst nur nach dem sechsten Mischgetränk in einer lauen Sommernacht kennt.

Auch auf "Oxnard" gibt es solche Momente. Doch die unbedingte Leichtigkeit, die den Vorgänger "Malibu" zu einem kleinen Meisterwerk machte, sucht man hier vergebens. Das liegt vor allem an - Fans müssen jetzt ganz stark sein - Dr. Dre, der Andersons drittes Soloalbum koproduziert hat. Selbstverständlich führt die Handschrift des Hip-Hop-Paten zu einigen starken Momenten, etwa dem an Blaxploitation-Soundtracks erinnernden Opener "The Chase" (feat. Kadhja Bonet) oder dem G-Funk-Hüftschüttler "Anywhere" - mit Snoop Dogg in Bestform am Mikro und Dres patentierten Bassbeats im Hintergrund.

Auf ganzer Länge ist der Einfluss des Doktors jedoch hauptsächlich dafür verantwortlich, dass "Oxnard" allzu bemüht massenkompatibel klingt. Musikalische Ideen gibt es zwar reichlich, aber sie wurden mit einer scheinwerfertauglichen Politur zugekleistert, die Anderson eigentlich gar nicht nötig hat. Am deutlichsten wird das in "Mansa Mura" (feat. Dr. Dre & Cocoa Sarai) oder in der Single "Tints" (feat. Kendrick Lamar}, die am ehesten als Satire auf kalifornische Lockerheit taugt - und dabei wie das dumbing down zweier großer Künstler wirkt.

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Am stärksten ist "Oxnard", wenn sich niemand einmischt. Beispielsweise im zentralen Track des Albums, dem hervorragend produzierten"6 Summers" - einer von nur wenigen Songs ohne prominentes Feature. Zu einem zersplitterten Percussion-Beat formuliert Anderson da einen beißenden Protestsong gegen die von Teilen der Politik ignorierte Waffenepidemie - und lässt dabei keinen Zweifel an seinem Adressaten aufkommen: "Dear Mr. President/ it's evident that you don't give a damn". Das unterschreibt man sofort, bis auf einen selbstbewussten Claim, der im selben Song aufstellt wird: "This shit is gonna bang for at least six summers". Sorry, lieber Anderson, nicht wirklich. Vielleicht beim nächsten Mal wieder. (7.2) Dennis Pohl

Charles Bradley - "Black Velvet"
(Daptone/Groove Attack, seit 9. November)

Wer vor zehn Jahren mit der Subway zu Charles Bradley nach Brooklyn fuhr, sah jede Menge Armut. Zum Beispiel die Sozialbauten, die Bradley von innen kannte. Noch tiefer im heutigen Hipsterbezirk, in einem Häuschen in Bushwick, saß das Plattenlabel Daptone. Im kleinen Studio hatte Amy Winehouse einige Songs ihres Hitalbums "Back To Black" aufgenommen. Alles analog. Ein älterer Mann reparierte die Holztreppe zum Keller. "Hi, I am Charles. Ja, diese Treppe, Mann. Kriegen wir hin!"

Daptone lebte vom Ruf der Winehouse und von den Retrosoul-Alben, die Sharon Jones mit der Hausband, den Dap-Kings, herausbrachte. Zwei Jahre später trat der Treppenflicker selbst ins Scheinwerferlicht. Mit 62 Jahren veröffentlichte Bradley sein Debütalbum, "No Time For Dreaming" (2011). Seine im Midtempo vorgetragene, schon länger kursierende Klage "The World is Going Up in Flames", war kein leeres Versprechen. Im Kern steckte die ewige Popfrage: Was geht den Bach herunter - die Welt, unsere Liebe, mein Leben? Und was ist der Unterschied? Sein Gesicht zeigte den Sieg des Soul als Gemälde: Schmerz, ja, aber auch die Freude, das Leid mit der Musik überwinden zu können.

Bradley tourte ständig während der drei Alben, die er veröffentlichte. 2016, beim Gespräch Berlin über "Changes" , sein drittes Werk, kam er noch immer nicht aus dem Staunen heraus, es geschafft zu haben. Seine Hände und sein Blick waren warm, er redete über den Zimmerservice, die Steaks ("so dick!"), seine Rezepte gegen Rückenschmerzen ("Schnaps in ganz heißes Badewasser!" Und die "Süßkartoffelpommes in diesem Laden, ich sag' dir!" Ein paar Monate später kam die Krebsdiagnose, im September 2017 starb Charles Bradley .

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"Black Velvet", ein Jahr nach seinem Tod erschienen, geht tief in die Archive. Es sind zehn Lieder, von denen man fast alle noch nie gehört hat. Auf den meisten Songs spielt die Menahan Street Band, die der Gitarrist und Songwriter Thomas Brenneck mit Bradley gepaart hatte. Schön sind auch die Coverversionen, die es bislang nur auf Sonderausgaben seines Debüts gab: "Heart Of Gold" von Neil Young und, noch besser, "Stay Away" von Nirvana in einer halb psychedelischen, halb souligen Version. Die Single des Albums behandelt noch einmal das Generalthema von Bradley: "I Feel A Change". Der Wandel, die alte Sau, ist unberechenbar: Mal bringt er späten Ruhm und sozialen Aufstieg, mal den verdammten Krebs. Den Titelsong "Black Velvet" konnte Bradley nicht mehr einsingen, er bleibt ein instrumentaler Track. Das Grab, eine akustische Leerstelle. (ohne Wertung ) Tobi Müller

Emilie Zoé - "The Very Start"
(Hummus Records, seit 9. November)

Das beste Doom -Metal-Album des Jahres kommt dann doch von einer Frau. Wenn die Kalifornier von Sleep es auf ihrem jüngsten, sehr guten Album "The Sciences" schafften, den Südpol durch ausdauerndes Gitarrenschmirgeln zum Schmelzen zu bringen ("Antarcticans Thawed"), lässt die Schweizerin Emilie Zoé schnell wieder alles vereisen. "The Very Start" ist aber eigentlich gar kein Metal, sondern berückend monochromer, morbid-depressiver Singer-Songwriter-Pop, auch wenn von einer Hinwendung zum Populären hier, im lebensmüden Eisbad mit der Tristesse, eigentlich keine Rede sein kann.

Zoé, die hier zusammen mit dem Drummer Nicola Pittet ein Duo bildet, ist eine Gitarristin aus dem franko-schweizerischen Neuchâtel, die bereits in den Live-Bands von Sophie Hunger und Anna Aaron spielte und unlängst den Soundtrack für die Mystery-Serie "Anomalia" schrieb. Aus welchen Abgründen sie die zehn Songs ihres zweiten Albums schöpfte, weiß man nicht, aber es muss ein jenseitiger Ort sein, in dem Zombie-Vögel herumflattern ("Dead Birds Fly"), gefrorene Beeren an dürren Sträuchern schimmern ("Blackberries") und man selbst durch den strengen Frost hindurch den Geruch von Verwesung erahnt ("Nothing Stands"). "Soon I'll dissolve into everything", singt Zoé mit süßlich-somnambuler Eisprinzessinnenstimme in "6 O'Clock" zu den gusseisernen Schlägen Pittets, der im Harmoniegesang dann die Rolle des Charon auf Zoés Fahrt auf dem Styx einnimmt. In derart klammer Atmosphäre würde sich auch Nick Cave pudelwohl fühlen, ebenso Doom- und Gloom-Verwandte wie Chelsea Wolfe oder PJ Harvey.

Das Metal-Gefühl, vielleicht auch ein Grunge-Erbe, stellt sich spätestens in "Tiger Song" und "Blackberries" ein, wenn Gitarre und Schlagzeug sich in repetitive, anschwellende Drones hineinsteigern. "Loner", am Piano mit ertrinkender Stimme ins Zwielicht unter die isolierende Eisdecke geklimpert, süchtelt zur Mitte des Albums ins nasskalte Grab. Doch dann, in "The Barren Land" und "Sailor", sägen und hämmern sich Zoé und Pittet doch noch wieder mit gleißendem Noise durch Gletscher, gefrorene Bergseen und Alpenfels-Äonen hindurch - ins fahle Novemberlicht. (7.7) Andreas Borcholte.


Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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Abgehört: Die wichtigste Musik der Woche


insgesamt 9 Beiträge
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wolfabc 20.11.2018
1.
"Neulich war, ich mal wieder in Amerika..." (Udo Lindenberg) Klar, wenn es um Kultur, vor allem um Musik geht, gucken beim "Spiegel" alle über den großen Teich, bestenfalls noch rüber nach Großbritannien. Mehr ist nicht. Kultur findet im anders als englichsprachigen Raum für Sie nicht statt - und Deutschland ist für Sie so etwas wie eine kulturelle Wüste. Beschämend, den Rest der Welt so grundsätzlich außen vor zu lassen! Was ist mit der kulturellen Vielfalt? Die Welt hat mehr zu bieten als dieses kulturelle und musikalische Allerlei aus dem angelsächsischen Raum!
freddykruger 20.11.2018
2. Emilie Zoé?
Emilie Zoémacht keinen Doom, allenfalls Indie Schrammel Rock/Pop. Mit sicherheit hat sie auch nicht das beste Doom Album des Jahres veröffentlicht. A. Borcholte will sie doch wohl nicht mit Sleep (mit Abstand das beste Doom Album dieses Jahr), Barren Earth oder The Skull auf eine Stufe stellen? Die besten und interessantesten Doom Metal Alben werden immer noch von Kerlen gemacht. Würde sicherlich anders aussehen wenn Frauen im Doom Metal presenter wären. Nein und nochmals nein. Emilie Zoéist kein Doomkopf. Basta!
popeypope 21.11.2018
3. @freddykruger
Zitat von freddykrugerEmilie Zoémacht keinen Doom, allenfalls Indie Schrammel Rock/Pop. Mit sicherheit hat sie auch nicht das beste Doom Album des Jahres veröffentlicht. A. Borcholte will sie doch wohl nicht mit Sleep (mit Abstand das beste Doom Album dieses Jahr), Barren Earth oder The Skull auf eine Stufe stellen? Die besten und interessantesten Doom Metal Alben werden immer noch von Kerlen gemacht. Würde sicherlich anders aussehen wenn Frauen im Doom Metal presenter wären. Nein und nochmals nein. Emilie Zoéist kein Doomkopf. Basta!
"kein Doom" - da muß ich dir 100% recht geben, nachdem ich in beides reingehört habe. Eins vorweg: Ich hab von Metal wenig Ahnung, weil .. gehört einfach nicht zu den Musikgenres, in denen ich sowas wie Entwicklung beobachten konnte. Das ist ein Treten auf der Stelle schätzungsweise seit den frühen 90ern oder so. Manchmal auf hohem Niveau, sehr oft aber auch unter aller Sau. Woran liegt es? Genau benennen kann ich es auch nicht, aber ich denke, die teilweise übertriebene Präsenz der verzerrten Gitarrenwände engen das Genre als solches sehr ein. Sowas gibt es kaum in anderen Musikrichtungen. Oder kannst du als Fachmann mir eine Metal-Band nennen, die ganz ohne Lead-Gitarren (auch ohne Gitarrenimitate) auskommt? Mir fehlt auch oft das Experimentelle darin, das Übergreifen in andere Genres, und wenn es denn mal vorkommt wie bei zb Waltari (KirmesTechno) oder Israelvis (DrumnBass), dann wirkt das fast immer wie eklektizistisch aufgepfropft und nicht wirklich originell. Zur Sleep "The Sciences": Ich kann gut nachvollziehen, daß das n gutes Album ist. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, so viel hat sich seit Black Sabbath, Godflesh, Strobe, Loop (eigentlich mehr Indie) und Helios Creed/Chrome (eigentlich mehr IndustrialRock) auch nicht wirklich getan: Seit jeher legt sich das Gitarrenzeug etwas lähmend über das Ganze, und speziell mir gefallen eigentlich nur "Giza Butler" (hat was von "Maggot Brain") und "The Botanist" (etwa ab 4:20) ganz gut, weil es immer wieder "leere" Parts gibt, wo nur die Drums und der Bass spielen, begleitet von mäandernden Phaser/Chorus/Flanger-Feedbacks der Gitarre. Versteh das nicht falsch: Ich hab nichts gegen verzerrte Gitarren, aber wenn das gesamte Ensemble unter der Übermacht leiden muß, dann empfinde ich das als irgendwie penetrant. Deswegen höre ich zB Helios Creed (speziell "Kiss To The Brain" und "X-Rated Fairytales") sehr gerne, weil der Groove das bestimmende Element ist, nicht die Gitarre, obwohl sie immer präsent ist. Am Ende: An der Review-Aufteilung (im weitesten Sinne R&B/Soul: 3x, Indie: 1x) kann man gut sehen, die sprechen sich nicht ab.
freddykruger 21.11.2018
4. @popeypope
Hallöle popeypope, ich versteh dich schon nicht falsch. Unsere Schwerpunkte in der Musik sind halt verschieden. Bratgitarren. Aus diesen Grund mag ich Metal und genauso möchte ich ihn haben. Fette verzehrte Gitarren. Den Virus hab seit 1978 als Judas Priest Stained Class veröffentlicht haben. Es ist wohl das Album was maßgeblich Thrash Metal ein paar Jahre später sehr stark beeinflußt hat. Eigentlich müßte ich das Debut von Motörhead (meine absoluten Faves) nennen, aber das war ziemlich soft im vergleich zu Stained Class. Wie dem auch sei, seitdem bin ich vom Virus Metal befallen. Wenn es um die Genres geht die ich im Metal bevorzuge, 80er Altmetal, Doom, Thrash, Death Metal, Power Metal, Hard Rock, bin ich ehr traditionel, manche sagen auch konservativ. Muß ich zugeben (lol). Höre allerdings auch gerne Prog Metal, der sehr wohl Einflüsse aus anderen, nicht mtal(l)ischen, Genres verarbeitet. Um zu verstehen warum man als Metalhead moderne Einflüsse ehr verachtet als sie zu begrüßen, muß man wohl die Szene und die Musik von Anfang an miterlebt habem, besser gesagt reingewachsen sein. Metal unterliegt zum Glück keinen trendigen Zeitgeist. Seit gut 40 Jahren hat Metal jeden Trend überlebt. Ein paar Dellen zur Zeit des Grunge, aber das war auch nur ein kurzes Kapitel. Metal ist eine in sich geschlossene Welt mit seinen eigenen Gesetzen. Als Außenstehender ist es Wohl schwer zugang zu finden. Hört sich jetzt an als ob mein Geschmack sehr eingeengt wäre. Ist er auch nicht. Ich brauch natürlich die Abwechselung. Bervorzugte Genres sind da z.b. Prog Rock, 60er Psycedelic, Kraut Rock, 70er Rock, Southern Rock, Blues. Vor allem auch Frank Zappa, Johnny Cash, Bob Dylan. Kein widerspruch, Genesis P-Orridge find ich genial. Nur mit derzeit aktueller Musik kann ich nichts anfangen. Mir fehlt da was. Kann es auch nicht genau erklären warum es so ist. Wahrscheinlich fehlt mir da das räudige was ich nur in der Rockmusik finde. Klar höre ich auch neue Bands wie z.b. Greta Van Fleet. Die bewegen sich allerdings auch in Genres die ich bevorzuge. Auweia, jetzt war ich wieder sehr ausschweifent und hoffe der Moderator dieses Forums ist mir wohlgesonnen.
popeypope 21.11.2018
5. @freddykruger
Judas Priest..Motörhead.. das erinnert mich an die Zeit, in der ich alle Freunde und Bekannte aus der Nachbarschaft um ihre Plattensammlung leihweise angehauen habe (weil meine eher bescheiden war). Da waren auch "Rocka Rolla", "Stained Class" u.a, aber auch viiieel mehr anderes Zeug dabei. Die Rock-Phase hat dann so ca 3 Monate vorgehalten, da war ich schon wieder woanders (Soul+Funk, NewWave, Reggae). In der Tat, für ne Stippvisite schau ich gern mal rein, aber dauerhaft in einem Metal-versum zu leben wär nichts für mich. Aber das gleiche gilt für Jazz und Techno, usw. Die einzigen Genres, die ich generell bevorzuge sind Funk, PostPunk, 80erHipHop, Industrial, Dub sowie neuerdings Vaporwave (was imho ungeheuer Potenzial nach wie vor bietet). Sicher, das bleibt schwierig, was "neue" Musik angeht. Ich hab einfach meine Probleme mit der "Glattheit", dieser standardisierten Gebügelheit im Sound. Das war bis Ende der 80er noch irgendwie anders. Das "räudige", wie du es beschreibst, trifft es wohl ganz gut. Zb muß ich bei Greta Van Vleet (hab mir nur ein Video angesehen) an die Birthday Party "Nick the Stripper" denken: Das ist einfach viel fieser, intensiver und "räudiger", und die Burschen damals waren genauso alt wie gvv, nur deren Milchgesichtigkeit ist eine ganz andere...
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