Amtlich

Amtlich Die wichtigsten Metal-Alben des Monats

Kinderlärm kann ein Genuss sein, stellt Thorsten Dörting fest - und lobt Mastodon für ihren Spielspaß. Jan Wigger futtert mit Wolves In The Throne Room ein paar Tofu-Marshmellows. Außerdem in unserer Metal-Kolumne: Schicksalschläge von den Hammers Of Misfortune und Slayers gesammelte Machwerke.

Mastodon - "The Hunter"
(Roadrunner Records, bereits erschienen)

Wer einen Magen- und Darmtrakt beherbergt, der empfindlich auf positive Gefühlsäußerungen anderer Menschen reagiert und der bereits revoltiert, wenn in seiner Nähe Wörter wie Geborgenheit, Liebe oder Karen Carpenter ausgesprochen werden, möge jetzt bitte erst mal kontrolliert abkotzen, bevor er weiterliest. Man will sich als Autor ja nicht unbedingt vorstellen, dass man mit seinen Texten seine Leser brechreizt und dazu bringt, ihre letzte Mahlzeit ungewollt mündlich zu entsorgen - es sei denn man heißt Thilo Sarrazin oder Nicholas Sparks, dann ist das vermutlich genau das Ziel allen Schreibens.

Übergabe erledigt? Gut, dann wage ich folgenden Satz: Vielleicht sind ja der Herbst und meine Erst-fallen-die-Blätter-dann-die-Schneeflocken-und-dann-kommt-der-Tod-Stimmung schuld an dieser Einschätzung, aber eine der größten Stärken Mastodons ist die Wärme, die alle ihre Songs ausstrahlen; was übrigens genauso für frühe Knüppel-auf-Kopp-Kracher wie für zeitgemäß harte King-Crimson-Updates wie "The Czar" vom letzten Album "Crack The Skye" gilt. Mastodon verweben technische und kompositorische Finesse mit einem wohligen Grundton. Ihre großformatigen Songteppiche schillern zauberhaft, sie sind meisterhaft gewirkt - aber sie dienen immer auch als flauschige Decken, unter denen sich die Weirdos dieser Welt verkriechen können. Im Gegensatz zu den Werken vieler Prog-Kollegen, vor deren himmelsstürmenden, ornamentreichen Bauwerken das Publikum bloß in ehrfürchtiger Bewunderung erstarren soll.

Auf "The Hunter" haben sich die vier aus Atlanta nun noch mehr ihrer warmen Seite hingegeben, obwohl das Album trotzdem sphärische Spinnereien wie "Creature Lives" oder eine majestätische Titel-Ode bietet, mit dem die Band dem bei einem Jagdunfall verstorbenen Bruder von Gitarrist und Sänger Brent Hinds gedenkt. Typisch sind aber Songs wie das kurze, pfeilgerade, trotzdem gar nicht mal überbrutale "Black Tongue". Mastodon sind, wenn man sich das mal so recht überlegt, rückwärts gereift: Sie wurden über die Jahre jünger. Auf wütende Endzwanziger und Mittdreißiger, die auf den ersten Alben mit technischer Präzision alles niedermähten, folgten picklige, bei den Mädels erfolglose Teenager-Nerds, die auf "Crack The Skye" ihren Hormonüberschuss in den Bau gaudíesker Klangkathedralen umzuleiten versuchten. Und jetzt? Daddeln vier hochbegabte Kleinkinder intuitiv auf ihren Instrumenten rum, machen ordentlich Krach, aber lassen bei all dem Spielspaß durchschimmern, was für technisch herausragende Musiker sie als Erwachsene mal sein werden. Sogar unsere Bundesgouvernante Katharina Saalfrank findet: Lärmende Blagen klangen selten besser. (Gesamtwertung: knappe 9) Thorsten Dörting

Anspruch: Ehrgeiziges Kunsthandwerk. (9)

Artwork: Die Band hat ernsthaft einen Kunstschnitzer beauftragt, der ihr für das Coverfoto einen Holztierkopf anfertigte. Das Vieh sieht aus wie eine Kreuzung aus Hirsch, Garfield und Keanu Reeves, hat mehrere Unterkiefer und einen offenen Hals, als müsse es sich gerade einer Kehlkopfkrebs-Operation unterziehen. Dazu reißt es ängstlich sein Maul auf und blickt mit furchterfüllten Augen auf den Betrachter. Vermutlich sind das aber nur die letzten Lebenszeichen des für dieses Werk missbrauchten Holzblocks, der seinen Schmerz darüber ausdrückt, dass er zu dieser Monstrosität verunstaltet wurde. (10)

Aussehen: Prätentiöse Philosophie-Studenten aus Heidelberg-Süd halten die Band für motorölsaufende Autoschrauber aus einer White-Trash-Wohnklotzburg irgendwo im national befreiten Ostdeutschland, motorölsaufende Autoschrauber aus einer White-Trash-Wohnklotzburg irgendwo im national befreiten Ostdeutschland halten sie für die Besitzer von mindestens zwei Büchern, die NICHT bei Bastei Lübbe oder Heyne erschienen sind, und Fleet-Foxes-Hörer aus der bewusstseinsgestaltenden Industrie (Werbetexter, Redakteure und andere Überbau-Sklaven) finden ihre Musik zu dumpf, ihre Bärte eine Spur zu ungepflegt und die Tattoos indiskutabel. Weiter so! (7,5)

Aussage: "Jungs! Irgendwo in den Sümpfen unserer schönen Heimat Georgia haust doch diese zweiköpfige Oma, die mit gehäkelten Gesamtausgaben von Karl Marx handelt und allmorgendlich Hänsel und Gretel in die nahen Wälder zum Cheeseburger-Pflücken schickt. Wählen wir sie zur ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten von Wanne-Eickel!" Recht phantasievoll und ein bisschen gaga halt. (8,5) Thorsten Dörting

Slayer - "The Vinyl Conflict (Box Set)"
(Music On Vinyl/ Cargo Records, bereits erschienen)

Verehrte Thrash- und Speed-Metal-Afficionados: Ihr glaubt doch hoffentlich nicht wirklich, dass ausgerechnet ich euch noch irgendetwas Neues zum Thema Slayer zu erzählen habe, oder? Assklar. Donnerstag, 13.30 Uhr: Informiere meinen Chef und brother of metal Thorsten Dörting, dass ich in wenigen Minuten vor dem großen neuen SPIEGEL-Palast stehen werde, um das direkt aus den Niederlanden versandte Slayer-LP-Box-Set "The Vinyl Conflict" persönlich abzuholen. 35 Minuten lang werde ich einsam vor der Tür warten, ohne etwas zu Lesen dabei zu haben. Denke über die Band Morbus Crohn nach und darüber, was wohl geschehen würde, wenn der Leibarzt beim Schlagzeuger plötzlich Morbus Crohn diagnostiziert. Notoperation, Umbenennung oder Auflösung? Behalten sie immer im Hinterkopf, was Death-Frontgrunzer Chuck Schuldiner passiert ist!

Doch wie dem auch sei: Dörting trifft sich im 113. Stockwerk noch mit Leander Haußmann, Oliver Reese und Lavinia Wilson, es dauert länger als geplant, es geht wohl nicht um Slayer. Denke an Franz Josef Wagner am Ground Zero und wühle aus Langeweile im Müll. Finde ein Interview mit Revolverheld-Sänger Johannes Strate: "Habe mir das Männliche in der Stimme bewahrt", "Ich bin ja jemand, der viel macht und kreativ ist", "Reisen ist für mich immer wieder ein wichtiger Inputgeber", "Mit welcher Tiefe die Isländer ihr Instrument spielen, und wie sie so ganz bei sich sind, das hat schon etwas beeindruckend Spirituelles". Selten so viel Schrott auf zwei Seiten gelesen, kein Wunder, dass Deutschland im Arsch ist. Beschließe, die Johannes-Strate-CD meinem besten Freund zu schicken, um ihn zu ärgern. Denke an den Ozzy-Osbourne-Auftritt in Wacken und überlege, was "Pommesgabel" wohl auf Englisch heißt.

Jetzt öffnet sich die Panzertür, Maestro Dörting überreicht mir das Paket und sagt: "Ist gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte". Breche unter dem Gewicht aller zehn "American Recordings"-Alben fast zusammen. Verabschiede mich höflich nach Hause, treffe aber kurz darauf einen beliebten Promoter. Machen Witze über Michael Oenning und beratschlagen, welchen Trottel der HSV wohl als nächstes auf die Bank setzt. Ist Pál Csernai schon tot? Nehme die U-Bahn und denke über Axel Rudi Pells letztes Verbrechen, eine total emotionale Coverversion von Leonard Cohens "Hallelujah", nach. Werde schwermütig, steige aus und gehe den Rest zu Fuß nach Hause. Zwei Stockwerke unter mir ist Kindergeburtstag. Lege "Jesus Saves" von "Reign In Blood" auf und schlafe zufrieden ein. Träume von Roberto Blanco im Plattenladen. Er grinst maliziös und zieht etwas aus seiner großen Plastiktüte: Die australische Erstpressung von "Back In Black". (9) Jan Wigger

Anspruch: Die mächtigste Vernichtungsmachine der Metal-Geschichte bleiben. Bangen trotz Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel. Auch als bekennender Christ das Hohelied auf Satan singen dürfen. Und Guten Morgen, Ketzer: "Reign In Blood" > "Bonded By Blood". (9,5)

Artwork: Immerhin die zehn altbekannten Plattencover und eine scharlachrote "Henry: Portrait Of A Serial Killer"-Kritzelei, die wenig subtil darauf hinweist, dass sich auch die letzte, sagen wir mal: zufriedenstellende Totschläger-Scheibe "World Painted Blood" in der tonnenschweren Box befindet. Babys an Fleischerhaken? Fehlanzeige! Die hirnrissigsten Aussagen aus 47 Jahren Jeff Hanneman als Golddruck? Pah! Konnte nicht mal ein Booklet mit Blutflecken finden. (6)

Aussehen: Lassen sie sich das Cover von "Decade Of Aggression" rahmen und sägen sie Sasha Grey (oder Sherilyn Fenn) überfallartig den rechten Arm ab. Schreiben sie mit der Blutfontäne genau drei Wörter auf das Glas: God bless America. (9)

Aussagen: "Strangulation, mutilation, cancer of the brain/ Limb dissection, amputation, from a mind deranged/ Asphyxiation, suffocation, gasping for air/ Explain to me the feeling after sitting in the chair?/ Ripping apart/ Severing flesh/ Gouging eyes/ Tearing limb from limb." Ich mach' mir nach dem letzten Elternabend ja auch Sorgen, Horst, aber ist es nicht besser, der Junge schreibt seine Gedanken auf, als irgendwann Amok zu laufen und unschuldige Menschen hinzurichten? Horst, jetzt sag' doch auch mal was! (10) Jan Wigger

Wolves In The Throne Room - "Celestial Lineage"
(Southern Lord, bereits erschienen)

(leider ohne Songprobe) Zur Großansicht

(leider ohne Songprobe)

An der Basis rumort es: Beim letzten Marduk-Konzert wurde ein wandelndes Poloshirt mit Hornbrille gesichtet und sofort als SPIEGEL-ONLINE-Leser identifiziert. Der orchestrale, erhebende Wahnwitz des amerikanischen Abrisskommandos Wolves In The Throne Room gilt als "Studenten-Black-Metal", weshalb die Eierköpfe von "Abgehört" das zweite Wolves-Langeisen "Two Hunters" im Jahr 2008 zu einer der zehn todbringendsten Platten des Jahres kürten. Dass Wolves In The Throne Room "Celestial Lineage" für die akademische Mittelschicht eingeholzt haben könnten, ist "als Axiom nicht haltbar oder so" (Jochen Distelmeyer mit Corpsepaint vor der Immortal-Autogrammstunde im "Praktiker"-Baumarkt): Ein seit zehn Tagen ungewaschener E-Techniker im Studentenwohnheim Rostock, der "Diadem Of 12 Stars" bis auf 11 aufdreht, während er sein Deutsch-Klingonisch-Wörterbuch nach Fehlern absucht und Tütensuppen frisst? Undenkbar! "The band has said that it is the final record in a trilogy that began with 'Two Hunters'" und tatsächlich kehren Wolves In The Throne Room auf über zehnminütigen, wäldlichen Exkursionen wie "Thuja Magus Imperium" oder "Prayer Of Transformation" zum ausladenden, himmelweiten Eso-Arrangement zurück, das auf dem letzten, vorbildlich verrohten Old-School-BM-Höllenritt "Black Cascade" nur gestört hätte. Es sind das kaiserliche Grundrauschen, das besinnungslose Brettern und das herrliche Gekeife Nathan Weavers, die Trance und Trauma, Realität und Trugbild, Tiefschwarzes und blendend Helles beinahe unbemerkt ineinanderfließen lassen. Wolves In The Throne Room sind und bleiben die Rettung vor lächerlichem Karnevals-Black-Metal, Rotwein spuckenden Background-Sängerinnen und Dani Filth auf Stelzen. Schmeck den Prügel! (8,5) Jan Wigger

Anspruch: Die Welt vor schlechten Göttern, schlechten Einflüssen und schlechter Ernährung zu bewahren. Solange weiter Öko-Essen, iPhones und Marshmallows aus Tofu anbauen, bis Dimmu Borgir samt Management nach Olympia, Washington reisen, ihre Burger-King-Geschenkgutscheine bei Nathan Weaver einreichen und sich "Wir sind unwürdig!" (oder "Deathspell Omega, you fuckin' pricks!") auf die Stirn tätowieren lassen. (9)

Artwork: Caspar David Friedrich als Förster. Wunderschönes, goldglänzendes Idyll aus Bäumen, Wurzeln und Flechten. Als hätte man der Gottesanbeterin im Aquarium Düsseldorf kurz vor ihrem Tod ein neues Zuhause geschenkt. (9,5)

Aussehen: Vollkommen normale, niemals angepinselte, schwarz gewandete Hardcore-Follower der norwegischen Black-Metal-Klasse von 1992. Sitzen auf Fotos immer am Lagerfeuer ihrer "Calliope"-Farm. Auf jedem Bandporträt sind bis zu sechs frische Tomaten im Bild versteckt. Wer sie findet, darf eine Woche umsonst bei "Whole Foods" einkaufen oder sich eine Nutte aus der Ukraine nehmen. (8)

Aussagen: "Wenn du Fleisch essen willst, musst du ein Teil von diesem Prozess sein, du musst in der Lage sein, dieses Tier zu töten und auszunehmen." Passen sie gut auf sich auf. (7,5) Jan Wigger

Hammers Of Misfortune - "17The Street"
(Metal Blade, erscheint am 21. Oktober)

Wir Musikkritiker sind auch Prediger. Doch anstatt kleine Jungs in die große katholische Herde und unter die Soutane des nächstbesten Bischofs zu locken, missionieren wir kleine Jungs (sprich: andere Musiknerds) ja nur deswegen, um sie zur Wertschätzung obskurer Alben von obskuren Bands zu bewegen und sie zum Besuch von Konzerten zu verführen, bei denen das Bandpersonal alle drei Gäste per Handschlag begrüßt.

Auch - aber nicht allein! - aus diesem Grund kommen die Hammers Of Misfortune hier zu "Amtlich"-Ehren. Trotz starker Alben bei Mini-Labels sind sie seit Jahren erfolglos, und unzählige Mitglieder und Ex-Mitglieder haben in so vielen kommerziell unerfolgreichen Bands gespielt, dass ihnen selbst Anvil seit Jahren monatliche Care-Pakete in ihre Heimat San Francisco schicken. Ich hatte nie das Glück, die vier Herren und zwei Damen von Hammers Of Misfortune persönlich zu treffen. Aber sie mir in ihren Proberäumlichkeiten - ein verfallenes, verlassenes Grand Hotel aus dem 19. Jahrhundert - vorzustellen, bereitet mir das einzig nennenswerte Vergnügen in dieser traurigen Zeit (siehe: Mastodon). Und bietet mir die einzige Chance, diese wundersam verschrobene Musik zu verbildlichen.

Sängerin und Gitarristin Leila Abdul-Rauf flegelt sich da nun also auf einer Chaiselongue, schnippelt sich aus purer Langeweile die Pulsadern auf, lässt ihr Blut in einen Starbucks-Kaffeebecher träufeln und singt dazu ein Potpourri der schönsten Kindermelodien aus dem "Wizard Of Oz" und Mozarts Requiem. Der Bassist ärgert sich, dass er 1986 ein Angebot von Metallica ausgeschlagen hat und schleudert unaufhörlich Dartpfeile auf ein "Black Album"-Poster. Sigrid Sheie, die Piano und Orgel bedient, haucht dazu sentimentale Pop-Balladen über ihre zu früh verstorbene Mutter, die einst von Jon Lord verlassen wurde, nachdem der Deep-Purple-Keyboarder die kleine Sigrid in den Siebzigern gezeugt hatte.

Der Drummer kauert in der Zimmerecke neben einem Grammophon und ist in das Studium des Frühwerks von Black Sabbath vertieft, während er ab und an das Blut seiner Bandkollegin aus dem Starbucks-Kaffeebecher kostet. In der Suite nebenan grübelt Sänger Joe Hutton (ja, noch einer am Mikro) darüber nach, warum er es doch nicht in die Mailänder Scala geschafft hat, während Band-Mastermind John Cobbett mit dem heiligen Eifer eines Dschihadisten Musiknoten in ein vergilbtes Notizbüchlein kritzelt, auf dessen Einband in kindlicher Schnörkelhandschrift "one day this will be the greatest rock album of the 21st century" geschrieben steht. Und weil man unter solch wehrlosen Autisten ja so herrlich ungestört Menschen hassen kann, guckt ab und an ein Lou-Reed-Imitator vorbei und verbreitet mit ein paar Gesangszeilen eiskalte Misanthropie (herrlich: "Summer Tears").

Wer sich jetzt schon von der Musik überfordert fühlt, in der schwarzer Doom, mittelkomplexer, orgeliger Siebziger-Prog, gelegentliches Thrash-Riffing und bittersüße Pop-Background-Vocals dann doch erstaunlich oft zueinander finden, sollte besser nicht auf die Lyrics hören. Übersetzen wir Hammers Of Misfortune mal frei und unverfroren mit Schicksalsschläge, dann bekommen wir eine Ahnung: Verlust. Trauer. Einsamkeit. Wie wahr. (Gesamtwertung: 8) Thorsten Dörting

Anspruch: Die beste erfolglose Rockband dieses Jahrtausends zu werden. Ist noch ein sehr langer, sehr wahrscheinlich viel zu weiter Weg für die sechs, aber bekanntlich zählt ja der Weg und nicht das Ziel. Sorry für diese Plattitüde, aber ich habe gestern in meiner Kalenderblattaphorismen-Sammlung geblättert, bevor ich sie an Frau Merkel verschenkt habe, damit unsere nichtssagende, immer kohliger werdende Kanzlerin nur ein einziges Mal überhaupt irgendetwas zu irgendetwas sagt und seien es nur Weisheitsphrasen aus dem Best-of des "Apothekenumschau"-Kalenders der Jahre 2000 bis 2010. (9)

Artwork: In den späten Achtzigern tapezierten furchtbar süße und geschmacklose Mädchen in der niedersächsischen Provinz ihre furchtbar süßen und geschmacklosen Mädchenzimmer mit Postern, die das Nachtpanorama irgendeiner meist ungenannten US-Großstadt zeigten, während im Nachthimmel darüber hell Gewitterblitze zuckten. Hammers Of Misfortune sind offenbar so arm, dass sie für ihr Cover einfach vor so einem Poster posiert haben. (5)

Aussehen: Eingeweihte wussten es schon längst, nun ist es offiziell: Die Addams Family und Abba haben gemeinsam Nachkommen gezeugt. (8)

Aussage: Es gibt Leute, die mit Musik Geld verdienen wollen? (9) Thorsten Dörting

Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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Forum - Amtlich - und Ihre Meinung zum Metal?
insgesamt 515 Beiträge
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1.
Kuechenchef 05.05.2011
Tides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
2.
Volker Paul 06.05.2011
Zitat von KuechenchefTides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
Herr jeh ... fein, fein. Aber die Pentagram-Scheibe finde ich trotzdem gut.
3. Frei ohne Titel
Shiraz 23.05.2011
Zitat von sysopJan Wigger und Thorsten Dörting besprechen in der neuen Kolumne "Amtlich" aktuelle Metal-Alben - jeden ersten Donnerstag im Monat. Ihre Meinung? Welches sind besten neuen Metal-Werke?
Ich habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
4. re
marks & spencer 23.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Dann bleiben Sie doch lieber bei Ihren Schlagern.
5. Nix Versteh
kingofmetal 24.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Gut, dass Sie zugeben, keine Ahnung zu haben. Metal ist nämlich viel lauter... :-)
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