Amtlich Special: Die wichtigsten Metal-Alben des Monats

Von Thorsten Dörting, Boris Kaiser und Jan Wigger

4. Teil: Geht sogar mit Lippenstift! - Gold

Year Of The Goat aus Schweden: Sollte man mal gehört haben. Nee, echt jetzt.Zur Großansicht
Thorsten Dörting

Year Of The Goat aus Schweden: Sollte man mal gehört haben. Nee, echt jetzt.

Gold - "Interbellum"
(Ván Records/ Soulfood)

Anaal Nathrakh - was für ein beschissener Bandname! Und wie mag wohl erst der Rest der Rockgruppe (haha) Live reagiert haben, als Ed Kowalczyk damals ins Aufnahmestudio schlurfte und meinte: "Tja, Jungs, die Platte heißt 'Secret Samadhi' und wird Ende 2012 für einen Cent gebraucht bei Amazon verschleudert werden. Ich habe das jetzt einfach mal so entschieden, geht doch in Ordnung, oder?"

Gold dagegen ist ewig, Gold ist heilig, und Gold passt als Übergangsmetall perfekt zur so trägen wie sinnlosen Zeit zwischen zwei Kriegen: "Interbellum". Gold sind aus Holland, und Thomas Sciarone muss hoffentlich nicht in jedem ersten Interview erzählen, wie er mal bei The Devil's Blood Gitarre spielte (Götz hat ihn noch vor der ersten Probe in Schande entlassen, doch die Geschichte soll ausnahmsweise mal jemand anderes erzählen).

Zwar lief mir Sängerin Milena Eva am Anfang nicht so gut rein (ich steh' eher auf die Frontluzie von Castle und nicht so auf Lippenstift), doch inzwischen finde ich, dass sie wunderbar zu dem mal hypermelodiösen ("Medicine Man", Grace Slick erhebt - wieder mal - die Hand zum Gruße), mal verspulten ("Ruby"), mal knackigen ("Dreams" - Grace Slick, schon wieder?) Seventies-Rock klassischster Prägung passt, auch wenn "The Hunt" sich derart dreist bei Van Halen bedient, dass mein imaginärer Freund P. wohl das gesamte Album auf der Stelle als "megaöde" in die Verdammnis schicken und nicht mal "Gute Reise!" wünschen würde.

Gold - Interbellum (Album-Prelistening)
Mehr Videos gibt es hier auf tape.tv!
Drei Wochen höre ich nun schon "Interbellum", doch da mir die Worte fehlen, bin ich froh, dass vorgestern zufällig eine Kundenrezension von "Ein Kunde" in der Post lag, die wie folgt lautet: "Ich habe mir diese Ohrendroge als schwarze Scheibe gekauft, und stelle auch nach heutigem Hören fest, dass gerade in dieser megahektischen Zeit - welche eine Zeit des rein Materiellen ist - wieder Zeit zum Träumen sein muss. Traumlandschaften tun sich auf, Farben und Formen von nie gekannter Schönheit - und mit ein wenig Glück fliegt man. Am besten mit geschlossenen Augen hören :-)!" Jetzt tut es mir erst richtig leid, dass ich beim Peeling in der Arztpraxis vorhin weinend darum gebeten habe, doch bitte, bitte die New-Age-Musik auszumachen. (Gesamtwertung: 8) Jan Wigger

Fotostrecke

15  Bilder
Kreator: Thrash - Made in Germany

Anspruch: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. (7,5)

Artwork: Und siehe, es ward euch ein Pfau geboren! (8)

Aussehen: Tschuldigung nochmal, aber: Wo zur Hölle ist Britta Helm?!? (6,5)

Aussagen: "Es ist Krieg/ Hörst Du die Mütter weinen?/ Krieg/ Ich habe Angst." (8) Jan Wigger

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insgesamt 453 Beiträge
Kuechenchef 05.05.2011
Tides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch [...]
Tides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
Volker Paul 06.05.2011
Herr jeh ... fein, fein. Aber die Pentagram-Scheibe finde ich trotzdem gut.
Zitat von Kuechenchef... erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
Herr jeh ... fein, fein. Aber die Pentagram-Scheibe finde ich trotzdem gut.
Jeanette1990 23.05.2011
Mein Freund liebt Bände wie Slayers und Sepultura... Er hat tausende CDs von dem. Gut dass wir umgezogen sind, er sollte alles hier verkaufen (http://www.verkaufen.org/), weil wir nicht genug Platz in unserer neue Wohnung haben. [...]
Mein Freund liebt Bände wie Slayers und Sepultura... Er hat tausende CDs von dem. Gut dass wir umgezogen sind, er sollte alles hier verkaufen (http://www.verkaufen.org/), weil wir nicht genug Platz in unserer neue Wohnung haben. Er hat trotzdem alles noch auf seinem MP3 Player und ich muss nicht mehr diese Musik durchhalten. Ich weiss, jede hat seine Geschmäcke und ich liebe ihn auch weil er nicht wie die andere Leute ist (er denkt mehr, versteht alles in dieser Welt) aber diese Musik ! Hilfe... Tut mir Leid... :-)
Shiraz 23.05.2011
Ich habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Zitat von sysopJan Wigger und Thorsten Dörting besprechen in der neuen Kolumne "Amtlich" aktuelle Metal-Alben - jeden ersten Donnerstag im Monat. Ihre Meinung? Welches sind besten neuen Metal-Werke?
Ich habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
marks & spencer 23.05.2011
Dann bleiben Sie doch lieber bei Ihren Schlagern.
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Dann bleiben Sie doch lieber bei Ihren Schlagern.
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  • Montag, 03.12.2012 – 19:02 Uhr
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"Abgehört" und "Amtlich" live
"Amtlich"-Gastautor Boris Kaiser
  • Boris Kaiser, 38, ist Textchef beim "RockHard", dem Zentralorgan der deutschen Metal-Szene.







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