Amtlich

Amtlich Die wichtigsten Metal-Alben des Monats

Kadavar: Drei Berliner stehen im Walde Zur Großansicht
Nuclear Blast

Kadavar: Drei Berliner stehen im Walde

Ernsthaft, die alten Black Sabbath bringen neue Musik raus. Und die erste Hörprobe lässt auf Großes hoffen. Wer's nicht abwarten kann, sollte es mit Kadavar, Orchid oder Uncle Acid and the Deadbeats versuchen, die haben viel von Ozzy und Tony gelernt. Wer's flotter mag: Kvelertak. Todtgelichter.

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Liebe "Amtlich"-Freunde und -Hasser, erstens, eine Gratulation (wenn auch nachträglich). Die neue - und kostenlose - iPad-App der "Rockhard"-Kollegen hat's zwischenzeitlich sogar auf Platz eins in der Kategorie "Musik und Filme" geschafft - und in die Top Ten der im Apple-Kiosk gelisteten Magazin-Apps; vor dem nächsten Musikblatt "Rolling Stone" und zwischen digitale Dickschiffe wie "Sport Bild"oder "FAZ".

Zweiten, eine Empfehlung. Jeder, der ein paar Euro (sprich: wohl ein paar Euro mehr...) übrig und vom 18. bis zum 20. April Zeit hat, sollte sein Glück auf dem Schwarzmarkt versuchen; dem Ort, wo es noch Tickets für das großartige Roadburn-Festival im niederländischen Tilburg zu kaufen gibt. Mit Uncle Acid and the Deadbeats und Kadavar treten dort auch zwei Bands auf, deren Alben wir dieses Mal in der Kolumne besprechen. Und außerdem sind dort alte "Amtlich"-Bekannte am Start wie Alcest, Attic, Castle, Gold, Hexvessel, John Dyer Baizley von Baroness, Primordial, Royal Thunder oder Sabbath Assembly. Lohnt sich. Wirklich. Sehr.

Bis denne.

Kadavar - "Abra Kadavar"
(Nuclear Blast/Warner, erscheint am 26. April)

Uncle Acid and the Deadbeats - "Mind Control"
(Rise Above Records, erscheint am 15. April)

Als das Ende seinen Anfang nahm, strichen die Plattenfirmen als erstes die Nutten aus ihren PR-Etats, was die Label-Manager als gesellschaftspolitisch fortschrittlichen Akt zu verbrämen wagten, statt schon damals ihre Schrumpfbudgets öffentlich und ehrlich einzugestehen. Alsbald begannen sie auch mit dem Koks zu knausern, und als sie dann sogar die Seifenblasenmaschinen wegsparten, begriff auch der letzte, wohin die Reise mit der Branche geht, richtig, in den Tod. Ein Jammer. Dabei hatten gerade die lustigen Pust- und Platzenlassspiele jedes noch so öde Label-Event mit Heiterkeit versorgt und die Maschinchen können ja nun wirklich nicht so teuer gewesen sein, seufzte ich melancholisch in mich hinein, als ich beim Verlassen des Verlagsgebäudes meinen Parapluie aufschlug, um mich in jener verschneeregneten Hamburger Nacht vor fast genau zwei Wochen aufzumachen in das nahe gelegene East Hotel am Rande der Reeperbahn, wohin - Sie ahnen es womöglich - ein sogenanntes Majorlabel zu einem Promo-Termin geladen hatte, einer der letzten Dinosaurier bäumt sich mit allerletzter Kraft noch mal auf, wie traurig.

Und das war es wirklich. Statt einer rauschenden Party, wie sie früher gang und gäbe und überall üblich und gute Sitte war, erwarteten die geladenen Journalisten hier nur fünf in der Heimat leidlich erfolgreiche Britinnen, die sich unter dem Bandnamen The Saturdays bereitwillig selbst versklavt haben und die nun mit einer neuen Doku-Soap auch das US-amerikanische Publikum von ihren Qualitäten als Push-Up-BH-Vorführschnitten und sozialpsychologisch nützliche Projektions-Proletten für die abstiegsgefährdete Mittelschicht überzeugen sollen; ein Unterfangen, das irgendein bräsiger, völlig zu Recht zwangsexmatrikulierter Soziologie-Student spätestens in fünf Jahren in irgendeinem Pop-Blog als Neu-Definition des Links-Feminismus abfeiern wird, weil, symbolisch betrachtet, mit The Saturdays ja angeblich die selbstbewusste Underclass-Frau aus dem Mutterland des Manchester-Kapitalismus die USA eroberte, also das globale Heartland des Neoliberalismus, und damit eben dieser Ideologie auch final in die Eier trat.

Butler, Iommi, Ward und Osbourne im Jahr 1970: Vor der Einsargung kommt noch was! Zur Großansicht
WireImage

Butler, Iommi, Ward und Osbourne im Jahr 1970: Vor der Einsargung kommt noch was!

The Saturdays also? Yawn. Natürlich kam ich zu spät zu dieser Produktpräsentation, viel zu spät. Und natürlich verspätete ich mich bewusst. Doch immerhin kam ich überhaupt, wenn auch aus einem völlig anderen Grund. Das hoteleigene Kino, das bis zu 80 Leuten Platz bietet und in dem eben noch eine Folge besagter Soap gezeigt worden war, hatte ich nun völlig für mich allein. Ein höflicher Labelmensch schaltete die Soundanlage ein, danach schlich er beinahe andächtig aus dem Vorführsaal. Und ich? Hörte die neuen alten Black Sabbath.

Osbourne, Iommi, Butler. Klassische Besetzung, so gut wie. "13" - ihr erstes gemeinsames Studioalbum seit 35 Jahren, soll am 10. Juni erscheinen. Und nach rund 17 Minuten (verteilt auf nur zwei Songs) machte ich mir dann doch so langsam Sorgen um das Selbstvertrauen des musikalischen Nachwuchses. Wie sollen die Kinder je aus dem Schatten ihrer Väter treten, wenn diese selbst kurz vor der Einsargung noch so ein Ding raushauen?

Andererseits: Ist die Sorge um die Jungen denn wirklich berechtigt? Eine Bestandsaufnahme. Nehmen wir Kadavar. Unbemerkt von der hiesigen Popmainstreammusikpresse ("Spex", "Brigitte", "Bravo") haben die drei Berliner ihr erstes Lebensjahrzehnt nach dem Kindergartenabschluss mit dem Aufnehmen und Pressen von Vinyl-Splits und vor allem auf Tour verbracht. An ihren spielfreien Tagen kann es schon mal passieren, dass man als argloser Passant von einem der Kadavar-Zausel auf der Straße angesprochen wird, während man gerade die Haustür aufschließt. Ob man nicht zufällig noch irgendwo eine freie Steckdose in der Wohnung habe? Sie hätten da drei Meter vor dem Hausgang diese Bordsteinerhöhung gesehen, eine ideale Kleinbühne sei das, mehr bräuchten sie ja nicht zum Zocken und Zotteln, nur halt eben Strom. Und wer Kadavar dann vor seinem Klofenster aufspielen lässt, kann die kommenden Tage getrost darauf verzichten, schon wieder seine ollen MC5-Pladden oder "Sabotage" von Sabbath rauszukramen, "Megalomania" von eben jenem Album ist übrigens ein guter Referenzpunkt, eingespielt zu Zeiten, in denen Ozzy und Co. nicht nur so klangen, als stünden sie unter Drogen, was jetzt nur eine humoristische Unterstellung ist, die Anwälte von Sharon O. mögen sich unnützen Schriftverkehr verkneifen, hier gibt's nichts zu verklagen. Psychedelisch mäandernd auf protometallischen Pfaden wandernd, dabei den schweren Schädel stets in Bodennähe, schleppen sich Kadavar jedenfalls durch ihr zweites Vollalbum, und sich schleppen, das tun sie im allerbesten Sinne, weswegen es auch mal länger dauert, bis ein Song zum Ende kommt, aber im Schnitt weit weniger lang als vor ihrem Deal mit dem Metal-Major Nuclear Blast. Doch auch wenn sich hier kein vollmondiger Langhit wie "Black Sun" findet, ist doch kein schlechtes Lied auf dem neuen Album, davon zeugen "Doomsday Machine" oder "Dust", die drei werden Stars, vermutlich im Ausland zuerst, bei der BBC auftreten durften sie ja schon, aber die sieht man bald auch bei Harald Schmidt zu Gast, falls da einer zusieht oder bei Joko & Klaas, was uns allen nicht zu wünschen ist, denn dann müssten wir da ja zusehen.

Uncle Acid and the Deadbeats: Serienmörder unter sich. Zur Großansicht
Ester Segarra

Uncle Acid and the Deadbeats: Serienmörder unter sich.

"Oder nehmen wir statt Kadaver aus Deutschland Uncle Acid and the Deadbeats aus England, die dieser Tage "Mind Control" herausbringen, ebenfalls ihr zweites Album. (Ergänzung: Ihren ersten Release, den "Blood Lust"-Vorgänger "Vol. 1", bezeichnet auch die Band selbst nur als Demo.) "Blood Lust" hatte der Autor dieser Zeilen bereits besprochen, als die einschlägige deutsche Fachpresse bei dem Bandnamen bestenfalls an üble LSD-Trips dachte, man weist ja gerne mal auf die wenigen kleinen Genugtuungen hin, die das Leben für einen so bereithält."

Für alle, die noch immer schlafen und bis heute nicht wissen, mit wem und was wir es hier zu tun haben: Uncle Acid laden ein zu einem Joyride durch die B-Movie-Horrorbilderwelt der Sechziger und frühen Siebziger (wir wollen an dieser Stelle gern und zugleich zielgruppengerecht an den vor wenigen Tagen verstorbenen B-Movie-Meister Jess Franco erinnern, siehe auch die Bildergalerie) und unterlegen das Ganze mit einem knarzend-analogen Soundtrack, der zwischen den doomigen und psychedelischen Farben der wirklich frühen Sabbath hin- und herwabert, klingen dabei aber wesentlich weniger verjammt als die Kiffriffer von Kadavar. Während ihre Berliner Brüder im Geiste jedoch neuerdings kürzer treten, verhält es sich bei Uncle Acid umgekehrt: Die Songs fallen länger aus, wirken nicht mehr so kompakt und griffig, was ja die besondere Stärke ihres an Stärken nicht armen Debüts war.

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9  Bilder
B-Film-Meisterregisseur: Das Werk eines Trash-Genies
Trotz kleiner Mäkeleien belegt unsere Bestandsaufnahme aber: Die Jugend ist wohlauf, blickt optimistisch in die Vergangenheit und muss sich um die Zukunft nicht sorgen. Und seien wir mal ehrlich: Wenn Opa Ozzy auf dem neuen Sabbath-Album eine Zeile singt wie "God is dead", dann wirkt das nun mal einfach zwangsläufig glaubwürdiger und erschütternder als je zuvor, weil er es selbst bald ist, tot, meine ich, wobei wir das ganz sicher nicht hoffen wollen. Sollte sich "13" aber dann doch nicht als so gut erweisen wie diese erste Hörprobe versprach, die da im Kinosaal des East Hotel gewährt wurde, dann werden Jungspunde wie Kadavar oder Uncle Acid das Erbe kompetent fortführen, für immerdar. (Gesamtwertung: 8 für beide) Thorsten Dörting

Anspruch: Da das christlich-abendländische Kernfamilienmodell offensichtlich an seinem historischen Endpunkt angelangt ist, was man an Kristina Schröder, Peter Altmeier oder der Gottes-Stellvertreter-Zweier-WG in Rom nur allzu schmerzlich erkennen kann, muss halt das Modell Manson her, aber Charles, nicht Marilyn. "Das gilt jetzt auch für dich, Klein-Josefine! Weg mit der Barbie-Puppe, jetzt spielen wir mal lieber ein bisschen mit deiner Lego-Kettensäge. Richtig, genau. Immer schön rundrum kreisen lassen. Und denk dran: Zuerst unten an den Beinen rumsäbeln, dann halten die Leute länger." (Uncle Acid, 9) Ach, übrigens, liebe Berghain-Schranzen, hip ist nicht, wer sich dafür hält und auch nicht, wer darüber schreibt. "Das war selbstironisch", würde jetzt eine Stimme aus dem Off sagen, wenn die "Sendung mit der Maus" mit dieser Feststellung begönne. (Kadavar, 9,5)

Aussehen: Als Nuclear-Blast-Boss Staiger seine drei neuen Goldzottel zur Feier der Vertragsunterzeichnung auf einen Gratisschnitt einladen wollte, stoßseufzte Udo Walz: "Haare… Mein Gott, überall nur Büsche. Überall. Der Merkel-Umbau war nichts dagegen…". Dann erbrach er sich und stürzte sich in seine japanische Hatori-Frisierschere aus Edelstahl. (Kadavar, 9,5) Scheiß Engländer. Wie Doherty, nur cool. (Uncle Acid, 8)

Artwork: Ein prototypisches Alpenidyll, das ein Rahmen mit epochensicherer Farbgebung im Testbild-Trigema-Sixties-Streifen-Stil umgibt. Wenn Sie da lange genug draufstarren, liebe Leser - "Mind Control", ja genau! - mutieren Sie selbst zum Bayer oder Schweizer und verteidigen mit verbissener Arroganz die vermeintliche Überlegenheit ihrer verschissenen kleinen Wohlstandsinselexistenz, deretwegen Millionen Menschen da draußen auf dem Meer der Armut ersaufen müssen. Ähm. (Uncle Acid, 8) Schwarze Blusen auf Haselnussbraun. Ansonsten: siehe "Artwork". (Kadavar, 7)

Aussagen: "Ja, das ist meine Gabel. Ja, ich habe damit zugestochen. Und verdammt ja, kann sein, dass ich das sogar 97 mal getan habe. Aber ich bin unschuldig! Unschuldig! Hören Sie denn nicht, wie Gregorio, der Hamster meiner Schwester uns befiehlt, unser aller Blut zu vergießen? Hören Sie es denn nicht?" (Uncle Acid, 8,5) "Haste mal ein paar Blättchen?" (Kadavar, 9) Thorsten Dörting

Orchid - "The Mouths Of Madness"
(Nuclear Blast/Warner, erscheint am 26. April)

Weil sich MIA. ("Orchid? Nix für die Katz!") und Kraftklub ("Orchid? Die Blume des Bösen!") quergestellt haben, wurden die San-Francisco-Doomrocker vor kurzem vom Echo ausgeladen. Wer jetzt vorlaut meint, die Band hätte aufgrund ihrer US-amerikanischen Herkunft eh nix bei der Verleihung dieses großen einheimischen Prestigepreises verloren gehabt, sieht sich getäuscht, denn der Schwippschwager des ersten, mittlerweile verlustig gegangenen Roadies des Drummers von Orchid hat in jungen Jahren mit Daddy und Mummy tatsächlich lovely Heidelberg besucht, ergo: deutsches Produkt. Nominiert waren Frontkrächzer Theo Mindell und seine drei entspannten Sidekicks in der Kategorie "Vinyl-Band des Jahres", schließlich musste die Truppe sowohl von ihrem Debüt "Capricorn" als auch den drei EPs "Through The Devil's Doorway", "Heretic" und "Wizard Of War" so viele Pressungen anfertigen lassen, dass noch nicht mal Graf Zahl mehr mitkam, aber ist ja auch egal, ich habe das alles sowieso nur erfunden. (Nur das mit dem immensen Absatz stimmt.)

Der Full-length-Einstand für den Branchenriesen Nuclear Blast gerät nun also zur erneuten Feuertaufe, und wenn man "The Mouths Of Madness" zum ersten Mal hört, fragt man sich tatsächlich, ob Orchid den Erwartungen gerecht werden, denn im Vergleich zu "Capricorn" ist der Band ein wenig das Händchen für offensichtliche Hits abhanden gekommen, für Songs, die man in allen Lebenslagen wie Parolen schmettert, die man in einer Monstranz vor sich herträgt, weil man so stolz ist, ihrer habhaft geworden zu sein oder so. Auf "The Mouths Of Madness" dauert alles ein wenig länger, die Stimmung ist über weite Strecken mellow, und nur selten nimmt man den direkten Weg.

Heavy-Metal-Quiz
Mindell sagt, dass er "Sabbath Bloody Sabbath", das fünfte Album seiner Lieblingsband Black Sabbath, schon immer besser fand als das naheliegende "Paranoid", und man ist zuerst überrascht. Aber man versteht kurze Zeit später, warum "Nomad", "Leaving It All Behind", "Silent One", "Loving Hand Of God" oder "See You On The Other Side" so klingen, wie sie klingen, welche Herangehensweise die Kalifornier gewählt haben. Und man lernt "The Mouths Of Madness" mehr und mehr als langlebiges Statement einer Band mit großem Selbstbewusstsein schätzen. Mia san mia. (Gesamtwertung: 8) Boris Kaiser

Anspruch: "Orchid wurden mit der Idee gegründet, meiner absoluten Lieblingsband Tribut zu zollen und Musik in deren Tradition zu spielen. Es ist also eher ein Lob für mich, immer wieder mit den frühen Black Sabbath verglichen zu werden", sagt Theo Mindell. Macht ja nix: Airbourne klingen wie AC/DC, Dead Lord wie Thin Lizzy und Attic wie der King. Nur an Volbeat reicht noch keiner heran. Ha. (7)

Aussehen: Man unterstellt den Musikern bereits, "Mädchen" könnten sie "süß" finden. Ich bin kein Mädchen, aber ganz im Ernst: Sind die vier Herren nicht zu alt? Und funktionieren Bärte generell nicht nur in Verbindung mit arschtighten Cheap-Monday-Jeans, leuchtenden New-Balance-Sneakern und speckigen Jutetaschen ("Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Beutel", "Plastik ist 90er", "Kettcar")? (6,5)

Artwork: Die Geschichte des O: Drei Weiber*innen, Anton das Auge und Toni Totenkopf kuscheln bis zum #aufschrei. Verrückte Welt indeed. (8)

Aussagen: "This promotional CD is unique and traceable. The copyright owner is able to monitor its use and identify the source of any unauthorized copies." Klingt nach 'nem neuen Fall für Johannes Ponader. (3) Boris Kaiser

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Forum - Amtlich - und Ihre Meinung zum Metal?
insgesamt 515 Beiträge
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1.
Kuechenchef, 05.05.2011
Tides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
2.
Volker Paul, 06.05.2011
Zitat von KuechenchefTides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
Herr jeh ... fein, fein. Aber die Pentagram-Scheibe finde ich trotzdem gut.
3. Frei ohne Titel
Shiraz, 23.05.2011
Zitat von sysopJan Wigger und Thorsten Dörting besprechen in der neuen Kolumne "Amtlich" aktuelle Metal-Alben - jeden ersten Donnerstag im Monat. Ihre Meinung? Welches sind besten neuen Metal-Werke?
Ich habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
4. re
marks & spencer 23.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Dann bleiben Sie doch lieber bei Ihren Schlagern.
5. Nix Versteh
kingofmetal 24.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Gut, dass Sie zugeben, keine Ahnung zu haben. Metal ist nämlich viel lauter... :-)
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  • Boris Kaiser, 38, ist Textchef beim "RockHard", dem Zentralorgan der deutschen Metal-Szene.


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