Amtlich

Amtlich Die wichtigsten Metal-Alben des Monats

Für immer auf der Bühne: Doro Pesch Zur Großansicht
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Für immer auf der Bühne: Doro Pesch

Doro Pesch bekennt Farbe: Sie ist für Liebe. Und gegen Hass. Die Jungs von Cauldron zeigen uns, wie man motoröligen Metal macht und dabei Frauen abkriegt. Tja, und ein Schmankerl: Das neue Album von ...And You Will Know Us by the Trail of Dead. Komplett zu hören. Hier. Vorab.

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Liebe "Amtlich"-Freunde und Hasser, am Mittwoch ist der Musiker und Maler Nils Koppruch verstorben, die Nachricht von seinem Tod erreichte uns am Donnerstag. Aus Respekt - und auch aus persönlicher Betroffenheit - haben wir uns entschieden, mit der Veröffentlichung dieser "Amtlich"-Ausgabe zu warten. Wir hätten es als unangemessen empfunden, unsere eher launigen Rezensionen neben dem Nachruf auf den Hamburger Künstler zu sehen.

Daher: erst jetzt. Aber dafür: sehr bald mehr. Wir verzichten ungern auf Leser, die wir aber jetzt am Wochenende oft etwas schwerer erreichen. Daher folgt Anfang kommender Woche ein Nachschlag mit Neurosis, Dordeduh, Chelsea Wolfe, The Sword und Downfall of Gaia.

Bis denne.

Cauldron - "Tomorrow's Lost"
(Earache/Soulfood, bereits erschienen)

Als Dörting, Wigger und meine Wenigkeit, bundesdeutsche Bildungsbürger von altem Schrot und Korn auf der Suche nach Zerstreuung und dem Selbst, vor wenigen Wochen angegammelte Apfelschnitze knabbernd durch den Algonquin Park zogen und zum wiederholten Male darüber diskutierten, ob wir nicht doch noch eine kleine Kanutour wagen sollten (Jan wird schnell seekrank, müssen Sie wissen), sahen wir sie schon von weitem: Drei Einheimische "mit langen Haaren und kurzem Verstand" (wie unsere Eltern immer witzelten), die an uralten Weymouth-Kiefern zündelten und dabei, wenn sie nicht gerade debil kicherten, Canuck-Klassiker wie Exciters "Mistress Of Evil", Anvils "Butter-Bust Jerky" und Arcade Fires "Une Année Sans Lumière" in die himmlische Ruhe blökten.

"Sieh an, sieh an", dozierte Wigger noch, während er zwinkernd auf sein neues Cutting-Crew-Shirt zeigte, "die Kanadier haben ebenfalls einen erlesenen eklektizistischen Geschmack" - und schon stand das Trio vor uns. Ob wir auch in einer Band spielen würden, erkundigten sich die Jungs, ihre "kleine Combo" hieße Cauldron, und wir sähen ja aus wie "Huey, Dewey and Louie", die würde hier jeder kennen. Thorsten, bekanntlich nie um einen flotten Spruch verlegen, aber leider gerade total uncool damit beschäftigt, den Strohhalm in sein durch den Zoll geschmuggeltes Hohes-C-Trinktütchen zu pfriemeln, ergriff die Chance: "Fuckin' Eh! Klar, wir sind Sodom. Goiler Kraut-Thrash! Kennt ihr doch, oder?" Jason, Ian und Myles, wie sie sich vorstellten, lachten nur und sagten: "Deine Mudder, Alter. Wenn ihr Sodom seid, nennen wir uns ab sofort Céline Dion. Ihr Vögel geht HÖCHSTENS als Kraftklub durch - und zwar mit K wie Kacke. Aber kommt mal mit!"

So kriegt man heiße Schnitten Zur Großansicht
Nic Pouliot/ rockphoto

So kriegt man heiße Schnitten

Derart abgebügelt, hatten wir eigentlich schon keinen Bock mehr auf Konversation; aus Höflichkeit folgten wir den stilecht in Stretchjeans und High-Tops gekleideten Tunichtguten (unsere nagelneuen Thermohosen und Trekkingsandalen aus der aktuellen Jack-Wolfskin-Kollektion waren uns ein wenig peinlich) aber doch bis zu ihrem rostigen Pick-up mit Doppelkabine, der im 3.000 Kilometer entfernten Texas nicht weiter aufgefallen wäre und stank wie 'ne Frettchenfarm bei Föhn (innen; außen "duftete" er nach Benzin und Motoröl). "Wir zeigen euch jetzt mal, wie Kanadier rocken!" Noch schnell zum örtlichen Liquor Store gedüst, drei Flaschen Black Velvet und vier Kisten Carling abgegriffen, und wir befanden uns auf dem Weg in Cauldrons Proberaum. "Mann, sind das hier Entfernungen", nölte Wigger bereits nach 20 Minuten und tauschte sein alkoholfreies Root Beer ("Schmeckt wie Uschi morgens um halb fünf!") gegen 'ne Flasche Whisky, während Dörting die Kolben schon seit der Abfahrt fleißig entkorkte und immer besser draufkam.

Drei geschlagene Stunden später purzelten wir in Toronto aus der Karre, Thorsten palaverte nur noch von "kanadischen Bienen mit nix an außer 'nem Ahornblatt", hatte allerdings Sodbrennen (der Orangensaft!), und Jan musste in den Übungsbunker getragen werden, schaffte es aber noch, irgendeine Moritat von Kurt Weill oder Soap&Skin oder Mireille Mathieu zu flöten (!). "Sorry, guys, aber mit den Scorpions können wir leider nicht dienen", wieherten Cauldron und köpften das erste wohlverdiente Lager, nachdem sie ihre Instrumente eingestöpselt hatten. "Aber wir zocken jetzt mal unseren neuesten eigenen Scheiß für euch. Garantiert Nu-Metal-frei, richtig schön old school und fett nach vorne rockend!"

Cauldron: Hooks, die man gerne mit nach Hause nimmt Zur Großansicht
Nic Pouliot/ rockphoto

Cauldron: Hooks, die man gerne mit nach Hause nimmt

Und sie hatten tatsächlich nicht zu viel versprochen: Mit neun erst vor kurzem komponierten Schoten konnten die Kameraden dienen, davon jede mit genügend Drive ausgestattet, dass man das Schnarchen links und rechts von mir - Dörting und Wigger hatten mich in ihre Mitte genommen, das machen sie manchmal - durchaus als Affront hätte werten können. Die Höhepunkte zum Headbangen: der am Anfang gespielte Dreier "End Of Time", "Born To Struggle" und "Nitebreaker" (muss qualitativ in der "New Wave Of True Metal" keine Konkurrenz fürchten), die etwas gewagter arrangierte Zwischendurch-Nummer "Relentless Temptress", bei deren drittem Break ich mit dem Kopf gegen ein Abflussrohr geknallt bin, was noch heute viehisch schmerzt, sowie der abschließende Titeltrack, dessen Hook man gerne mit nach Hause nimmt.

Und der Rest des Sets? Auch nicht schlecht und auf jeden Fall mehr Begeisterung wert als das heisere, verwirrte "War was?", das Thorsten gähnend hervorbrachte, als Gitarre und Bass schon längst wieder am Drumkit lehnten. (Gesamtwertung: 8) Boris Kaiser

P.S.: Nicht nur für die Herren Dörting und Wigger ist "Tomorrow's Lost" mittlerweile auf CD und Vinyl erschienen. Beide Formate sollten an jeder besser sortierten Hartwurst-Theke erhältlich sein.

Anspruch: "Cauldron is simply great Heavy Metal for those who love music loud." Da gibt's wirklich nix hochzusterilisieren. (6)

Artwork: "Chained To The Nite" (2009): Eine gut gebaute Brünette räkelt sich splitterfasernackt und in Ketten auf dem Boden. (10) "Burning Fortune" (2011): Eine gut gebaute Brünette steigt nur mit einem Negligé und Highheels bekleidet aus einem Auto. Auf dem Boden liegen leere Bierdosen, und irgendwas brennt. Die Brünette tritt das Feuerchen aus. Dabei guckt sie komisch. (10) "Tomorrow's Lost" (2012): Das Cover ist angeblich angelehnt an die Arbeiten Dan Seagraves (u.a. Entombed, Morbid Angel, Dismember), den man sehr bewundert. Zu sehen ist irgendwas "Mystisches" mit Bäumen und Lava. (4)

Aussehen: Es ist ein wenig ärgerlich, aber mit dem Look, für den man uns damals herzlichst ausgelacht hat, kriegt man heutzutage tatsächlich die heißesten Schnitten. Zumindest in Schweden und Toronto. (8)

Aussagen: "Macht, dass ihr wegkommt!" (Vielen Dank, liebe Kollegen!) (0) Boris Kaiser

...And You Will Know Us by the Trail of Dead - "Lost Songs"
(Superball/ EMI, erscheint am 19. Oktober)

It's Rush on Keely! Zur Großansicht
Anne Backhaus

It's Rush on Keely!

Was junge Menschen in Austin, Houston oder El Paso sich ausmalen, wenn sie von einer Karriere als Rockstar träumen, ist selbst unter uns alten Hasen im Music-Biz eine oft und kontrovers diskutierte Frage. Und womöglich gehört ja tatsächlich die masochistische Phantasie dazu, an einem seelenstrangulierend grauen Hamburger Herbsttag aus der bei der Anreise am Vortag bezogenen Zimmerwabe eines oberen Mitteklassekettenhotels zu stolpern, in die Lobby zu wanken, sich an der Rezeption von einem 19-jährigen Wirtschaftsflüchtling aus Dessau namens Doreen, deren Abitur-Durchschnittnote von 2,2 im Verbund mit einem fachgerecht ausgeführten Blowjob zugunsten des Hotel-Personalchefs Dieter H. nur knapp dafür ausreichte, um einen der mit allen sozialdarwinistischen Mitteln umkämpften Ausbildungsplätze in diesem dritten Haus am Platze zu ergattern, die Konzertkritiken zum vorabendlichen Auftritt der eigenen Band ins Englische übersetzen zu lassen. Und dann durch den alkoholinduzierten Bodennebel seines Gehirns eine fratzengesichtige Wahrheit erblicken zu müssen: Das Unterhaltungsportal des Ex-Staatsmonopolisten der deutschen Telekommunikationsbranche hatte ein Konzertreview veröffentlicht (das aus dem Angebot einer Nachrichtenagentur stammt). Und in eben diesem Review ist das eigene musikalische Kollektiv, das nach Meinung einiger Musikkritiker mit "Source Tags & Codes" eines der besten Alben des vorigen Jahrzehnts veröffentlicht hat, wie folgt tituliert worden: "texanische Stromgitarren-Band".

Ich wiederhole die Frage: Träumt ein Musiker davon?

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Lost Songs (Prelistening, ab 11.10., 11 Uhr)

Mehr Videos von ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead gibt es hier auf tape.tv!

But who am I? And what do I know? Außerdem, das weiß Conrad Keely, Co-Chef von ...And You Will Know Us by the Trail of Dead besser als ich, ist ein wohlmeinendes Herz wichtiger als wohl gewählte Worte. Und so war Conrad dem Autor der Konzertkritik auch nicht gram. Denn die Pumpe, die habe der oben zitierte Rezensent dann doch am rechten Fleck, versicherte Conrad mir während einer nachmittäglichen Heißluftballonausfahrt. Denn dafür bürge ja eine andere Textpassage: "Die Band selbst hatte an diesem intimen Konzert ebenfalls offensichtlich großen Spaß und ließ ihrer Spielfreude und dem gesteigerten Alkoholkonsum freien Lauf."

Ein Satz aus reinstem Herzen. Das lässt sich schon allein daran ersehen, wenn wir den Begriff "Band" durch "Kapelle" ersetzen, und die gesamte Formulierung sich plötzlich liest wie eine traurige Meldung im Vereinsblatt der Linksemsischen Schützengilde St. Georg Meppen-Esterfeldzum, mit der des Abschiedsständchens der "Schützenkapelle St. Georg Esterfeld" gedacht wird, jenes im Jahr 2011 leider viel zu früh verschiedenen Hoffnungsträgers der deutschen Schützenkapellenszene. Die Probe aufs Exempel: "Die Kapelle selbst hatte an diesem intimen Konzert ebenfalls offensichtlich großen Spaß und ließ ihrer Spielfreude und dem gesteigerten Alkoholkonsum freien Lauf."

Conrad Keely: "texanischer Stromgitarren-Aficionado" Zur Großansicht
Anne Backhaus

Conrad Keely: "texanischer Stromgitarren-Aficionado"

Nun denn. Conrad lag also richtig, das tut er oft, was am vergangenen Montag in Hamburg erneut überprüft werden konnte, denn hier gaben die "texanischen Stromgitarren-Aficionados" (© J. W.) im Molotow, einem Kellerclub auf der Reeperbahn, in dem noch heute die Ausdünstungen von Schwitzkur-Patienten der Cholera-Epidemie von 1892 von der Tom-Cruise-hohen Decke tropfen, ein sogenanntes Soli-Konzert. Bandbiografisch betrachtet durchaus einleuchtend, denn im Molotow debütierten Trail of Dead im Jahr 2000 auf deutscher Bühne und nun galt und gilt es eben zu verhindern, dass auch noch die so gut wie letzte Konzertkaschemme auf dem Kiez für immer ihre Türen schließen muss, und das Viertel damit endgültig zu einem von den überall neu hingegöbelten Bürotürmen bewachten Arbeitslager mit integriertem Vergnügungspark für nachfeierabendlich enthemmte Uschis-Susis-Monis aus der PR-Branche mutiert.

Vielleicht erinnern ja bald nur noch die zwei als "Tanzende Türme" bekannten Neubauten am Eingang der Reeperbahn an deren verruchte Vergangenheit, denn die phallischen Bauten sehen aus wie gigantische Beton-Glas-Penisse, Optimus Prime und seine Transformers könnten solche kantigen Monster zwischen ihren Beinen hängen haben, nur sind diese Hamburger Turm-Penisse eher traurig geknickt, so ähnlich wie das immer nur zu zwei Dritteln erigierte Teil des roboterhaft malochenden PR-Agenturchefs von PR-Uschi-Susi-Moni. Der hat zwar gerade erst seinen 36. Geburtstag gefeiert, muss aber, weil sein Salär im Jahr 2012 nur fünfstellig ausfällt und er daher deprimiert ist, sein Glied ständig mit Viagra hochpumpen, weil er andererseits endlich Uschi-Susi-Moni befruchten will, um im Erfolgsfall mit seiner Kleinfamilie in den Speckgürtel ziehen zu können, von wo aus er morgens in die Innenstadt in sein Büro pendeln möchte, das er aber erst spätabends in Richtung trautes Speckgürtelheim verlassen wird, nachdem er über eine neue, zehn Jahre jüngere PR-Uschi-Susi-Moni rübergerutscht ist, und zwar nur, weil dieses Rübergerutsche "vital" hält, wie er es gegenüber seiner alten, mittlerweile angetrauten Uschi-Susi-Moni ausdrücken würde, wenn er die Eier nicht nur für das Rübergerutsche hätte, sondern auch dafür, mal ehrlich zu sein.

Conrad Keely: In der Sonne sitzen und verkaufen. Kann man machen Zur Großansicht
Anne Backhaus

Conrad Keely: In der Sonne sitzen und verkaufen. Kann man machen

Fuck you also. Schließt das Molotow, bleibt "vital" und bloß unter euch, wer "lebendig" ist, zieht weiter. Und das reicht jetzt auch an Gepöbel, denn den Kiez, Soli-Konzerte und solche Dinge sollte man auch nicht linksromantisch verklären. Aber sich bedanken kann man ja mal, weil die Menschen an so einem Abend in so einem Laden (oder in der Bar ein Stockwerk höher) schnell eine Art Feierfieber erwischt: Da trumpft dann eine junge Akademikerin in einer bleifstiftberockten Sekretärinnenuniform samt Fick-Mich-Brillengestell auf, aber nur, weil sie es selbst heiß findet und nicht, weil sie so tut, als sei sie heiß. Ein frischgebackener Familienvater wiederum atmet mit Jason Reece, dem zweiten Trail-of-Dead-Co-Chef, recht beiläufig viel Sambuca ein, bis der kompaktformatige Drummer und Sänger zu Billy Idols "Rebell Yell" über das Parkett tanzbärt, später sogar zu einem Song der deutschen Punkband Love A, die mit der Liedzeile "Fahrradschloss abgesperrt, Schülerausweis vorgezeigt, Capri-Sonne auf Ex, Hose runter, Freibad!" einen devot orientierten weiblichen Fan mehr gewannen. Und dann war da ja auch Conrad Keely, der im Konzertkeller seine nerdige Zeichnungen von trauernden Arbeiterschönheiten aus Nordkorea und aus anderen, komplett fiktiven Parallelwelten verdealte, während sein Schmerbäuchlein hinter seinem Bierglas hin und her wippte, das er in hoher Frequenz nachfüllte, seine Live-Performance hatte ihm zuvor viel Flüssigkeit abverlangt.

Auf der Bühne spielte Trail of Dead übrigens ein Set, das aus, wie man das gerne mal so nennt, vielen alten Krachern bestand, was nachvollziehbar ist bei so einer Art Gedenkveranstaltung, aber auch schade, denn das neue Album, es heißt "Lost Songs", erscheint am 19. Oktober und ist hier bei "Amtlich" exklusiv vorab als Stream zu hören (dort oben in dem Kasten; mobile Leser klicken stattdessen bitte hier!), überzeugt ziemlich voll und ganz. Bevor Reece wieder mal auf dem Dancefloor abwackelte, erörterte er mit dem erwähnten Jungvater die Nähe des neuen Albums zum Erstling von U2, was einigen Lesern jetzt ernsthaft Sorgen bereiten mag, die allerdings unberechtigt sind, dafür steht irgendjemand mit seinem guten Namen, ich aber ganz bestimmt nicht.

Trail Of Dead: "Die Band selbst hatte auf diesem Album offensichtlich großen Spaß" Zur Großansicht
Patrick McHugh

Trail Of Dead: "Die Band selbst hatte auf diesem Album offensichtlich großen Spaß"

Mir liegen wandernde Gitarrenwände wie "Open Doors" oder charmante Wutausbrüche wie "Opera Obscura" viel mehr, besonders wenn sie ein wenig smart verproggt daherkommen, aber bitte nicht zu sehr. Diese Gefahr besteht allerdings nicht, die Band wirkt erleichtert, so als hätte sie noch mal mehr von jenem Ballast abgeworfen, den sie sich selbst mit "Source Tags & Codes" aufgeladen hat, energiereich und mit federleichter Freude sind sie dabei, ein zweiter Frühling ist das, sagte sinngemäß mein allerbester Freund, was ich deprimierend fand, denn im Altersvergleich muss ich jetzt auf den dritten Frühling hoffen, aber andererseits erfreulich, denn die "Lost Songs" habe ich schon lange vermisst. "Die Band selbst hatte auf diesem Album offensichtlich großen Spaß und ließ ihrer Spielfreude und dem gesteigerten Alkoholkonsum freien Lauf." (Gesamtwertung: knappe 8) Thorsten Dörting

Anspruch: Ein Interview mit Conrad Keely folgt bald, was eine unbefriedigende Ansage ist, aber wer kann schon alles haben? (4,5)

Artwork: Die Augsburger Puppenkiste inszeniert "Reservoir Dogs". (5,5)

Aussehen: Smarte College-Jungs, die gerade eine smarte College-Rock-Band gegründet haben, nehmen 30 Kilo zu - innerhalb von einer Stunde. (6,5)

Aussagen: "Fahrradschloss abgesperrt, Schülerausweis vorgezeigt, Capri-Sonne auf Ex, Hose runter, Freibad!" (9,5) Thorsten Dörting

Diesen Artikel...
Forum - Amtlich - und Ihre Meinung zum Metal?
insgesamt 510 Beiträge
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1.
Kuechenchef 05.05.2011
Tides from Nebula habe ich neulich live gesehen, es scheinen recht nette, unprätentiöse Zeitgenossen zu sein. Der musikalische Eindruck war obendrein exzellent. Was aber letztlich nichts daran ändert: postrock ist ja doch irgendwie nur eine Krücke für manche erwachsene Männer, die zwar einerseits auf Pomp, Bombast und Pathos nicht immer verzichten mögen, deren Fremdschämtoleranzgrenze (womöglich verschoben im Laufe der Jahre) aber andererseits deutlich zu hoch angesiedelt ist, um "Gesang" und/oder "Texte" klassischer Metal-Kapellen noch ertragen zu können. Blood Ceremony ist ganz ok, Black Mountain ist mir aber lieber, denn da wird weitesgehend auf Flöten verzichtet. FLÖTEN. Vielleicht das Heavy Metal-Instrument schlechthin, denn zumindest für meine Ohren klingen sie, als kämen sie direkt aus der Hölle. Warum Iren mit verzerrten Gitarren jammern und nölen dürfen, die ohne aber nicht, erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
2.
Volker Paul 06.05.2011
Zitat von Kuechenchef... erschließt sich mir abschließend irgendwie aber trotzdem oder gerade deshalb rein gar nicht.
Herr jeh ... fein, fein. Aber die Pentagram-Scheibe finde ich trotzdem gut.
3. Frei ohne Titel
Shiraz 23.05.2011
Zitat von sysopJan Wigger und Thorsten Dörting besprechen in der neuen Kolumne "Amtlich" aktuelle Metal-Alben - jeden ersten Donnerstag im Monat. Ihre Meinung? Welches sind besten neuen Metal-Werke?
Ich habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
4. re
marks & spencer 23.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Dann bleiben Sie doch lieber bei Ihren Schlagern.
5. Nix Versteh
kingofmetal 24.05.2011
Zitat von ShirazIch habe nie verstanden, warum Metal manchmal in der Kategorie Musik erscheint. Halte das für ein Missverständnis. Eigentlich ist es nur Lärm, vergleichbar einem Presslufthammer oder einem startenden Flugzeug.
Gut, dass Sie zugeben, keine Ahnung zu haben. Metal ist nämlich viel lauter... :-)
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"Amtlich"-Gastautor Boris Kaiser
  • Boris Kaiser, 38, ist Textchef beim "RockHard", dem Zentralorgan der deutschen Metal-Szene.