In die rechte Ecke gedrängt? Andreas Gabalier blitzt mit Klage ab

Durch Interviewaussagen eines Wiener Konzertveranstalters fühlte sich der österreichische Musiker Andreas Gabalier in die rechte Ecke gedrängt. Seine Klage wurde nun vom Oberlandesgericht Wien abgewiesen.

Andreas Gabalier live in der Waldbühne Berlin im Juni 2017
imago/ Future Image

Andreas Gabalier live in der Waldbühne Berlin im Juni 2017


Österreichs Volksmusiker Andreas Gabalier ist wegen angeblich beleidigender Aussagen eines Wiener Veranstalters vor Gericht gezogen und dort abgeblitzt. Das Oberlandesgericht Wien wies den Antrag Gabaliers auch in zweiter Instanz ab, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.

Der Musiker fühlte sich durch den Chef des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, in die rechte Ecke gedrängt. Naske meinte in einem Interview, dass er Gabalier nicht in seinem Haus auftreten lassen würde, weil das falsche Signale aussende. Der Sänger sah sich dadurch in seiner Karriere beeinträchtigt. Der Streitwert wurde mit 500.000 Euro festgesetzt.

Gabalier ist für seine Mischung aus heimatliebender Volksmusik und Poprock im steirischen Dialekt bekannt. Auch abseits der Bühne lässt er regelmäßig ein konservatives Weltbild durchblicken und sorgt etwa mit seiner Einstellung zur Rolle von Frauen für Aufregung.

In der "Gala" äußerte Gabalier, dass er die traditionelle Rollenverteilung "als etwas Schönes" betrachte, "da ich es selbst auch bei uns so erlebt habe, dass die Mama das mit voller Hingabe gemacht und genossen hat." Seine Freundin, die TV-Moderatorin Silvia Schneider sei "ein tapferes Mädel", würde aber "natürlich als Mutter zu Hause bleiben".

Laut Gericht sind alle Aussagen Naskes als Werturteile zulässig. Sie könnten auf Äußerungen Gabaliers zu gesellschaftlich relevanten Themen bezogen werden.

Als Beispiel wird die "Ablehnung der Berücksichtigung 'großer Töchter' in der österreichischen Bundeshymne" im Urteil angeführt. Gabalier singt die Nationalhymne auch bei öffentlichen Auftritten bewusst in der alten Fassung, nur mit Erwähnung der großen Söhne Österreichs - nicht der großen Töchter.

feb/dpa

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