Argentinien Folklegende Mercedes Sosa ist tot

Weltweit trauern Musikfreunde um Mercedes Sosa. Die argentinische Sängerin, die als "Stimme Lateinamerikas" verehrt wurde, ist nach langer Krankheit in Buenos Aires gestorben. Noch ihr jüngstes Album war dieses Jahr ein großer Erfolg in ihrer Heimat gewesen.

AFP

Buenos Aires - Die argentinische Sängerin Mercedes Sosa ist tot. Das meldete am Sonntag die argentinische Nachrichtenagentur Telam. Sie starb im Alter von 74 Jahren in Buenos Aires.

In den sechziger Jahren wurde Sosa mit Liedern wie "Gracias a la Vida", "Cancion con todos" oder "Alfonsina y el mar" weltbekannt.

Sosa wurde schon seit dem 18. September stationär wegen eines Leberleidens behandelt. Der Gesundheitszustand der "La Negra" genannten Sängerin hatte sich am Samstag weiter verschlechtert. Sie litt zuletzt an Leber-, Nieren-, Herz- und Atemproblemen.

Ihr Sohn Matus Sosa hatte am Donnerstag in Buenos Aires mitgeteilt, dass seine Mutter im Sterben liege. "Ich bin absolut davon überzeugt, dass Mama alles versucht, da herauszukommen", sagte Matus Sosa. "Sie hat ihre 74 Jahre voll gelebt. Sie hat alles getan, was sie wollte, hatte nie irgendwelche Hemmungen oder Angst. Sie hat ein sehr erfülltes Leben gelebt - und ein sehr mühevolles."

Sosa war mit ihrer furchtlosen Haltung ein Vorbild für viele Verfolgten der Militärdiktatur in ihrem Heimatland, aber auch darüber hinaus in Lateinamerika. Als 1980 ein Auftrittsverbot gegen sie verhängt wurde, ging sie ins Exil nach Spanien - und wurde dort überaus populär.

Sie nahm in ihrer Karriere mehr als 70 Alben auf, weltberühmt wurde ihre Interpretation des Liedes "Gracias a la Vida" von Violeta Parra. Bei den Latin-Grammys im vergangenen Monat war sie für ihr jüngste Album "Cantora 1" für drei Preise nominiert. Darauf interpretiert sie Folksongs zusammen mit lateinamerikanischen Stars wie Shakira und Fito Paez.

pad/dpa/AP



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