Streit um Gema-Tarife: Kalter Krieg im Club

Von Christoph Twickel

Droht der Untergang der deutschen Clubkultur? Muss gar das berühmte Berliner Berghain schließen? Die Gema erhöht ihre Tarife, eine Allianz aus linken Ravern und Gastro-Lobbyisten läuft Sturm. Doch es geht nicht nur ums Geld. Hier prallen zwei Kulturen aufeinander.

Aufruhr um Gema-Tarife: Protest der Plattendreher Fotos
Corbis

Der Clash der Kulturen könnte nicht augenfälliger sein. Hier bleiche Gema-Bürokraten in grauen Anzügen, die von "einer Tanzveranstaltung im Saal eines Gastronomiebetriebes" sprechen, wenn es um verschwitzte Club-Nächte geht. Dort Ibiza-gebräunte Rave-Veteranen wie Sven Väth, der sich in einem vielbeachteten Statement darüber aufregt, dass die Musik-Verwertungsgesellschaft für DJ-Veranstaltungen Tantiemen kassiert, obwohl die Musik, die hier läuft, gar nicht bei der Gema lizenziert ist.

Laut sogenannter "Gema-Vermutung" gehört aber erstmal alles zum Repertoire der Gema, was öffentlich erklingt. Technopionier Väth müsste brav notieren, was er auf die Plattenteller wirft, damit der Veranstalter dann anhand der "Musikfolgen" einen Sondertarif mit der Gema aushandeln kann. Aber wer mag das schon einem Sven Väth zumuten?

Die Gema kassiert, wann immer Musik öffentlich aufgeführt oder wiedergegeben wird. Es gibt Tarife für "Freizeichenuntermalungsmelodien", für "Musik bei Vorführungen von Narrenvereinigungen", sogar für "Musik in Kurorten". Das klingt amtsschimmelig, bringt aber viel Geld für die Urheber: Über 825 Millionen Euro nimmt die Gema jährlich ein, rund 85 Prozent davon schüttet sie an ihre Mitglieder aus, 120 Millionen Euro verschlingt der Apparat.

Gut beleumundet war die Gema dennoch nie. Sie gilt als ein von Schlagermillionären gesteuerter Dinosaurier. Und nun hat Deutschlands größte Verwertungsgesellschaft auch noch die Clubszene gegen sich aufgebracht.

Discothekisierung der Clublandschaft

Was ist geschehen? Im April hatte die Gema neue Tarife für "Musikveranstaltungen" ausgerufen (siehe Details dazu in der linken Spalte). Die Anpassung führe bei "geringen Raumgrößen und moderaten Eintrittspreisen" zu deutlichen Vergünstigungen, behauptete die Gema. Nur die Großen müssten mehr zahlen.

Die Veranstalter kamen auf das gegenteilige Ergebnis: Steigerungen von bis zu 3000 Prozent auch für kleine Clubs. Die neuen Tarife würden "Tausende Discotheken, Clubs und Musikkneipen in den Ruin treiben", zeterte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Die Gema erwidert, dass sie nicht mehr als zehn Prozent des Eintrittsgeldes verlange - und verweist auf eine Studie über das wirtschaftliche Potential der Berliner Clubs von 2008, derzufolge die Eintrittsgelder gerade mal 17 Prozent der Gesamtumsätze ausmachen.

Das ist allerdings nur ein Durchschnittswert. Während für die Großraumdisco zehn Prozent vom Eintritt verkraftbar sein mögen, ist für den Szeneladen, der mit dem Bierverkauf das Musikprogramm subventioniert, bereits der Mindestsatz untragbar. Die Techno-Avantgardisten vom "Berlin Mitte Institut" befürchten daher eine "Discothekisierung der Clublandschaft": Clubs müssten sich kommerzialisieren, um die neuen Tarife zahlen zu können.

Die Anti-Gema-Front könnte breiter nicht sein. Ausgerechnet der erzbürgerliche Hotelerie und Gastronomie-Dachverband steht plötzlich Seit' an Seit' mit linken Ravern von der Hedonistischen Internationale, die die Gema in einem schlampig recherchierten Video als "Bohlensteuer" verhöhnen. Ende Juni stellten Clubbetreiber deutschlandweit um fünf vor Mitternacht für fünf Minuten die Musik aus.

In Berlin ist man besonders aufgeregt, dort ging die Clubszene sogar auf die Straße. Immerhin geht es um Deutschlands Ausgehmetropole. "Bangen ums Berghain", titelte etwa der "Tagesspiegel". Das Orakeln um ein Ende des weltweit bekannten Clubs machte sogar die Politik wuschig. Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei, mahnte einen "fairen Interessenausgleich" für "unsere Clubszene und unsere Musikveranstalter" an. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte die Gema auf "die wirtschaftliche Betätigung von Musikveranstaltern und Clubbetreibern nicht in der Weise zu beeinträchtigen, dass eine wirtschaftliche Betätigung nicht oder kaum noch möglich ist."

Aber: Steht Berlins Sexyness wirklich auf dem Spiel? Oder gar das nationale Nachtleben?

Weder noch. Die Aufregung über das befürchtete Sterben von Clubs und Bars ist größtenteils künstlich, eine Folge des Säbelrasselns, wie es bei einem Tarifkonflikt auch andernorts üblich ist. Die Gema habe über ein Jahr lang versucht, den Dehoga an den Verhandlungstisch zu bekommen, beteuert Frank Dostal, stellvertretender Vorsitzender des Gema-Aufsichtsrats. Schließlich habe man einseitig Tarife veröffentlicht. Womit die Gema nicht gerechnet hat: Ihre Mondpreise wirkten nicht als Druckmittel, sondern als Provokation. "Auch danach hat der Dehoga nicht endlich mit unseren Leuten verhandelt, sondern eine rücksichtslose Desinformations-Kampagne losgetreten, auf die wir weder im Ton noch im Inhalt gefasst waren", sagt Dostal, einst Sänger bei The Rattles und Textdichter ("Lied der Schlümpfe", "Yes Sir, I Can Boogie").

Clubszene versus Apparatschiks

Tatsächlich ist die Gema gewohnt, im Stillen zu verhandeln - und dann für Kompromisse zugänglich. Zuletzt machten die Konzertagenturen diese Erfahrung: Nach zähen, aber fast lautlosen Verhandlungen rangen sie der Gema einen Pauschaltarif ab: fünf bis 7,65 Prozent von den Brutto-Eintrittsgeldern. Ähnlich erging es den Liveclubs, die sich vor kurzem mit der Gema auf einen Pauschaltarif von rund fünf Prozent einigten. "Eine deutliche Entlastung", sagt Karsten Schölermann, Vorsitzender der LiveMusikKommission. "Zum ersten Mal müssen die Liveclubs nicht mehr bei Eintrittspreisen und Quadratmeterzahl betrügen." Derzeit verhandeln die Liveclubs sogar über Schlupflöcher: Bei mehr als 24 Konzerten im Jahr sollen auch DJ-Veranstaltungen unter den Konzerttarif fallen. "Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Partynächte oft die teuren Konzerte quersubventionieren."

Solche pragmatischen Lösungen sind auch im Falle von Clubs und Musikkneipen möglich. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Gema und Dehoga sich einigen. Brancheninsider wie Schölermann sind sich sicher, dass es auf eine Eintrittspauschale von deutlich unterhalb der zehn Prozent hinauslaufen wird.

Die Hysterie um das Gema-bedingte Clubsterben zeigt aber, wie fremd Clubszene und Gema einander sind. Wo die Gema fast durchgängig opulente Umsätze vermutet, macht bei DJs und Clubmachern die Geschichte von der Gema-Mafia die Runde, die eine Subkultur schröpfen will, um Schlagermillionäre noch reicher zu machen.

Beide Seiten überziehen - und treffen doch berechtigte Punkte. Dass von dem Geld, das in Clubs verdient wird, zu wenig bei den Urhebern ankommt, dürfte so wahr sein wie der Umstand, das von den eingesammelten Summen zu wenig an die Urheber der Clubkultur zurückfließt. Die DJ-Kultur, in der per Mix und Remix fremde und eigene Sounds, Beats und Arrangements zu neuen Stücken zusammenwachsen, hat die Gema auch nach über 30 Jahren nicht angemessen in ihr System aufgenommen. Um nicht länger mit ahnungslosen Apparatschiks konfrontiert zu sein, ist es eigentlich höchste Zeit, dass die Kreativen der Clubszene ihre Interessen stärker einbringen.

Das können sie derzeit aber nur bedingt. Um in den exklusiven Kreis der 3400 "ordentlichen" Mitglieder aufgenommen zu werden, muss man unter anderem binnen fünf Jahren ein Aufkommen von mindestens 30.000 Euro haben. Die Folge: nur fünf Prozent der in der Gema organisierten Urheber bestimmen über die restlichen 95 Prozent, die nur "angeschlossene" oder "außerordentliche" Mitglieder sind.

Solange die Gema dieses undemokratische Kastensystem beibehält, wird man ihr bei jeder Tarifreform vorhalten, dass sie nicht im Interesse der Urheber agiert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Gema nehme jährlich mehr als 800 Millionen Euro ein und schütte "rund achtzig Prozent" davon an ihre Mitglieder aus. Tatsächlich betrug der Gesamtertrag der GEMA im Jahr 2011 825,5 Millionen Euro, ausgeschüttet wurden 702,3 Millionen Euro - also rund 85 Prozent. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen

 

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1. Wucher
ambergris 05.08.2012
Die Preissteigerungen die sich aus dieser GEMA-Reform ergeben sind unverhältnismäßig. Wer sonst verlangt auf einmal Preissteigerungen von mehreren hundert Prozent? Selbst Stromanbieter sind da deutlich geringer. Die GEMA fällt da einfach nur komplett aus dem Rahmen des Verhältnismäßigen. Und wie der Artikel sagt, soll dies ein Druckmittel sein, nach dem Motto "Wir könnten wenn wir wollten..." Sowas darf man sich einfach nicht bieten lassen.
2. optional
roboterin 05.08.2012
Wieso muss für Musik die nicht GEMA lizensiert wird, bezahlt werden? Und wieso muss die GEMA nicht den Beweis erbringen dass dem nicht so ist? Die GEMA gehört abgeschafft!
3.
sample-d 05.08.2012
Die neue Regelung erscheint mir nicht ganz durchdacht. Wie kann man denn die Gebühren von Raumgrösse und Eintrittspreis abhängig machen - ohne die tatsächliche Zuschauerzahl zu berücksichtigen ?!?
4.
laffleur 05.08.2012
Zitat von roboterinWieso muss für Musik die nicht GEMA lizensiert wird, bezahlt werden? Und wieso muss die GEMA nicht den Beweis erbringen dass dem nicht so ist? Die GEMA gehört abgeschafft!
Das sind erstmal 2 verschiedene Dinge: Die Clubs zahlen einen Pauschalbetrag der sich (soweit ich weiss) aus Tanzfläche usw berechnet. Ob dort dann "Gema-Musik" läuft oder nicht ist egal. Ich arbeite z.b. als DJ und Veranstalter in einem Club in dem der Anteil an "Gema-Musik" vielleicht 5-10% beträgt, trotzdem steigen die Gebühren von jährlich ca. 7000€ auf 35.000€. Das ist ein Witz und nicht zu finanzieren...
5. .
juttaweise 05.08.2012
Zitat von roboterinWieso muss für Musik die nicht GEMA lizensiert wird, bezahlt werden? Und wieso muss die GEMA nicht den Beweis erbringen dass dem nicht so ist? Die GEMA gehört abgeschafft!
wir haben im Familienkreis einen Produzent von Weltmusik, der sowieso mehr Idealist ist, als Geldverdiener. Bei der Produktion einer CD/LP von Musikern aus Südamerika, und nach Kauf aller Rechte, kostspieliger Produktionskosten von 6000 Stück, wurde diese Produktion ein Flop und der Produzent sitzt auf der kompletten Produktion ohne Kompensation. Die Musiker sind nicht Gema lizensiert! Der Vertrag mit denen lautet: prozentuale Beteiligung bei Verkauf der Tonträger. Gezahlte Gema-Kosten 6000 Euro, die nicht verrechnet werden. Einfach futsch. Will man mit der Gema reden so ist man auf verlorenen Posten. Die Korrespondenz und Abrechnungen der Gema sind unter aller Würde, keine Transparenz. Wer kontrolliert die eigentlich??? Wem untersteht sie?
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Die neuen Gema-Tarife
Wie werden die Tarife errechnet?
Im April 2012 veröffentlichte die Gema neue Tarife für Veranstaltungen, die nicht Konzerte sind, in denen aber Musik live oder aus der Konserve erklingt. Aus bislang elf Tarifen sollen ab dem 1. April 2013 zwei Tarife werden - einer für Tanzveranstaltungen mit Livemusik, einer für DJ-Veranstaltungen.

Die Gema errechnet ihre Tarife aus einem Koeffizienten von Eintrittspreis und Raumgröße. Alle hundert Quadratmeter und mit jedem Euro wird's teurer - was dazu führen könnte, dass Preise wie 4,99 an der Clubkasse verlangt werden. Wenn der Eintritt gratis ist - wie im Falle von Bars oder Musikkneipen - gilt ein Mindestsatz.
Die Kritik an den neuen Tarifen
Der Deutsche Hotelerie- und Gaststättenverbands (Dehoga) hält die neuen Tarife für existenzbedrohend. Im Falle einer mittelgroßen Diskothek z.B. erhöhten sich die Gebühren von 21.000 Euro auf fast 150.000 Euro - eine Steigerung von rund 700 Prozent. Die Gema hält dagegen: Pro Gast würden gerade mal rund 1,50 Euro für die Urheberrechte kassiert. Außerdem gäbe es eine "Angemessenheitsregel": Mehr als 10 Prozent des "geldwerten Vorteils aus Eintrittsgeldern" müssen die Veranstalter nicht zahlen.

Den kritisierten Zeitzuschlag - ab fünf Stunden Veranstaltung plus 50 Prozent - hat die Gema bereits verändert - nunmehr soll er erst ab acht Stunden fällig werden.

Glossar der Musikindustrie
Independent / Major
Als unabhängige Label gelten alle Plattenfirmen, die nicht zu den vier großen international tätigen Unternehmen Sony Music, Emi, Warner Music und Universal Music gehören. Die großen vier (Majors) machen 70 bis 80 Prozent des Musikumsatzes weltweit - der Rest entfällt auf die kleinen Independent-Labels. Zum Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) gehören in Deutschland 1200 Firmen, der internationale Indie-Verband Merlin hat nach eigenen Angaben um die 12.000 Mitglieder.
Label
Welche Arbeit die Plattenfirma für den Künstler erledigt, ist von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. Ein Extrafall ist der sogenannte Bandübernahmevertrag: Da gibt ein Künstler eine fertige Produktion ab, das Label organisiert nur noch Hersteller und Promo, wickelt die Abrechung ab. Ein Label kann aber auch die Produktion finanzieren und organisieren. Je mehr das Label erledigt, umso höher ist in der Regel dessen Anteil an den Einnahmen. Wenn das Label die Aufnahme bei einem anderen, vielleicht professionelleren Produzenten finanziert hätte, würde es mit dem Künstler einen sogenannten Künstlervertrag und mit dem Produzenten einen Produzentenvertrag abschließen. Bei fast allen Verträgen trägt letztendlich das Label das Warenrisiko: Wenn weniger Platten gekauft werden als produziert wurden, bleibt das Label auf den angefallenen Kosten für Herstellung und Werbung sitzen.
Musikverlag
Während die Label Vervielfältigungs- und manchmal auch Leistungsschutzrechte wahrnehmen, werten Musikverlage die Urhebernutzungsrechte der Musiker an ihren Kompositionen und Texten aus. Sie kümmern sich um die Gema-Abrechnung, auch der Live-Auftritte, und manche Verlage bemühen sich, die von ihnen betreuten Stücke Radiostationen und Werbeagenturen anzupreisen, in Spielfilmen zu platzieren, und überwachen, dass die Werke nicht von anderen ohne Genehmigung bearbeitet werden. All das kann ein Musiker auch selbst machen - ein Verlag nimmt ihm gegen Beteiligung die Arbeit ab. Manche Verlage beschäftigen eigene Mitarbeiter, die sich um die Verwertung in Radio und Werbung bemühen, um zusätzliche Einnahmen für Künstler und Verlag zu erzielen. Inzwischen bauen viele Label eigene Verlage auf, um mehr Rechte auszuwerten.
Booking
Die Booking-Agentur organisiert die Live-Auftritte eines Künstlers. Großen Stars zahlen solche Agenturen oft vorab ein hohes Garantiehonorar aus, das sie dann refinanzieren müssen. Die meisten Booking-Agenturen arbeiten aber auf Provisionsbasis - ein Anteil von 20 Prozent an den Einnahmen der Künstler ist gängig.
360-Grad-Vertrag
Das Schlagwort bezeichnet die Strategie von Labels, mit Künstlern nicht mehr allein beim Tonträger-Vertrieb zusammenzuarbeiten, sondern auch bei der Auswertung von Urhebernutzungsrechten (als Musikverlag), beim Livegeschäft (als Booker) und beim Merchandising.
Gema
Die Gema nimmt Gebühren für alle Verwertungen von Musik ein, die das Urheberrecht an den Stücken betreffen. Wer CDs mit vom Gema-Vertragspartner geschriebener Musik herstellt, die Songs digital verkauft, in Werbespots nutzt, live spielt oder im Netz als Download, Stream oder im Webradio vertreibt, zahlt dafür Gebühren. Die Gema schüttet die Einnahmen - nachdem die Verwaltung bezahlt ist - an Komponisten, Autoren oder ihre Musikverlage aus.
GVL
GVL steht für Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten. Ein Leistungsschutzrecht bezieht sich immer auf die bestimmte Aufnahme eines Stücks. Wer daran Leistungsschutzrechte hält, hängt von den Produktionsverträgen ab. Im Prinzip hat jeder ein Leistungsschutzrecht an einem Stück, der Musik einspielt oder einsingt. So können auch Produzenten Leistungsschutzrechte an einer Aufnahme haben oder Labels, wenn sie die Produktion abgewickelt haben. Wenn ein Musiker im Studio seine Stück selbst einspielt, erwirbt er auch Leistungsschutzrechte an dieser Aufnahme, genauso wie bezahlte Studiomusiker. Der Verkauf der Musik im Laden oder Download-Shop ist die Erstverwertung dieser Rechte - dafür kriegen die Musiker in der Regel einen Vorschuss und einen Teil der Einnahmen. Wenn die von ihnen eingespielte oder produzierte Musik aber im Radio, Fernsehen oder Kaufhaus läuft, bei Veranstaltungen abgespielt wird, müssen die Sender und Veranstalter für diese Zweitverwertung der Rechte an die GVL zahlen. Diese Zusatzeinnahmen schüttet die GVL an die Mitglieder aus.