Blues-Legende B.B. King ist tot

Der König des Blues, B.B. King, ist tot. Der Gitarrist und Sänger starb im Alter von 89 Jahren in Las Vegas.

AP/dpa

B. B. King war einer der einflussreichsten Blues-Gitarristen und Sänger. Erstarb im Alter von 89 Jahren in Las Vegas. Dies meldete der US-Fernsehsender "CNN" unter Berufung auf Kings Tochter.

Der Musiker war schon länger krank, in den vergangenen Wochen hatte sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert. Medienberichten zufolge hatte King sich in häuslicher Hospizpflege befunden.

Wie kaum ein anderer prägte King Generationen von Rockmusikern: Gitarristen von Jimi Hendrix über Eric Clapton bis Stevie Ray Vaughan wurden durch seinen gefühlvollen Stil beeinflusst - zu hören in Songs wie "The Thrill Is Gone", einem Stück, das heute zum Kanon der Popkultur gehört. Wie Clapton einst sagte, sei Kings Stil universell - er könne nicht auf ein Genre reduziert werden.

King spielte eine Gitarre der Marke "Gibson", der er liebevoll den Frauennamen "Lucille" gegeben hatte. "Ich wollte meine Gitarre mit menschlichen Gefühlen verknüpfen", so King in seiner Autobiografie von 1996, "Blues All Around Me".

Video: B.B. King gab Konzerte, solange er konnte

Kings Alben verkauften sich millionenfach. 2009 erhielt er seinen insgesamt 15. Grammy-Award, damals für sein Album "One Kind Favor"; er wurde unter anderem mit dem Grammy für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Das "B.B." in Kings Namen stand für "Blues Boy", eine Verkürzung von "Beale Street Blues Boy" - Kings Pseudonym, als er Ende der Vierzigerjahre seine eigene Sendung bei der Radiostation "WDIA" moderierte.

B.B. King wurde 1925 als Riley B. King auf einer Plantage in der Nähe von Itta Bena, Mississippi, geboren. Nach dem Tod seiner Mutter war er zunächst Plantagenarbeiter. Während dieser Zeit sang er in Kirchenchören und lernte das Gitarrespielen.

King begann seine Musikerkarriere Mitte des 20. Jahrhunderts mit Konzerten in Spelunken, Tanzhallen und Nachtklubs. Nachdem eine seiner ersten Aufnahmen 1951 die Spitze der amerikanischen "Rhythm & Blues"-Charts erreicht hatte, tourte King fast fortwährend; jahrzehntelang spielte er 200 bis 300 Shows im Jahr.

Vor allem in den Sechzigern und Siebzigern feierten ihn die Fans und Interpreten der damals noch recht jungen amerikanischen und britischen Rock-Szene. Bis ins hohe Alter stand King auf der Bühne und bereiste die Welt.

Zahlreiche Musiker - wie der ehemalige Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr oder Kiss-Bassist Gene Simmons - bekundeten auf Twitter ihre Trauer über Kings Tod. Der Rockmusiker Lenny Kravitz schrieb: "Jeder könnte tausend Noten spielen und nie das ausdrücken, was du in einer einzigen gesagt hast."

kry/skr/AP/dpa/rtr

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.