Benefiz-Spektakel Deutsches Live-8-Konzert am Brandenburger Tor

Das klingt enorm: Zum deutschen Live-8-Konzert gegen Hunger und Armut in Berlin hat der Initiator Bob Geldof ein großes Staraufgebot angekündigt. Neben Green Day und Brian Wilson sollen am 2. Juli unter anderen a-ha, Wir sind Helden und Chris De Burgh vor dem Brandenburger Tor auftreten.


Popstar Geldof, Ministerin Wieczorek-Zeul: Gemeinsam gegen Hunger und Elend
DPA

Popstar Geldof, Ministerin Wieczorek-Zeul: Gemeinsam gegen Hunger und Elend

Berlin - Der Ort: das Brandenburger Tor. Das Staraufgebot: enorm. Der Initiator: eine Ikone. Sir Bob Geldof, der Welt umtriebigster Pop-Künstler, wird auch die deutsche Hauptstadt mit einem Benefizkonzert der Spitzenklasse adeln. Am 2. Juli soll sich Berlin in die Gruppe der Musikmetropolen einreihen, die ein Live-8-Konzert veranstalten. Dazu gehören London, Paris, Rom, Philadelphia, Ottawa und Tokio.

Geldorf kündigte das "größte Popkonzert aller Zeiten" an. Green Day, Brian Wilson, Wir sind Helden und Chris De Burgh haben bereits zugesagt; mit Herbert Grönemeyer, Anastacia, Crosby, Stills & Nash und Audioslave werde noch verhandelt. Der Eintritt ist kostenlos.

Rund eine Million Besucher und Milliarden Fernsehzuschauer werden erwartet. Mit den Konzerten sollen die Regierungschefs der G-8-Staaten bewogen werden, einen Schuldenerlass für die armen Länder der Welt und eine Erhöhung der Mittel für Entwicklungshilfe zu beschließen. Anders als beim legendären Live-Aid-Konzert vor 20 Jahren steht diesmal nicht finanzielle, sondern ideelle Hilfe im Vordergrund. "Wir wollen nicht dein Geld, wir wollen dich", so Geldof heute programmatisch in Berlin.

Vor allem Deutschland sei gefordert: Als drittreichste Nation der Welt müsse das Land die politische Führung in diesem Prozess übernehmen. Die Deutschen hätten bei der Flutkatastrophe in Asien Großzügigkeit bewiesen, so der Popstar. "In Afrika gibt es jeden Tag ein Tsunami", sagte Geldof. "An jedem Tag sterben dort 50.000 Menschen, weil sie arm sind."

Auch zur Reise nach Edinburgh rief der ehemalige Sänger der Boomtown Rats und Organisator des legendären Live-Aid-Konzerts von 1985 die Deutschen auf. Dort findet am 6. Juli der G-8-Gipfel der führenden Industrienationen statt. "Friedliche Aktionen verändern die Welt", sagte Geldof, der sich in Edinburgh massenhafte Proteste erhofft. "Die Lingua franca der Welt ist nicht Englisch, die Lingua franca der Welt ist die Musik."

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erklärte heute, das Projekt könne helfen, die weltweite Armut zu bekämpfen und gerechte Welthandelsstrukturen zu schaffen. Die Agrarsubventionen in den reichen Ländern "sind eine dauerhafte Aggression gegen die Entwicklungsländer", so die Ministerin.



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