Berlin Solidaritätskonzert für Flüchtlinge abgesagt

Es sollte eine große Willkommensgeste deutscher Rockmusiker sein: Ein Solidaritätskonzert für Flüchtlinge vor dem Berliner Reichstag kann aus technischen Gründen doch nicht stattfinden - der zeitliche Abstand zur Einheitsfeier sei zu kurz.

Udo Lindenberg auf der Bühne (Archivbild vom Mauerfall-Jubiläum): Solidarität für Flüchtlinge: ja, Solikonzert: nein
REUTERS

Udo Lindenberg auf der Bühne (Archivbild vom Mauerfall-Jubiläum): Solidarität für Flüchtlinge: ja, Solikonzert: nein


Das große Solidaritätskonzert für Flüchtlinge, das für den 4. Oktober in Berlin geplant war, findet nicht statt. Das teilte der Konzertveranstalter Dirk Becker Entertainment am Montag mit. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Bühne und die Technik von den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit 24 Stunden zuvor zu nutzen. Das sei technisch aber nicht möglich.

"Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen ist einfach zu kurz", so die offizielle Begründung. Ein Ersatzort sei derzeit auch nicht im Gespräch, sagte Dirk Becker der Deutschen Presse-Agentur. Geplant waren vor dem Reichstagsgebäude Auftritte zahlreicher Musiker, die sich in der Vergangenheit gegen Fremdenfeindlichkeit engagierten. Im Gespräch waren unter anderem Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Udo Lindenberg.

Mit der Absage des Konzerts ändere sich nichts an der Botschaft der Künstler und Veranstalter, betont Becker in einer Mitteilung: "Menschen, die vor Krieg, Verfolgung, Folter und Tod Schutz suchen, haben unsere Solidarität verdient. Flüchtlinge sind in Deutschland willkommen."

Angefragt waren auch die Toten Hosen, deren Gitarrist Breiti gerade einen Appell gegen Gewalt gegen Flüchtlinge initiiert hat, den gut 20 Bands unterzeichnet haben.

Die bisher spektakulärste Aktion aus der Musikszene zum Flüchtlingsthema ist weiterhin die "Aktion Arschloch", mit der der Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" aus den Neunzigerjahren wieder auf Platz eins der Charts bugsiert werden soll. Darüber hat inzwischen sogar die "Washington Post" berichtet.

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